Dur und Moll: Analyse der Charaktere und Motive
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Charakterübersicht
- Mariana: Die Hauptfigur des Romans ist ein junger Teenager von etwa 17 Jahren mit einem starken Willen. Sie wird als attraktiv, dünn, groß und blond mit grauen Augen beschrieben. Mariana zieht zu ihrer ihr bisher unbekannten Tante Monica nach Rincon. Zuerst ist sie verärgert, doch dann ist sie fasziniert von dieser seltsamen und exzentrischen Frau, die sie im Laufe der Zeit lieben lernt und als Teil ihres neuen Lebens und ihrer Familie akzeptiert. Während des Romans versucht Mariana, ihre wahre Identität zu finden und die Geschichte ihrer leiblichen Eltern sowie ihre Wurzeln zu ergründen.
- Monica: Tante von Mariana. Eine exzentrische Frau mit dicken, lockigen Haaren, die fast den gesamten Rücken bedecken. Sie ist eine Frau im Hippie-Look mit extravaganten Kostümen und ausgefransten Säumen. Monica begleitet Mariana während ihres Aufenthalts in Palma Sola und hilft ihr bei der Suche nach ihrer wirklichen Identität. Sie ist ein leidenschaftlicher, nachdenklicher und vorsichtiger Charakter.
- Paul: Freund von Mariana. Ein Charakter, der Mariana anfangs skeptisch gegenübersteht; er akzeptiert ihre Einstellungen, ihr Verhalten und ihre Persönlichkeit zunächst nicht. Im Laufe der Zeit verliebt er sich jedoch in sie und wird ihr fester Freund. Er hilft Mariana, ihren inneren Konflikt durchzustehen, und verlässt sie nie.
- Anna: Mutter von Paul und eine Schulfreundin von Nora. Sie hilft bei der Suche durch Erinnerungen, Fotos und Beschreibungen. Sie war die Erste, welche die physische Ähnlichkeit zwischen Mariana und Nora bemerkte, weshalb die Untersuchungen des Sachverhalts überhaupt erst begannen.
- Nora und Mark: Marianas biologische Eltern. Sie wurden während der Zeit der Diktatur entführt und später getötet.
- Mauritius und Mercedes: Die Entführer und Zieheltern von Mariana. Sie zogen Mariana fast 20 Jahre lang unter besten wirtschaftlichen Bedingungen auf, ermöglichten ihr den Besuch der besten Schulen und kauften ihr teure Kleidung, verbargen jedoch die Wahrheit vor ihr. Als Mariana die Wahrheit erfährt, versuchen sie, ihr Verhalten zu rechtfertigen. Sie behaupten, dass sie sich lediglich „verrechnet“ hätten und dass ihr Handeln der einzige Weg gewesen sei, die Gewalt jener Zeit zu beenden.
- Mora, Chris, Deborah, Nano: Freunde von Mariana.
- Leotina: Mutter von Nora. Sie befindet sich in einer Klinik und hilft durch ihre wirren Erinnerungen dabei, Marianas Geschichte Stück für Stück zu rekonstruieren.
- Don Hilario: Noras Vater und Großvater von Paul.
- Don Gomez: Ein langjähriger Freund von Don Hilario. Er lebte auf der Insel. Don Hilario bat Herrn Gomez um einen Gefallen: Er sollte Nora auf seiner Ranch Zuflucht gewähren, als sie während der Diktatur mit Mariana schwanger war. Dieser Charakter bewahrte Erinnerungen in einer Schachtel auf, welche die Dame auf der Ranch in der Nacht hinterlassen hatte, nachdem sie in die Stadt gegangen und nie wieder zurückgekehrt war.
Soziale Repräsentationen
In dem Roman findet sich eine Darstellung der Vorstellungen, die eine Gesellschaft für Individuen oder Gruppen entwickelt. In diesem Fall bezieht sich das Imaginäre auf den Glauben, dass die besitzende Klasse anderen überlegen ist. Dieser Diskurs wird durch Mariana, eine Jugendliche aus einer relativ hohen sozialen Schicht, thematisiert:
„Wird nie am Tisch gegessen, mit Tischdecke und allem, was dazugehört?“, fragt Mariana.
„Wer bestimmt, was das ist?“, antwortet die Tante.
„Ich weiß nicht, ich nehme an, gute Manieren...“
Ein weiteres Thema, das im Roman erscheint, ist die Darstellung der Bräuche eines Ortes oder einer Gesellschaft. In diesem Fall bezieht es sich auf Gerüchte und Klatsch als Merkmal kleiner Städte:
„...Sie wissen, dass der Platz sehr klein ist und sich Klatsch schnell verbreitet...“
Werte im Roman
Wie bei jedem Roman ist dies die Geschichte einer Verwandlung. Das gesamte Werk fungiert als ein Text der Veränderung und der Unverborgenheit, der einen Spalt für das Licht öffnet – in der Hoffnung auf Wahrheit und Gerechtigkeit. Diese beiden Werte ziehen sich durch den gesamten Roman und werden als wesentlich und notwendig für alle Beziehungen und Lebensphasen hervorgehoben.