Dynamik der Erde: Geologische Prozesse und Naturgefahren
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Gleichgewichte auf einem dynamischen Planeten
Die Sonne erwärmt die Erdoberfläche und diese wiederum die umgebende Luft. Im Gegenzug erhitzt der Kern das Innere des Planeten. Dies führt zu einer ungleichen Erwärmung: Weniger dichte Materialien steigen auf. Der bekannte Wasserkreislauf (Regen, Oberflächenabfluss, Infiltration und Verdunstung), der durch Solarenergie angetrieben wird, funktioniert jedoch nicht allein.
Ein weiteres hydraulisches System, das unseren Augen verborgen bleibt, verteilt die Wärme über die Weltmeere: Es ist ein Zyklus von Meeresströmungen, der als globales Förderband bezeichnet wird. Aufsteigende Bewegungen im Erdmantel speisen Vulkane aus der Tiefe. Dabei werden Gase ausgestoßen, darunter Verbindungen von Kohlenstoff, Stickstoff und Schwefel, die ein sehr dynamisches System mit vielen komplexen Gleichgewichten bilden. (Die Temperatur der Erde ändert sich ständig.)
Geologische Risiken und Gefahren für den Menschen
Der Mensch entstand in einer sich ständig verändernden und unberechenbaren Welt. Während er die Erde erkundete, lernte er, gefährliche Orte zu erkennen und zu meiden – wie etwa Vulkane und Erdbebengebiete. Nachdem die menschliche Bevölkerung dramatisch zugenommen hatte, begann der Mensch jedoch, Häuser an immer unsichereren Orten zu bauen, wodurch sich das Risiko erhöhte.
Gefahren durch Regen und Überschwemmungen
Hochwasser ist weiterhin das Naturphänomen, das die meisten Opfer fordert. Überschwemmungen sind Überläufe von Flüssen oder Bächen, die angrenzende Gebiete zeitweise unter Wasser setzen. Im Mittelmeerraum werden diese oft Wadis genannt. Sie treten auf, wenn infolge sehr intensiver Niederschläge die Kanäle das fallende Wasser nicht mehr abführen können. Heftige Regenfälle stellen zudem ein Umweltproblem dar (insbesondere durch verstärkte Erosion). Erdrutsche bezeichnen das Herabstürzen von Material an steilen Hängen.
Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche
Erdbeben treten auf, wenn der Boden vibriert. In solchen Fällen können Gebäude einstürzen. Die Mobilität der Lithosphärenplatten verursacht Erdbeben mit großer Energie, vor allem an den sogenannten Plattengrenzen.
Tsunamis sind Riesenwellen, die durch eine plötzliche Deformation des Meeresbodens verursacht werden. Dies kann wiederum durch ein Erdbeben am Meeresgrund, die Explosion einer Vulkaninsel oder einen Unterwasser-Erdrutsch ausgelöst werden. Die Wellenlänge beträgt viele Kilometer. Wenn die Welle die Küste erreicht, türmt sich das Wasser auf eine Höhe von 10 bis 15 Metern auf und kann mehrere Meilen weit ins Landesinnere vordringen.
Vulkanausbrüche haben in den letzten 400 Jahren rund 300.000 Todesfälle verursacht. Der Ausstoß von Lava kann gefährlich sein, aber besonders zähflüssiges Magma kann den Schlot des Vulkans verstopfen. Dadurch entsteht eine Art Dampfkochtopf-Effekt: Wenn der Druck die Festigkeit des Schlots übersteigt, bricht der Vulkan aus und schleudert Magma sowie Partikel mit hoher Geschwindigkeit in Wolken aus heißem Gas (Glutwolken). Wenn diese Wolken auf ein Flussbett treffen, entstehen heiße Schlammlawinen.