Die Entstehung der juristischen Rationalität

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Rechtliche Herrschaft: Die Entstehung der juristischen Rationalität

Die Analyse der charismatischen und traditionellen Herrschaft erfolgt in drei Schritten: Analyse der Dokumentation, Formulierung allgemeiner Konzepte sowie die praktische Umsetzung und Überprüfung der Medien bei der Legitimierung und Organisation.

Traditionelle Herrschaft ist ein Attribut der häuslichen Gemeinschaft, die durch Konflikte gedämpft werden kann, während charismatische Autorität Brüche erzeugt und die Entpersönlichung vorantreibt. Im Gegensatz dazu ist die gesetzliche Regel das Ergebnis eines menschlichen Plans sowie einer allmählichen Entwicklung und Evolution.

Unter dem Einfluss von Hegels Geschichtsphilosophie, die Ereignisse nicht als bloßen Zufall versteht, wird die rechtliche Regelung als Ergebnis einer fortschreitenden Entwicklung betrachtet. Der eigentliche Gegenstand der Analyse ist nicht das Handeln der Menschen, sondern deren Denken über ihr Handeln. Da jeder Mensch vernünftig und leidenschaftlich zugleich ist, müssen wir die Leidenschaften hinter der Rationalität und die Argumentation hinter den Leidenschaften suchen.

Entstehung der juristischen Rationalität

Vom theoretischen Standpunkt aus hat die allgemeine Tendenz der Rechtsprechung folgende Schritte durchlaufen:

  1. Charismatische rechtliche Offenbarung durch den Propheten des Gesetzes.
  2. Erstellung und empirische Entdeckung des Gesetzes durch juristische Honoratioren.
  3. Befugnisse der Strafverfolgungsbehörden durch weltliche oder theokratische Mächte.
  4. Systematische Entwicklung durch professionalisiertes Recht und eine Justizverwaltung, die von technisch ausgebildeten Personen durchgeführt wird.

Charismatische Offenbarung des Gesetzes

Die rechtlichen Prophezeiungen wurden von Propheten und Priestern interpretiert, die Rechtsstreitigkeiten schlichteten. Die Zwangsgewalt wurde von politischen Beauftragten ausgeübt.

Weber identifizierte Gruppen als Träger von Ideen im historischen Wandel:

  • Propheten: Charismatische Gesetzesgelehrte, die aufgrund ihrer magischen Qualitäten ausgewählt wurden.
  • Juristische Honoratioren: Berechtigte Bedienstete, deren Position oft erblich war.

Strafverfolgung

Die Einführung von Rechtsvorschriften erfolgte durch weltliche und theokratische Mächte, um den Einfluss von Versammlungen zu begrenzen.

Kirche und juristische Rationalität

Ursachen der formalen Rationalität im kanonischen Recht:

  • Regelung der Beziehungen zu weltlichen Behörden durch normative Vorstellungen von Gerechtigkeit.
  • Übernahme der Logik der antiken Philosophie.
  • Schaffung der ersten Rechtsinstanzen nach germanischem Modell.
  • Rationalisierung des mittelalterlichen kanonischen Rechts durch die Universität.
  • Entwicklung grundlegender Gesetze, Verordnungen und Beschlüsse durch kirchliche Juristen.
  • Bildung einer autonomen bürokratischen Hierarchie innerhalb der Kirche.

Staat und juristische Rationalität

Die Macht des Monarchen wurde erweitert, um Frieden und Ordnung zu gewährleisten. Es wurde vereinbart, das Urteil von zwölf Geschworenen anstelle alter magischer Verfahren zu akzeptieren. Die Schaffung von Gesetzen resultierte aus dem Machtkampf zwischen den Ständen und Interessenkonflikten. Der König schuf einen Beamtenapparat, der von ihm abhängig war. Die wahre Systematik entstand durch universitäre Ausbildung von Richtern, die das römische Recht anwandten.

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