Was sind Drogen? Definition, Wirkung und Klassifizierung

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Was sind Drogen?

Drogen sind Stoffe, deren Verwendung Abhängigkeit, Stimulation oder eine Depression des zentralen Nervensystems verursachen oder zu Störungen in Prozessen, Verhalten und Stimmung führen. In einem streng wissenschaftlichen Sinne sind Drogen Wirkstoffe oder Rohstoffe. In der Pharmazie und Medizin werden Medikamente zur Behandlung oder Vorbeugung von Krankheiten eingesetzt. Die Pharmakologie ist die Wissenschaft von der Wirkung und Verteilung dieser Stoffe im menschlichen Körper. Drogen können aus Pflanzen, Mineralien, Tieren oder durch Synthese gewonnen werden.

Sozial betrachtet werden Drogen oft als verbotene Stoffe definiert, die schädlich für die Gesundheit sind und körperliche sowie soziale Schäden verursachen. Ein Stoff gilt als Droge, wenn er folgende Merkmale erfüllt:

  • Er wird in einen lebenden Organismus eingeführt und verändert psychische Funktionen.
  • Der Mensch unternimmt den Versuch, den Konsum aufgrund der erzeugten Freude zu wiederholen.
  • Das Absetzen des Konsums kann zu körperlichen oder psychischen Beschwerden führen.

Dieser Begriff umfasst legale und illegale Drogen sowie therapeutische Medikamente, sofern sie Verhaltensänderungen oder sensorische, emotionale und mentale Veränderungen beim Nutzer bewirken.

Synapsen und Kommunikation

Die Synapse (griechisch für „Verbindung“) ist der Prozess der Kommunikation zwischen Gehirnzellen. Er beginnt mit einer chemischen Entladung, die einen elektrischen Strom in der präsynaptischen Zellmembran auslöst. Sobald der Nervenimpuls das Ende des Axons erreicht, schüttet das Neuron Proteine (Neurotransmitter) aus, die in den synaptischen Spalt gelangen. Diese Neurotransmitter sind dafür verantwortlich, die Handlung eines anderen Neurons zu erregen oder zu hemmen.

Synaptische Transmission

Im Gehirn gibt es viele verschiedene Arten von Sendern, die eine enorme Auswirkung auf zerebrale Funktionen haben. Wichtige Neurotransmitter im peripheren Nervensystem sind beispielsweise Acetylcholin und Noradrenalin. Im zentralen Nervensystem finden sich zudem Dopamin, Serotonin und GABA.

  • Dopamin: Verbunden mit motorischer Aktivität. Ein Mangel ist beispielsweise mit der Parkinson-Krankheit assoziiert.
  • Serotonin: Kommt in verschiedenen Gehirnregionen vor und ist eng mit dem Schlaf verbunden.

Klassifizierung von Drogen

Depressiva

Dazu gehören Alkohol, Barbiturate und in geringerem Maße Nikotin. Sie führen oft zu reizbarem oder gewalttätigem Verhalten. Entzugserscheinungen können Schlaflosigkeit, Kreislaufstörungen, Fieber, Krämpfe und den Tod zur Folge haben.

  • Opiate (z. B. Morphin, Heroin): Erzeugen Euphorie und lindern Schmerzen. Sie drücken das ZNS, verlangsamen Reflexe, verengen die Pupillen und beeinträchtigen die Koordination.
  • Hypnotika/Sedativa (z. B. Benzodiazepine): Wirken angstlösend und dämpfend auf das ZNS, die Skelettmuskulatur und das Herz.
  • Ethylalkohol (Ethanol): Führt zu Euphorie und Entspannung, beeinträchtigt jedoch Vision, Koordination und Reaktionszeit. Langzeitfolgen sind Leberzirrhose und Hirnschäden.
  • Inhalationsmittel (z. B. Toluol, Butan): Führen zu Schwindel, Verwirrtheit und schweren Schäden an Gehirn, Herz, Nieren und Lunge.

Stimulanzien

Diese Chemikalien fördern die allgemeine Stimmung und steigern vorübergehend die körperlichen Fähigkeiten.

  • Kokain: Erzeugt Euphorie und Erregung, gefolgt von einer Depression des ZNS. Kann zu Halluzinationen und Krampfanfällen führen.
  • Koffein: Steigert die geistige Wachheit, wirkt harntreibend und regt Herz- sowie Skelettmuskulatur an.
  • Nikotin: Verringert Stress, wirkt auf das sympathische Nervensystem und fördert bei chronischem Konsum die Atherosklerose.

Halluzinogene

Diese Stoffe führen zu massiven Veränderungen der psychischen Funktionen.

  • LSD: Verursacht sensorische Störungen und Halluzinationen durch Beeinflussung der Neurotransmitter Serotonin und Noradrenalin.
  • Cannabinoide (z. B. Marihuana, Haschisch): Führen zu Euphorie, beeinträchtigen die Koordination, das Zeitgefühl und die Tiefenwahrnehmung.

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