Die Eismünzen und die rächende Hand

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Die Eismünzen im Londoner Exil

In London war es so: Die Heizung gab nur Wärme ab, wenn man Münzen einwarf. Mitten im Winter zitterten einige im Exil lebende Lateinamerikaner vor Kälte; sie hatten keine einzige Münze, um die Heizung ihrer Wohnung einzuschalten.

Sie sahen die Heizung starr an, ohne mit der Wimper zu zucken. Sie sahen aus wie Betende vor einem Totem, in einer Gebetshaltung. Aber sie waren arme Schiffbrüchige, die sich überlegten, wie sie dem Britischen Weltreich ein Ende bereiten könnten. Wenn sie Münzen aus Blech oder Pappe einwerfen würden, dann würde die Heizung zwar angehen, aber der Hausmeister – die Person, die die Münzen einsammelt – würde später die Beweise der „Gemeinheit“ finden.

„Was sollen wir machen?“, fragten sich die Flüchtlinge. Die Kälte ließ sie zittern, als hätten sie Malaria. Plötzlich stieß einer von ihnen einen wilden Schrei aus, der die Fundamente der westlichen Zivilisation erschütterte. So entstand die Eismünze, erfunden von einem armen, frierenden Mann.

Sofort machten sie sich an die Arbeit. Sie fertigten Formen aus Wachs, die die britischen Münzen perfekt nachbildeten, füllten sie mit Wasser und legten sie in das Eisfach des Kühlschranks. Die Eismünzen hinterließen keine Spuren, da sie durch die Wärme verdampften. Und so wurde aus der Londoner Wohnung ein Strand in der Karibik.

Die rächende Hand des Ramiro Ruiz

Doktor Alejo wurde ermordet. Er wurde zweifellos erwürgt. Niemand war ins Haus eingebrochen, obwohl der Arzt aus gesundheitlichen Gründen bei geöffnetem Balkon schlief. Seine Wohnung lag so hoch, dass man nicht davon ausgehen konnte, dass der Mörder durch den Balkon eingedrungen war.

Die Polizei konnte keine Spur dieses Verbrechens finden und wollte die Angelegenheit schon abschließen, als die Frau und das Dienstmädchen des Toten voller Angst zur Polizeistation gingen. Etwas war oben von einem Schrank herunter auf den Tisch gefallen, hatte sie „angeschaut“, „gesehen“ und war dann durch das Zimmer geflüchtet – alleine und lebendig wie eine Spinne. Dort im Zimmer hatten sie es eingesperrt.

Voller Entsetzen kamen die Polizei und der Richter. Es war ihre Pflicht. Es war sehr schwierig, die Hand zu jagen, aber sie fingen sie ein. Alle hatten einen Finger gegriffen, denn sie war so stark, als hätte sie die Kraft eines kräftigen Mannes.

Was sollten sie mit ihr machen? Welches Licht würde dies auf das Ereignis werfen? Wie kann man über sie urteilen? Von wem war die Hand? Nach einer langen Pause hatte der Richter die Idee, ihr eine Feder zu geben, damit sie eine schriftliche Aussage machen könnte. Die Hand schrieb:

„Ich bin die Hand von Ramiro Ruiz, der vom Arzt im Krankenhaus auf gemeine Art und Weise ermordet und im Anatomiesaal grausam zerstückelt wurde. Ich habe ihm Gerechtigkeit widerfahren lassen.“

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