Die Entstehung der Bibel und das Leben zur Zeit Jesu

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Die Entstehung der Bibel

Die Entstehung der Bibel war ein langer Prozess, der etwa 1000 Jahre vor Christus begann und am Ende des ersten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung endete. Dabei lassen sich verschiedene Phasen unterscheiden:

  • Ein wichtiges Ereignis: Ein prägendes Erlebnis findet statt.
  • Religiöse Reflexion: Über dieses Ereignis wird nachgedacht, um ihm eine religiöse Bedeutung zu verleihen.
  • Mündliche Überlieferung: Diese Reflexion wird über Generationen hinweg mündlich weitergegeben.
  • Schriftliche Fixierung: Nach einiger Zeit – manchmal erst nach Jahrhunderten – wurden diese Überlieferungen schriftlich festgehalten.
  • Liturgische Nutzung: Diese Schriften wurden bei religiösen Feiern und in der Familie gelesen.
  • Kanonisierung: Alle diese Bücher wurden zusammengefügt und bilden die heutige Form der Bibel.

Palästina zur Zeit Jesu

Palästina ist ein schmaler Landstreifen entlang der östlichen Mittelmeerküste (etwas kleiner als Galicien). Das Klima und die Landschaft sind mediterran geprägt, und die Landwirtschaft ähnelt der spanischen Trockenlandwirtschaft.

Die drei wichtigsten Regionen

Zur Zeit Jesu war Palästina in sieben Regionen unterteilt, wobei drei besonders bekannt sind:

  • Galiläa: Im Norden gelegen, war es die reichste und fruchtbarste Region.
  • Samaria: In der Mitte gelegen, war es ebenfalls fruchtbar, jedoch gab es eine traditionelle Feindschaft zwischen den Bewohnern und den Juden.
  • Judäa: Im Süden gelegen, war es die größte und ärmste Region, in der sich Jerusalem befindet.

Apokryphe Evangelien

Es gibt zudem sogenannte apokryphe Evangelien, die sich speziell mit zwei Lebensphasen Jesu befassen: seiner Kindheit und seinem Leiden. Sie erschienen später und wurden von der Kirche nie als Wort Gottes anerkannt. Zu den bekanntesten zählen das Evangelium der Nazarener und das Thomas-Evangelium.

Gesellschaftliche Strukturen

Führungsschichten

  • Hohepriester: Hatten die oberste Verantwortung und leiteten den Sanhedrin (eine Art Rat mit legislativen und exekutiven Befugnissen).
  • Sadduzäer: Sie gehörten zur Oberschicht der Gesellschaft.

Soziale Gruppen

  • Priester: Lebten von Opfergaben und eigener Arbeit.
  • Schriftgelehrte: Ihre Aufgabe war es, das Gesetz zu erklären und an neue Zeiten anzupassen.
  • Pharisäer: Fromme Männer, die das Gesetz kannten und buchstabengetreu erfüllten.
  • Zeloten: Eine extremistische, militante Bewegung.
  • Frauen: Sie hatten nicht die gleichen bürgerlichen und religiösen Rechte wie Männer. Sie unterstanden erst dem Vater und nach der Heirat (meist im Alter von 12 bis 14 Jahren) vollständig dem Ehemann.

Ausgegrenzte Gruppen

  • Zöllner: Waren gesellschaftlich geächtet.
  • Kranke: Besonders Menschen mit Hautkrankheiten wie Lepra oder psychischen Erkrankungen.
  • Heiden und öffentliche Sünder: Nichtjuden sowie Prostituierte, Diebe, Ehebrecher und Hirten.

Das Wort Evangelium

Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet „gute Nachricht“ oder „Botschaft, die Glück bringt“. Für die ersten Christen war die gute Nachricht Jesus Christus selbst: sein Leben, seine Botschaft und sein Heil.

Die Evangelien als Zeugnisse

Die Evangelien sind keine Biografien im modernen Sinne. Obwohl sie Fakten und Ereignisse aus dem Leben Jesu enthalten, wurden sie nicht von Biografen verfasst. Vielmehr sind sie Zeugenaussagen von Menschen, die an Jesus glaubten und seine Botschaft sowie sein Heil verkünden wollten.

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