Die Entdeckung Amerikas und das Zeitalter der Eroberungen

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Handel im Mittelalter und neue Seewege

Im Mittelalter verlief der europäische Handel mit dem Osten über die Seidenstraße. Die Waren reisten über das Mittelmeer, kamen nach Konstantinopel und von dort nach Asien.

Der afrikanische Pfad

Die Entdecker erreichten die Inseln Madeira und die Azoren. Später gelangten sie zum Golf von Guinea.

Der Seeweg nach Indien

Vasco da Gama erreichte die Küste von Indien im Jahr 1498, was den Weg zurück zu den Molukken ebnete. Die große Entwicklung der Kartographie brachte Portolane hervor, Seekarten, welche die Häfen und Küsten detailliert darstellten. Zudem gab es neue Apparate wie das Ruder, den Kompass und das Astrolabium.

Christoph Kolumbus und die Entdeckung Amerikas

Christoph Kolumbus glaubte, Asien erreichen zu können. Er stellte sein Projekt den Katholischen Königen vor und unterzeichnete die Kapitulation von Santa Fe. Im Jahr 1492 stach er vom Hafen Palos de la Frontera aus in See. Die Expedition bestand aus einem Schiff und zwei Karavellen mit insgesamt 105 Seeleuten.

Im Jahr 1492 erfolgte die Landung auf Guanahani, das Kolumbus San Salvador nannte. Danach erreichten sie Kuba und Haiti. Im Jahr 1493 kehrte er nach Spanien zurück.

Die weiteren Reisen des Kolumbus

  • Zweite Reise (1493): Kolumbus ließ sich auf der Insel nieder, die er La Española (Santo Domingo) nannte.
  • Dritte Reise (1498): Er startete von Cádiz aus und erreichte die Insel Trinidad sowie die Mündung des Orinoco in Amerika.
  • Vierte Reise (1502): Er segelte erneut von Cádiz aus und erkundete die Küste Mittelamerikas.

Der Vertrag von Tordesillas

Am 7. Juni 1494 schlossen Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragón mit Johann II. von Portugal den Vertrag von Tordesillas. Darin wurde eine Aufteilung der Gebiete zur Eroberung und Annexion der Neuen Welt durch eine Linie im Atlantischen Ozean festgelegt. Es war eine geografische und politische Vereinbarung zwischen Spanien und Portugal.

Die Irrtümer des Kolumbus

Kolumbus wusste zwar, dass die Erde eine Kugel ist, aber er irrte sich im Durchmesser. Er glaubte fälschlicherweise, dass es nur ein einziges Meer zwischen Europa und Asien gäbe.

Entdeckung des Pazifiks und Weltumsegelung

Vasco Núñez de Balboa überquerte 1513 den Isthmus von Panama und entdeckte einen neuen Ozean, den er Südsee nannte. Im Jahr 1519 organisierte Ferdinand Magellan im Dienste der spanischen Krone eine Expedition, welche die maritime Kommunikation zwischen dem Atlantik und dem Pazifik verstärkte. Sie brachen von Sanlúcar de Barrameda auf und vollendeten die erste Weltumsegelung.

Die Kapitulationen von Santa Fe

Dies sind die am 17. April 1492 in der Stadt Santa Fe unterzeichneten Dokumente. Sie spiegeln die Vereinbarungen zwischen den Katholischen Königen und Christoph Kolumbus über die geplante Expedition zu den Inseln auf dem westlichen Seeweg wider.

Der unbekannte Kontinent und seine Hochkulturen

Bei der Ankunft der Europäer bewohnten Völker den Kontinent, die wohlhabende Zivilisationen und große Reiche geschaffen hatten: Azteken, Maya und Inka. Die Europäer nannten das Gebiet fälschlicherweise Indien.

  • Die Maya: Sie waren Maisbauern und in unabhängigen Stadtstaaten organisiert. Sie besaßen hohe Kenntnisse in Astronomie und Mathematik und errichteten beeindruckende Tempel und Paläste.
  • Die Azteken: Ein kriegerisches Volk, das ein großes Reich eroberte. Die politische und religiöse Macht konzentrierte sich in den Händen eines Kaisers. Landwirtschaft und Handel waren die wichtigsten Wirtschaftszweige.
  • Die Inkas: Ein von Bauern geprägtes Volk, das von einem Kaiser regiert wurde, der wie ein Gott verehrt wurde und den Titel Inka trug.

Die Eroberung von Mexiko und Peru

Eroberung Mexikos

Im Jahr 1518 brach Hernán Cortés von Kuba auf und landete in Mexiko, das von den Azteken bewohnt wurde. Er ging militärisch gegen sie vor, eignete sich ihre Reichtümer an und nahm ihren Kaiser als Geisel.

Eroberung Perus

1531 eroberte Francisco Pizarro das Inka-Reich. Die Expedition führte zu entscheidenden Kämpfen gegen die Inkas. Die Schlacht von Cajamarca war besonders blutig, wobei viele Indigene getötet wurden.

Verwaltung und Gesellschaft in Spanisch-Amerika

Die eroberten Territorien fielen an die Krone von Kastilien. Man führte die spanische Sprache, Kultur, Religion und Gesetze ein. Der Indienrat (Consejo de Indias) wurde als zuständige Behörde für amerikanische Angelegenheiten eingesetzt.

Die neuen Gebiete waren eine wichtige Einnahmequelle für Kastilien, insbesondere durch Landwirtschaft und Minen. Die Arbeit im Bergbau basierte auf der Ausbeutung der indigenen Bevölkerung. Die Krone versuchte, Missstände durch die Gesetze von Indien (Leyes de Indias) zu verhindern. Bartolomé de las Casas prangerte die Ausbeutung der amerikanischen Ureinwohner durch die Kolonisatoren an.

Handel mit Amerika

Aus Amerika kamen Gold, Silber, Mais, Kartoffeln und Kakao. Das Monopol für diesen Handel wurde dem Hafen von Sevilla zugestanden. Im Jahr 1503 wurde die Casa de Contratación in Sevilla gegründet, um den gewerblichen Verkehr zu kontrollieren und den Quinto Real (das königliche Fünftel) für die Krone sicherzustellen.

Die koloniale Gesellschaft

Die Gesellschaft war konservativ und rassistisch geprägt. Die in Amerika geborenen Kinder von Spaniern (Kreolen) hatten zunächst einen geringeren Status als die in Spanien geborenen Spanier und wurden von den höchsten Ämtern ausgeschlossen. Darunter standen in der sozialen Hierarchie die Indigenen und Mestizen. Sklaven wurden aus Äquatorialafrika importiert und bildeten die unterste Stufe der Gesellschaft.

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