Entwicklung im Kleinkindalter: Wachstum und Reflexe

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Entwicklung eines Kleinkindes im Vergleich zum Neugeborenen

Ein zweijähriges Kind unterscheidet sich stark von einem Neugeborenen, da die biologischen Veränderungen in den ersten zwei Lebensjahren schnell und spektakulär verlaufen. Ein Neugeborenes ist ca. 51 cm groß und wiegt weniger als 4 kg. Nach zwei Jahren wiegen die meisten Kinder über 13 kg und messen zwischen 81 und 91 cm, wobei Jungen tendenziell schwerer und größer sind als Mädchen. Zudem ist der Körper eines Neugeborenen unverhältnismäßig; der Kopf nimmt ein Viertel der Körperlänge ein. Nach zwei Jahren hat sich dieses Verhältnis deutlich verändert.

Bedeutung der Hirnreifung

Die Reifung des Gehirns ist verantwortlich für die zunehmende Regularisierung der Schlaf-Wach-Rhythmen sowie für Veränderungen in der Fähigkeit des Kindes, auf die Umwelt zu reagieren und diese Reaktionen zu steuern. Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen neurologischer Reifung und Verhaltensänderung.

Prinzipien der motorischen Entwicklung

Die motorische Entwicklung folgt bestimmten Prinzipien:

  • Proximodistal: Der menschliche Körper entwickelt sich von der Körpermitte zu den Extremitäten hin.
  • Cephal-caudal: Die Entwicklung verläuft von Kopf bis Fuß. Deshalb haben Babys einen im Verhältnis zum restlichen Körper sehr großen und weit entwickelten Kopf.
  • Dynamische Systeme: Motorische Fähigkeiten entwickeln sich, wenn Kinder motiviert sind, eine Aufgabe zu erfüllen, und über ausreichende physische Ressourcen verfügen.

Reflexe bei Kindern

Reflexe sind unwillkürliche Reaktionen auf bestimmte Reize. Einige sind überlebenswichtig, andere verschwinden in den Monaten nach der Geburt, und wieder andere bilden die Grundlage für spätere motorische Fähigkeiten. Alle sind wichtige Anzeichen für die neurologische Gesundheit und die Verhaltenskompetenz.

Wichtige Reflexe

  • Saugreflex: Einer der wichtigsten Reflexe, da er dem Baby ermöglicht, an der Brust oder Flasche zu trinken. Nach einigen Monaten wird das Saugen zu einem Mechanismus, um Objekte und deren Eigenschaften zu erkunden.
  • Schreitreflex: Hält man das Baby auf einer harten Oberfläche, beginnt es Laufbewegungen zu machen.
  • Schwimmreflex: Hält man das Baby bäuchlings auf das Wasser, führt es synchronisierte Bewegungen mit Armen und Beinen aus.

Sowohl der Schreit- als auch der Schwimmreflex verschwinden innerhalb weniger Monate nach der Geburt. Die Funktion dieser Reflexe ist nicht vollständig geklärt, vermutlich handelt es sich jedoch um Überbleibsel unserer tierischen Vergangenheit, die über Millionen von Jahren überlebt haben.

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