Die Entwicklung der katalanischen Literatur und Lyrik

Eingeordnet in Sprache und Philologie

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 3,77 KB

Die Troubadourdichtung im 12. Jahrhundert

Ab dem zwölften Jahrhundert führte die Entwicklung zur Entstehung der frühesten literarischen Romantik. Es wurden zwar nicht-poetische Texte auf Katalanisch verfasst, die Poesie jedoch blieb in Okzitanisch oder Provenzalisch verfasst.

Das zentrale Thema war die höfische Liebeslyrik, die den Feudalismus widerspiegelte. Die höfische Liebe wird als eine erwachsene Liebe dargestellt: Der Dichter verliebt sich in eine verheiratete Frau, deren Name jedoch nie explizit genannt wird.

Die Akteure der höfischen Liebe

  • Die Dame: Bezeichnet als Midons (Herr).
  • Der Troubadour: Der Liebende.
  • Der betrogene Ehemann: Bekannt als Gilós.
  • Die Verleumder: Die Lausengiers, welche die Liebenden verraten.

Aufkommen der Bourgeoisie

Mit dem Aufkommen der Bourgeoisie wandelte sich die Lyrik in eine Poesie des Rates um, was bedeutete, dass die Werke von einer Jury in einer Art Wettbewerb bewertet wurden.

Ausiàs March (1397–1459)

Er war der Sohn des Dichters Pere March und Eleanor Ripoll und hatte eine gehörlose Schwester namens Peirona. Er diente dem König als Falkner. Er war zunächst mit Isabel Martorell und später mit Joana Escorna verheiratet. Er hinterließ keine legitimen Erben, jedoch uneheliche Kinder. Er verstarb am 3. März 1459.

Das literarische Werk

Sein Werk besteht aus 128 Gedichten:

  • Cants d'amor (Liebeslieder): Darin erscheinen Frauen aus Fleisch und Blut mit Fehlern und Tugenden.
  • Cants de mort (Gesänge des Todes): Sechs Kompositionen, die dem Tod seiner zweiten Frau gewidmet sind.
  • Cant espiritual (Geistlicher Gesang): Ein langes Gebet an Gott, in dem es um das Schicksal nach dem Tode geht.

Themen der Poesie von Ausiàs March

  • Liebe: Beschrieben als widersprüchliches Gefühl und Leidenschaft.
  • Die Frau: Sie ist nicht mehr die tyrannische und gnadenlose Herrin, sondern ein reales Wesen aus Fleisch und Blut, aber auch die Quelle größter Laster.
  • Der Tod: Er gilt als Heilmittel für das Verlangen, die Liebe und als Erlösung von der Sünde, die durch die fleischliche Liebe verursacht wurde.

Struktur der Gedichte

  1. Darstellung seines Gemütszustandes.
  2. Erläuterung einer realen Situation oder Verwendung eines Vergleichs.
  3. Schlussfolgerung, die meist eine Zusammenfassung des Gesagten darstellt oder den Namen der Geliebten (Senhal) nennt.

Manchmal wird diese Struktur jedoch auch umgekehrt.

Weitere Vertreter der valencianischen Literatur

Jaume Roig (Valencia, 1402–1478)

Er schrieb das Buch Espill (Spiegel) oder Llibre de les dones. Die in Tetrasyllaben verfassten Verse erzählen eine Geschichte, die sich durch eine grausame Haltung gegenüber Frauen auszeichnet.

Isabel de Villena (1430–1490)

Sie war die Äbtissin der Klarissen und schrieb als Verteidigung ihres Geschlechts das Werk Vita Christi.

Joan Roís de Corella (Gandia, 1433–1497)

Er war ein Meister der Theologie und gehört zur Strömung der valencianischen Prosa (estil llatinitzant).

Wichtige Werke:

  • Liebeswerke: Tragèdia de Caldesa.
  • Religiöse Werke: Història de Josep.
  • Gelegenheitstexte: Triomf de les dones.
  • Mythologische Werke: Raonament de Telamó i Ulisses.

Verwandte Einträge: