Entwicklung des spanischen Dramas nach dem Bürgerkrieg

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Die Entwicklung des spanischen Dramas nach dem Bürgerkrieg

Die Übersicht der Entwicklung des spanischen Dramas und seiner Folgen war maßgeblich durch den Bürgerkrieg bestimmt. Die literarische Landschaft war geprägt vom Exil bedeutender Schriftsteller wie Max Aub, Rafael Alberti und Pedro Salinas sowie dem Verschwinden von Dramatikern, die während dieser Jahre starben. In den Nachkriegsjahren war die spanische Szene und das Theater von einem nationalen Fokus dominiert.

Bürgerliche Komödie und das Theater im Exil

Zwei Linien triumphierten auf der dramatischen Bühne: die bürgerliche Komödie und das Drama mit Humor. Ein gemeinsames Merkmal dieser Zeit war die Realitätsflucht. Unterdessen setzten Dramatiker im Exil ihre Produktion außerhalb Spaniens fort.

Realismus und die Avantgarde

In den späten vierziger Jahren stürmte das realistische Theater mit seiner Anklage der Wirklichkeit die Bühne. Die Veröffentlichung von "Historia de una escalera" (1949) von Antonio Buero Vallejo und die Tendenz zum realistischen Drama wurden durch die Inszenierung von "Escuadra hacia la muerte" (Geschwader zum Tode) von Alfonso Sastre bestätigt. In den fünfziger Jahren wurde das Avantgarde-Theater durch Fernando Arrabal und Francisco Nieva vertreten, während in den siebziger Jahren das symbolistische Theater (u. a. José Ruibal und Romero Esteo) an Bedeutung gewann. Diese Dramatiker hatten ernsthafte Schwierigkeiten bei der Inszenierung ihrer Werke im Franco-Spanien.

Theater des Absurden und der Grausamkeit

  • Theater des Absurden: Samuel Beckett, Eugène Ionesco und Arthur Adamov hatten gemeinsam das Bewusstsein für eine zerfallene Welt und die Notwendigkeit, darüber zu berichten. Die Umgangssprache sollte die Krise der Kommunikation und die soziale Absurdität des Menschseins ausdrücken.
  • Theater der Grausamkeit: Antonin Artaud brachte grausame Situationen auf die Szene, in denen der Mangel an Kommunikation thematisiert wurde. Er restaurierte die mystischen und rituellen Ursprünge des Theaters und versuchte, den direkten Kontakt zwischen Schauspiel und Publikum herzustellen. Dabei lehnte er Rationalität ab, um sich wieder mit dem Ursprünglichen zu verbinden.

Wandel in den siebziger Jahren und Demokratisierung

In den siebziger Jahren drängte das Theater ins Fernsehen. Das Theater, das auf der Bühne wirklich siegte, war jedoch oft ausweichend – ein Erbe der bürgerlichen Komödie, völlig losgelöst von den Experimenten der Avantgarde. Beeinflusst vom epischen Theater eines Bertolt Brecht entstanden freie Theatergruppen, von denen viele allmählich in kommerzielle Theaterkreisläufe übergingen; diese Gruppen begannen primär in Katalonien.

Nach 1975 ergab sich ein neorealistisches Drama, das Themen in einer zeitgenössischen Ästhetik behandelte, die grundsätzlich realistisch war und eine moderate formale Erneuerung aufwies. Die Verwirklichung der Demokratie brachte der spanischen Bühne die Wiederentdeckung von Qualitätsautoren wie Ramón María del Valle-Inclán und Federico García Lorca, welche die nachfolgenden Autoren am stärksten beeinflussten.

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