Einwanderung in Spanien: Entwicklung und Strukturen
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Einwanderung von Ausländern in Spanien
Spanien hat sich zu einem Einwanderungsland entwickelt. Die vorliegenden Daten beziehen sich auf die legale Einwanderung, während das wahre Ausmaß der irregulären oder illegalen Einwanderung unbekannt bleibt.
In den letzten dreißig Jahren ist die Zahl der legal in Spanien lebenden Ausländer von 65.000 auf 400.000 gestiegen. Zwischen 1989 und 1998 war das Wachstum rasant, lag jedoch mit nur 1 % der gesamten spanischen Bevölkerung unter dem Niveau anderer EU-Länder.
Zusammensetzung der ausländischen Einwanderer
Die Gruppe der ausländischen Einwohner in Spanien umfasst eine Vielzahl von Situationen:
Ausländische Staatsbürger mit Einbürgerung
Die Zahl der Anträge auf die spanische Staatsbürgerschaft ist in den letzten Jahren gestiegen. Jährlich werden etwa 8.000 Einbürgerungen gewährt. Dieses Wachstum beruht zum einen auf der Wiedererlangung der Staatsangehörigkeit durch ehemalige spanische Auswanderer und deren Nachkommen, zum anderen auf dem Wunsch ausländischer Einwanderer nach einer Einbürgerung. Die hohe Zahl lateinamerikanischer Einwanderer unter den neuen Staatsbürgern erklärt sich durch die bevorzugte Behandlung in der spanischen Gesetzgebung.
Arbeitnehmer
In den letzten Jahren gab es jährlich etwa 12.000 neue Arbeitskräfte, die sich mehrheitlich in Madrid und Barcelona niederließen. Ausländische Arbeitskräfte sind primär in folgenden Sektoren tätig:
- Dienstleistungssektor: 67 %
- Landwirtschaft: 13,5 %
- Bau und Industrie: 8 %
Die Herkunftsländer dieser Einwanderer sind Nordafrika, Lateinamerika, Asien, Europa und die USA.
Studenten
Studenten stellen eine bedeutende Gruppe in der internationalen Migration dar. Die Mehrheit konzentriert sich auf die Universitätsstädte Madrid, Granada und Salamanca.
Vertriebene und Flüchtlinge
Ein weiterer Teil der ausländischen Bevölkerung in Spanien besteht aus Flüchtlingen, Asylbewerbern und Vertriebenen. Im Jahr 1984 wurde das Gesetz über das Recht auf Asyl und Flüchtlingsanerkennung verabschiedet. Spanien ist von diesem Thema weniger stark betroffen als Länder wie Frankreich, Belgien oder das Vereinigte Königreich. Die Asylanträge stammen vorwiegend aus Osteuropa, Asien, Afrika und Lateinamerika.
Illegale Einwanderer
Als illegale Einwanderer werden Ausländer definiert, deren Aufenthaltsstatus in Spanien nicht geregelt ist. Rechtlich gesehen können sie weder offiziell arbeiten noch Sozialleistungen beziehen. Die genaue Zahl ist schwer zu ermitteln. Seit der Verabschiedung des Ausländergesetzes im Jahr 1985 wurden daher regelmäßig Regularisierungsprogramme durchgeführt.
Diese Gruppe besteht überwiegend aus jungen Männern, die in Bereichen wie Landwirtschaft, Bauwesen, Hauswirtschaft, Gastronomie und Handel tätig sind. Sie stammen häufig aus Ländern wie Marokko, Argentinien, Peru oder dem Senegal und lassen sich vor allem in Madrid und Barcelona nieder. Armut, Obdachlosigkeit, mangelnde Bildung und soziale Marginalisierung sind häufige Merkmale dieser Gruppe.