Die Entwicklung der Lyrik: Von der Antike bis zur Moderne
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Die Entwicklung der Lyrik
Das Konzept der Lyrik unterscheidet sich grundlegend zwischen der klassischen Antike (griechische und römische Zeit) und der modernen Welt, insbesondere nach der Romantik.
Die Lyrik in der griechischen Antike
Für die Griechen war Lyrik ein technischer Begriff. Er bezeichnete eine Art von Poesie, die in einer Vielzahl von Versen und Strophen verfasst und mit musikalischer Begleitung der Leier oder ähnlicher Saiteninstrumente gesungen wurde.
Die Lyrik in der lateinischen Dichtung
In der lateinischen Dichtung entfiel der Gesang und die musikalische Begleitung. Dennoch wurden Gedichte, die in den gleichen Metren und Strophen wie die griechische Lyrik verfasst waren, als lyrische Gedichte bezeichnet. Als bedeutende Beispiele gelten die Werke von Catull, Horaz und das Carmen Saeculare.
Catull und seine Carmina
Catull wurde in eine einflussreiche Familie geboren. Seine Sammlung Carmina umfasst 116 Gedichte, die sich in zwei Gruppen unterteilen lassen:
- Kurze Gedichte: Ausdruck seiner Gefühle und Liebesleidenschaft. Sie sind in einem eleganten, leichten und sympathischen Stil verfasst, der reich an Umgangssprache und Slang ist.
- Lange mythologische Gedichte: Hier imitiert der Dichter den hellenistischen Stil, insbesondere den von Kallimachos.
Horaz: Der klassische römische Lyriker
Horaz, Sohn eines Freigelassenen aus Venusia, übte in Rom eine bescheidene Verwaltungstätigkeit aus. Durch den Einfluss von Vergil gelangte er in einen Kreis, der es ihm ermöglichte, sich ganz dem Schreiben zu widmen.
- Oden: Sein Meisterstück der lateinischen Lyrik umfasst vier Bücher mit insgesamt 104 Oden. Horaz strebte damit an, in den Kanon der Lyriker aufgenommen zu werden.
- Themen: Die wichtigsten Themen sind Liebe, Freundschaft und Hymnen.
- Carmen Saeculare: Auch dieses Werk fügt sich in das Schaffen von Horaz ein. Er gilt als der vollständigste und klassischste römische Lyriker.
Ovid: Ein vielseitiger Dichter
Es ist schwierig, Ovids Werke in eine einzige literarische Gattung einzuordnen, da sie oft mehrere Genres bedienen (z. B. die Metamorphosen). Sein Schaffen lässt sich in zwei Phasen unterteilen:
- Frühphase: Während er in Rom die Gunst des Augustus genoss, schrieb er Liebesgedichte wie die Heroides oder die Ars amatoria (Die Kunst der Liebe).
- Exilphase: Während seines Exils am Schwarzen Meer änderte sich sein Ton grundlegend. Es entstanden klagende Bitten um Entschuldigung an den Kaiser, wie die Tristia und die Epistulae ex Ponto.