Enkulturation und sozialer Wandel: Medien & Kontrolle
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Effekte von Enkulturationspraktiken und sozialer Wandel
Enkulturierende Funktion: Geschichten (Fiktion, Zeitgeschehen, Geschichte, Lernen ...) – Repräsentation subjektiver und kollektiver Vorstellungen?
Kognitive Ebene: Persönliche Vorstellungen der Akteure / Kongruenz zwischen Zielen oder Berufungen und sozialen Positionen?
Sozialhistorische Ebene: Soziale Praktiken innerhalb der Gruppe / Positionen und Funktionen der Akteure?
Historische Ebene: Sozialer Wandel / Rahmen für soziales Handeln.
Der Prozess der Enkulturation
Enkulturation: Es ist ein linearer Prozess, der gesellschaftliche Veränderungen anleiten kann. Diese erfordern meist eine lange Zeit, können aber auch plötzlich auftreten. Der Enkulturationsprozess beginnt mit Geschichten. Kommunikation spielt eine entscheidende Rolle bei der gesellschaftlichen Enkulturation.
Der Enkulturationsprozess kann auch umgekehrt verlaufen. Als Rahmenbedingungen für gesellschaftliches Handeln besitzt jede Gesellschaft diese Strukturen: kulturelle und rechtliche. Zum Beispiel war der Rahmen für eine Ehe bislang auf einen Mann und eine Frau beschränkt, hat sich nun jedoch geändert und erlaubt die Ehe zwischen zwei Personen des gleichen Geschlechts.
Kognitive Fähigkeiten: Wir erstellen eine kognitive Repräsentation der Geschichten, was wiederum zur Veränderung sozialer Repräsentationen beiträgt.
Subjektive Darstellung: Die angenommene Basis der sozialen Rahmenbedingungen geht den Zielen voraus, welche sich wiederum in kollektive Repräsentationen verwandeln.
Konsistenz: Persönliche Ziele verändern sich. Es ist die Konsistenz mit den Rahmenbedingungen, die unsere Position in der Welt bestimmen. War das Ziel früher noch, verheiratet zu sein und Kinder zu haben, so kann das Ziel heute darin bestehen, sich beruflich selbst zu verwirklichen.
Uns wurden Positionen durch bestimmte Rahmenbedingungen vorgegeben, sodass wir uns entsprechend verhalten und diese nach unseren Vorstellungen gestalten können.
Ideologische Vorstellungen und Kontrolle
Ideologische Vorstellungen werden zur sozialen Steuerung eingesetzt und müssen zwei Bedingungen erfüllen:
1) Sie bieten eine Vision einer Gesellschaft, die unterstützt wird durch:
- Veränderungen auf der Ebene der Infra- und Suprastruktur.
- Die Erhaltung der Strukturen.
2) Sie bieten kognitive und emotionale Belohnungen durch:
- Die Neugier, etwas über die Welt zu erfahren (selbst über die Welt der anderen).
- Das Bedürfnis, einer Gruppe oder einem Club anzugehören (z. B. als Anhänger von etwas).
- Das Bedürfnis, sich sicher zu fühlen.
Bestimmte Veränderungen in der sozialen Ordnung wirken sich auf Enkulturationsprozesse aus. Veränderungen in der Gesellschaft beeinflussen die soziale Ordnung und damit das soziale Verhalten. Beispiel: Früher war der Körperkult nicht so wichtig, heute scheint sich fast jeder intensiv darum zu kümmern.
Der Wechsel in den Repräsentationen kann zu einer Transformation der sozialen Organisation von Individuen führen, was wiederum Veränderungen auf kollektiver Ebene und im sozialen Gefüge bewirkt.
Studie zur Kontrolle durch die Nutzung von Informationen
| Kognitive Ebene | Soziale Ebene (Stories) | Kommunikative Produktion |
|---|---|---|
| Vorstellungen: kognitiv | Vorstellungen: sozial | Material-Objekte (Herstellung und Verbreitung von sozialen Repräsentationen) |
| Einfluss | Ansatz, Daten, Auswertung | Kulturelle Produktion, Repräsentation. Produktion materieller Güter für die Verbreitung von Darstellungen |
| Genetische Psychologie, Sozialpsychologie, Pädagogik, Informatik | Vermittelnde Organe der Gemeinschaft. Kollektive Repräsentationen | Informationen, um anderen zu dienen |
Sozialer Austausch und das kommunikative System
Soziale Kontrolle und Innovationen
Soziale Kontrolle:
- Politische Institutionen mit Kontrolle über die Medien: TVE, EFE ...
- Soziale Einrichtungen, die die öffentliche Kommunikation beeinflussen und steuern: Unternehmen und Institutionen nicht-kommunikativer Art (Telefónica, BBVA ...)
Innovationen:
- Veränderungen in den Referenzobjekten.
- Änderungen in den Themen.
- Änderungen in den Bewertungen.
- Veränderungen in den Kommunikationsprodukten.
Kommunikationssysteme spielen eine entscheidende Rolle im gesellschaftlichen Wandel; es gibt keine Autonomie zwischen den beiden Systemen (soziales und kommunikatives System). Der Einsatz von Kapital in den Medien kann deren Inhalte bestimmen.
Kontrolle der Massenmedien (MCM)
- Die Massenmedien legitimieren oder delegitimieren das institutionelle Funktionieren: Das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Kommunikationsinstitutionen und institutionelle Garantien.
- Soziopolitische Transformationen durch Informationen aus den Massenmedien: Rücktritte aufgrund von politischen Skandalen in den Medien.
Leitfaden für soziales Handeln
- Die Geschichten bieten neue Interpretationen gesellschaftlicher Ereignisse.
- Transformationen in den kollektiven Vorstellungen.
- Veränderung des individuellen und kollektiven Verhaltens.
Die Medien neigen manchmal dazu, Orientierung und soziales Handeln zu indoktrinieren. Der Wechsel in den Repräsentationen führt zu einer Veränderung im Verhalten.
Struktureller Vergleich der Systeme
| Ebene | Soziales System | Kommunikationssystem |
|---|---|---|
| Aufbau (kognitive Natur) | Regeln, Ideen und Überzeugungen | Kulturelle Produktion durch Geschichten und Repräsentationen |
| Struktur (organisatorische Natur) | Organisationen für die Produktion und soziale Reproduktion | Vermittelnde Kommunikationsinstitutionen (gut kapitalisiert und in wenigen Händen) |
| Infrastruktur (materieller Art) | Ressourcen, Anlagen und Produktionskraft (Materialien, Werkzeuge) | Mittel zur Produktion, Verbreitung und Rezeption von Informationen |