Energiequellen in Spanien: Rohstoffe, Kohle, Erdöl und erneuerbare Energien
Eingeordnet in Geographie
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 6,64 KB
Energiequellen und Rohstoffe in Spanien
Energiequellen und Rohstoffe werden in zwei Typen unterteilt: Energiequellen und Rohstoffe, die aus organischen oder mineralischen Ursprüngen stammen.
Mineralische Rohstoffe
- Metallische Minerale findet man in bestimmten Sockelbereichen.
- Nichtmetallische Minerale finden sich in paläozoischen Formationen.
- Industriegesteine (Ton, Sand, Kalkstein usw.) werden in großen Mengen abgebaut.
Die nationale Produktion an Mineralien ist für den Bedarf in vielen Fällen unzureichend, sodass Spanien auf Importe angewiesen ist. Der spanische Bergbau ist daher defizitär.
Die spanische Politik im Rahmen der EU zielt darauf ab, den nationalen Bergbau wettbewerbsfähiger zu machen, den Lebensraum zu verbessern und die Umwelt zu schützen. Diese Politik hat zur Schließung vieler Minen geführt.
Energiequellen als Ressourcen
Energiequellen sind nützliche Ressourcen, die verschiedene Anwendungen in Industrie und Haushalt bieten. Spanien ist ein Beispiel für das Ungleichgewicht und die Abhängigkeit im Energiebereich, da der Energieverbrauch die Produktion deutlich übersteigt. Dies hat seinen Ursprung in der Industrialisierung des Landes.
1. Primäre Energiequellen
Kohle
Kohle ist ein festes, schwarz gefärbtes Gestein, das durch die Zersetzung pflanzlicher Stoffe über Millionen von Jahren entstanden ist. Ihr Heizwert und ihre Qualität hängen von diesem langen Prozess ab.
Während der industriellen Revolution spielte Kohle eine hegemoniale Rolle. Die spanische Kohleproduktion wuchs dank ausländischer Konkurrenz und Protektionismus, da importierte Kohle günstiger war. Seit 1984 ist die Produktion jedoch gesunken. Dafür gibt es zwei Hauptprobleme: Viele reiche Vorkommen sind erschöpft, andere haben ungünstige Eigenschaften, und der Abbau ist zunehmend begrenzt. Viele Minen sind unterirdisch und kleinteilig organisiert, was den Abbau erschwert.
Die Inlandsnachfrage und die Industrie haben abgenommen. Der EU-Beitritt hat die traditionellen Preise liberalisiert. Der Kohlebergbau ist in dreizehn größeren Konzessionen konzentriert, von denen sich die meisten in Asturien befinden. Das wesentliche Ziel der Kohle ist die Stromerzeugung in thermischen Kraftwerken, während hydroelektrische Kraftwerke ebenfalls einen Teil der Produktion übernehmen.
Erdöl
Erdöl ist ein dunkles Mineralöl, bestehend aus einem sehr komplexen Gemisch von Kohlenwasserstoffen. Es belegt in Spanien den ersten Platz unter den Energiequellen.
Die Erdölförderung in Spanien entwickelte sich ab den 1960er-Jahren, die inländische Produktion ist jedoch gering und findet vor allem an der Mittelmeerküste statt. Erdölprodukte sind vielfältig und haben zahlreiche Anwendungen, insbesondere in Industrie und Verkehr.
Erdgas
Erdgas ist ein Gemisch gasförmiger Kohlenwasserstoffe, vor allem Methan. Es ist eine der neueren Energiequellen. Sein Anteil am Verbrauch ist noch nicht sehr hoch, wächst aber stetig.
Die inländische Produktion ist gering und befindet sich vor allem in Huelva und im Baskenland. Seit 1976 besteht ein Wachstum der Förderung. Insgesamt reicht die Produktion nicht aus, weshalb Spanien auf Importe angewiesen ist. Butan, Propan und Naphtha werden für verschiedene Anwendungen genutzt: industrielle Zwecke, Umwandlungsprozesse und den häuslichen Gebrauch.
Kernenergie
Kernenergie wird durch Kernspaltung gewonnen, bei der schwere Atome von Uran gespalten werden. In Spanien ist sie eine recente Energiequelle, deren Ausbau vor allem in den Jahren nach der Ölkrise von 1975 notwendig wurde, um die Abhängigkeit vom Erdöl zu verringern.
Uran wird in Salamanca gewonnen. Spanien betreibt neun Kernreaktoren zur Stromerzeugung. Die Hauptprobleme der Kernenergie sind die externe Abhängigkeit beim Uran, da es nicht im Inland angereichert werden kann, sowie die Risiken und Sicherheitsfragen der bestehenden Anlagen.
Wasserkraft
Wasserkraft ist eine erneuerbare Energiequelle: Wasser wird in Stauseen oder Seen gespeichert und bewegt direkt Turbinen. Die Produktion befindet sich zur Hälfte im Norden der Halbinsel und an den Küstengewässern des Mittelmeers. Ihre Hauptanwendung ist die Stromerzeugung.
Wasserkraft bietet die Vorteile, dass sie erneuerbar, umweltfreundlich und sofort verfügbar ist, bringt aber auch eigene Probleme mit sich.
2. Neue erneuerbare Energiequellen
Der Verbrauch erneuerbarer Energien hat seit der Ölkrise zugenommen, um die Abhängigkeit zu verringern und die Selbstversorgung zu erhöhen. In Spanien bieten die vielfältigen natürlichen Gegebenheiten günstige Bedingungen für erneuerbare Energien.
Man unterscheidet verschiedene Arten erneuerbarer Energie:
- Kleinwasserkraft: Minikraftwerke und Kleinkraftwerke der Wasserkraft.
- Windenergie: Die Kraft des Windes wird in mechanische oder elektrische Energie umgewandelt. Besonders prominent sind Galicien und Navarra.
- Biomasse: Biologische Abfälle aus Landwirtschaft und Forstwirtschaft werden energetisch genutzt.
- Solarenergie: Licht oder Wärme der Sonne werden thermisch oder fotovoltaisch genutzt.
- Geothermie: Heißer Dampf oder warmes Grundwasser wird zur Energiegewinnung verwendet.
3. Sekundäre Energiequellen: Elektrizität
Primäre Energiequellen können nicht unmittelbar genutzt werden und müssen in nutzbare Formen umgewandelt werden, insbesondere in Elektrizität. In Spanien stammt mehr als die Hälfte der Stromerzeugung aus konventionellen thermischen Kraftwerken, der Rest aus Kernspaltung und Wasserkraft.
4. Die spanische Energiepolitik
Die spanische Energiepolitik hat sich in Bezug auf die Rückständigkeit gegenüber anderen Ländern neu ausgerichtet. Zudem wurde im Jahr 1986 der Plan für erneuerbare Energien gestartet.
a) Ziele der EU-Energiepolitik
- Eine sichere Versorgung garantieren
- Erneuerbare Energiequellen fördern
- Die Wettbewerbsfähigkeit des Marktes stärken
- Negative Auswirkungen auf die Umwelt vermeiden
b) Der neue nationale Energieplan (PEN)
Der neue PEN erhöht signifikant den Verbrauch von Gas und setzt sich für die Umweltziele ein.
c) Förderung erneuerbarer Energien
Der Plan zur Förderung erneuerbarer Energien hat das EU-Ziel für das Jahr 2010 übernommen: 12 % der Primärenergieerzeugung sollen aus erneuerbaren Quellen stammen.