Dualismus und Hylemorphismus: Körper und Seele erklärt

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Dualistische Theorie

Die dualistische Theorie besagt, dass der Mensch nicht auf ein einziges Element reduziert werden kann. Er besteht aus zwei Komponenten: Geist und Materie, beziehungsweise Seele und Körper.

Platonischer Dualismus

Nach Platon ist der Mensch eine Verbindung aus Seele und Körper, wobei diese Vereinigung lediglich ein Unfall ist. In Wahrheit ist die Seele immateriell und unsterblich; sie existierte bereits vor dem Körper. Der wahre Mensch ist seine Seele.

  • Funktion: Die Seele belebt den Körper und dient der Erkenntnis.
  • Welt der Ideen: Die Seele strebt nach ihrer Heimat, der intelligiblen Welt.
  • Der Körper: Er wird als materielles Gefängnis betrachtet, das die Seele mit irdischen Bedürfnissen und Schmerz belastet.

Interaktionistischer Dualismus

Der Neurophysiologe John Eccles vertrat im 20. Jahrhundert die These, dass Geist und Gehirn zwei verschiedene Realitäten sind. Er begründet dies mit:

  • Dem einheitlichen Charakter freiwilliger menschlicher Handlungen.
  • Der zeitlichen Diskrepanz zwischen neuronalen Ereignissen und bewusster Erfahrung.
  • Der Einzigartigkeit des menschlichen Gedächtnisses und der Sprache.

Eccles postuliert, dass die Wechselwirkung in der Großhirnrinde stattfindet, zwischen hypothetischen Einheiten, den Dendronen, und geistigen Aktivitäten, den sogenannten Psicones. Das „Ego“ oder die „Psyche“ ist dabei eine nicht-materielle Realität, die den Menschen einzigartig macht.

Hylemorphismus

Im Gegensatz zum platonischen Dualismus lehrte Aristoteles, dass Seele und Leib untrennbare und komplementäre Prinzipien derselben Substanz sind. Dieser Dualismus unterscheidet zwei Prinzipien, die nur in der Theorie, nicht aber in der Realität trennbar sind.

  • Körper: Das Grundmaterial.
  • Seele: Das wesentliche menschliche Prinzip, das Leben, Empfindung, Bewegung und Denken ermöglicht.

Da Körper und Seele eine Einheit bilden, ist die Unsterblichkeit der Seele schwer zu begründen. Aristoteles führte daher den Intellectus agens (aktiven Intellekt) ein, der als „getrennt und unsterblich“ gilt. Thomas von Aquin griff diese Tradition im 13. Jahrhundert auf, um den christlichen Glauben mit der aristotelischen Philosophie zu vereinen.

Kartesischer Dualismus

Der französische Philosoph René Descartes (1596–1650) vertrat einen radikalen Dualismus. Er unterschied zwei völlig verschiedene Substanzen:

  1. Res extensa: Der Körper als ausgedehnte Substanz.
  2. Res cogitans: Die Seele als denkende Substanz.

Descartes glaubte, dass die Kommunikation zwischen diesen beiden Wirklichkeiten über die Zirbeldrüse im Gehirn erfolgt.

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