Einführung in die klassische Soziologie

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Einführung in die klassische Soziologie: Durkheim und Weber (J. C. Portantiero)

Die Soziologie als Wissensgebiet entstand Mitte des 19. Jahrhunderts. Soziale und politische Prozesse begannen als kollektive Phänomene, die eine bewusste Auseinandersetzung mit der Organisation und Struktur der menschlichen Gesellschaft erforderten.

Der Ursprung der Soziologie

Der Impuls für die Entstehung der Soziologie war die Industrielle Revolution, die soziale und politische Krisen sowie wirtschaftliche Transformationen hervorrief, darunter die Entstehung des Fabrikproletariats. Es bildeten sich zwei Positionen heraus: der Sozialismus (Marx) und die klassische soziologische Tradition (Weber und Durkheim). Letztere vertrat die Ansicht, dass die Gesellschaft zwar Veränderungen erfahren könne, diese jedoch in geordneten Bahnen verlaufen sollten. Die Aufgabe der klassischen (konservativen) Soziologie bestand darin, gesellschaftliche Abweichungen zu analysieren, zu korrigieren und Konflikte zu verhindern oder zu bekämpfen.

Die Gründerväter

Der erste, der die Entwicklungsgesetze der Gesellschaft untersuchte, war Montesquieu. Zwar lag sein Fokus auf der Analyse politischer Institutionen, doch betrachtete er diese stets im Kontext der jeweiligen Gesellschaftsform. Für Montesquieu hängen politische Institutionen vom Staat und der Art der Gesellschaft ab. Daher gibt es kein universell gültiges politisches Regime; jede Gesellschaft muss ihre eigene Ordnung aufbauen. Es ist möglich, eine Typologie der Gesellschaften basierend auf historischen Erfahrungen zu erstellen.

Nisbet wies darauf hin, dass die fünf wesentlichen Elemente der soziologischen Ideen sind: Gemeinschaft, Autorität, das Heilige, Status und Ausrichtung.

  • Saint-Simon: Die Gesellschaft ist voller innerer Spannungen, die den Fortschritt vorantreiben. Er bot eine Alternative zwischen revolutionären und konservativen Ansätzen.
  • Comte: Er integrierte Entwicklung und Ordnung in seine Theorie. Er untersuchte die Gesellschaft in zwei Dimensionen: Soziale Statik (Analyse der Existenzbedingungen und Ordnung) und Soziale Dynamik (Analyse der Bewegung und des Fortschritts).
  • Spencer: Sein Ansatz war positivistisch geprägt, da er keine methodischen Unterschiede zwischen der Untersuchung der Natur und der Gesellschaft sah.

Durkheim: Das Problem der Ordnung

Durkheim weist darauf hin, dass menschliches Glück nur möglich ist, wenn die Bedürfnisse begrenzt bleiben. Diese Grenzen sollten nicht in der biologischen oder psychischen Verfassung des Menschen gesucht werden. Da der Mensch dazu neigt, nach Unerreichbarem zu streben und in Enttäuschung zu verfallen, müssen seine Leidenschaften durch eine als fair anerkannte moralische Macht begrenzt werden. Nur die Gesellschaft kann diese vermittelnde Rolle spielen, da sie die einzige moralische Macht ist, die dem Individuum überlegen ist und deren Autorität als legitim akzeptiert wird.

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