Britisches Parlament: Entwicklung von den Anfängen bis 1689
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Zusammenfassung
Dieses Dokument zeigt, wie sich das britische Parlament von seinen Anfängen bis zur Glorreichen Revolution entwickelte. Es beschreibt die Tudor-Zeit mit der Neuen Monarchie, den Machtkampf zwischen Krone und Parlament unter den Stuarts, den Bürgerkrieg und das Interregnum sowie die Restauration. Am Ende steht die Glorreiche Revolution von 1688, in der das Parlament den Monarchen entthronte.
Kernpunkte
- Unter den Tudors, ab 1485, wurde die Macht zentralisiert. Das Parlament verlor an Einfluss und diente der Monarchie zur Legitimierung ihrer Handlungen.
- Die Petition of Right von 1628 bekräftigte die Souveränität des Parlaments und das Recht auf persönliche Freiheit.
- 1642 brach ein Bürgerkrieg zwischen König und Parlament aus. 1649 wurde der König hingerichtet und die Monarchie endete.
- Das Instrument of Government entstand unter Oliver Cromwell (1653 bis 1658) und gilt im Text als erste geschriebene Verfassung eines modernen Staates.
- 1660 folgte unter Karl II. die Restauration der Monarchie.
- Die Tories (Königstreue, Konservative) und die Whigs (Dissidenten, Liberale) bildeten sich als politische Parteien.
- 1688 entthronte das britische Parlament in der Glorreichen Revolution den Monarchen Jakob II., der nach Frankreich floh.
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Die Entstehung des Parlaments
Im Jahre 1265 berief das britische Parlament, bekannt als Magnum Concilium, Vertreter von Städten und Grafschaften ein. Aufgrund der Tendenz von Klerus und Adel, sich separat zu versammeln, wurde 1343 ein Zweikammersystem formalisiert.
Die Tudor-Dynastie und die Neue Monarchie (1485-1603)
Mit dem Beginn der Tudor-Dynastie unter Heinrich VII. im Jahr 1485 begann die Ära der Neuen Monarchie. Diese zeichnete sich durch eine moderne Staatsorganisation und starke Zentralisierung der Macht aus. Die treibende Kraft dieser Epoche war das Bürgertum, das mittelalterliche Institutionen abschaffte und die Instrumente des Staates begrüßte. Der Geheime Rat (Curia Regis) gewann an Bedeutung, während das Parlament an Einfluss verlor. Der Geheime Rat entwickelte sich zu einer Institution von Ministern ohne Opposition zum König. 1553 teilte Eduard VI. den Rat in fünf Ausschüsse und schuf ein unabhängiges zentrales Gericht, die Star Chamber. Das Parlament diente der Monarchie als Werkzeug zur Legitimierung ihrer Handlungen. Das im Parlament vertretene Bürgertum nutzte dieses, um seine Interessen durchzusetzen.
Die Stuart-Dynastie und der Kampf um die Vorherrschaft (1603-1649)
Die Thronbesteigung von Jakob I., König von Schottland und Erbe der Tudors, im Jahr 1604 markierte den Beginn eines Machtkampfes zwischen Krone und Parlament. Unter Karl I. verschärfte sich dieser Konflikt durch die königliche Gerichtsbarkeit (Star Chamber) und die Einführung neuer Steuern. 1628 unterzeichnete der König die Petition of Right, die die Souveränität des Parlaments und das Recht auf persönliche Freiheit bekräftigte. Das Parlament versuchte, seine Macht auf Kosten des Geheimen Rates zurückzugewinnen.
Bürgerkrieg und Interregnum (1642-1660)
Nach elf Jahren ohne Parlamentssitzung brach 1642 ein Bürgerkrieg zwischen König und Parlament aus, der 1649 mit der Hinrichtung des Königs und dem Ende der Monarchie endete. Der Bürgerkrieg hatte auch eine religiöse Dimension als Kampf zwischen Anglikanismus und Puritanismus. Das House of Lords wurde abgeschafft und ein Staatsrat im Namen des Parlaments eingesetzt. Unter Oliver Cromwells Diktatur (1653-1658) entstand mit dem Instrument of Government die erste geschriebene Verfassung eines modernen Staates.
Die Restauration und die Glorreiche Revolution (1660-1689)
Nach einer kurzen Phase der Anarchie folgte 1660 die Restauration der Monarchie unter Karl II. Es entstand ein Gleichgewicht zwischen traditionellen Kräften, Rechtsstaatlichkeit und den Errungenschaften des Parlaments. Die religiöse Frage führte jedoch zu Instabilität. In dieser Zeit bildeten sich die politischen Parteien der Tories (Königstreue, Konservative) und der Whigs (Dissidenten, Liberale). Jakob II. erbte einen nahezu absolutistischen Thron. Seine Ehe mit einer Katholikin und die Aufhebung der Declaration of Indulgence 1687 führten zu Widerstand im Parlament. Jakob II. floh nach Frankreich. 1688 siegte das Parlament in der Glorreichen Revolution. Im Gegensatz zum übrigen Europa, wo absolute Monarchien herrschten, entthronte das britische Parlament den Monarchen. Die ersten Wahlen im Jahr 1679 führten zur ersten konstitutionellen Regierung. Das 1689 gewählte Parlament verabschiedete den Habeas Corpus Act, der willkürliche Verhaftungen verhinderte und den Weg für ein System der Freiheitsrechte ebnete.
Häufige Fragen
Was geschah 1688 in Großbritannien?
In der Glorreichen Revolution siegte das Parlament. Im Gegensatz zum übrigen Europa, wo absolute Monarchien herrschten, entthronte es den Monarchen. Jakob II. floh nach Frankreich.
Welche politischen Parteien entstanden in dieser Zeit?
Der Text nennt die Tories als Königstreue und Konservative sowie die Whigs als Dissidenten und Liberale.
Welche Rolle spielte Oliver Cromwell?
Unter seiner Diktatur von 1653 bis 1658 entstand das Instrument of Government.
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