Drogenmissbrauch und Abhängigkeit: Konzepte und Definitionen
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Konzept des Drogenmissbrauchs
Die Verhaltensmodifikation eines Individuums bestimmt die weitere Verwendung von Medikamenten oder Drogen. Wir unterscheiden zwei Arten der Abhängigkeit:
- Psychische Abhängigkeit: Das obsessive Verlangen, Drogen zu kaufen und zu konsumieren, um Freude zu empfinden oder Angst vor dem Entzug zu vermeiden. Der Drogenkonsum wird als notwendig für das eigene Wohlergehen angesehen.
- Physische Abhängigkeit: Eine Reihe messbarer und reproduzierbarer physiologischer Veränderungen, die durch chronische Exposition gegenüber der Substanz entstehen und bei abruptem Absetzen zu Entzugserscheinungen führen.
Einflussfaktoren auf die Abhängigkeit
- Substanzabhängigkeit: Verfügbarkeit, Kosten, Reinheit, Art der Verabreichung, Wirkungsdauer und Pharmakokinetik.
- Konsumentenabhängigkeit: Genetische Veranlagung (angeborene Toleranz), psychiatrische Symptome, Erfahrungen, Erwartungen und Neigung zu riskantem Verhalten.
- Umweltfaktoren: Soziales Umfeld, gesellschaftliche Einstellungen, Beschäftigung, Bildung und Verfügbarkeit alternativer Verstärker.
Konzept des Drogenkonsums
Der Konsum von Substanzen erfolgt hierbei nicht zu therapeutischen Zwecken, sondern zur Erzielung von Euphorie, Benommenheit oder Verwirrtheit, um der Realität zu entfliehen und Verantwortung abzugeben.
Kriterien für Drogenmissbrauch und Sucht
- Häufigerer Konsum oder höhere Dosen als beabsichtigt.
- Erfolglose Versuche, den Konsum zu beenden.
- Rauschzustände zu unpassenden Zeiten.
- Vernachlässigung anderer Lebensbereiche zugunsten der Droge.
- Fortgesetzter Konsum trotz bekannter gesundheitlicher Schäden.
- Hohe Toleranzentwicklung.
- Charakteristische Entzugserscheinungen.
- Konsum zur Vermeidung von Entzugssymptomen.
Konzept der akuten Intoxikation
Ein vorübergehender Zustand nach der Verabreichung (einmalig oder wiederholt in kurzer Zeit), der physiologische, psychische und verhaltensbezogene Störungen verursacht.
Konzept der Toleranz
Die reduzierte Reaktion auf eine Substanz nach wiederholtem Gebrauch, wodurch höhere Dosen erforderlich sind, um den gleichen Effekt zu erzielen.
Arten der Toleranz
- Pharmakokinetische Toleranz (Enzyminduktion): Nach chronischem Gebrauch werden Substanzen schneller verstoffwechselt, wodurch eine geringere Konzentration das Zielorgan erreicht. Dies führt zu einer erhöhten Bildung von Enzymen, die die Substanz abbauen.
- Pharmakodynamische Toleranz: Ein Anpassungsmechanismus der Zielrezeptoren im Körper, wodurch diese weniger stark auf die gleiche Menge der Substanz reagieren.
- Gelernte Toleranz: Die Person lernt durch chronischen Konsum, ihr Verhalten so anzupassen, dass sie trotz Intoxikation (mild bis moderat) weniger beeinträchtigt wirkt (z. B. das Gehen auf einer geraden Linie trotz Alkoholkonsums).