Die Entwicklung der spanischen Literatur: Moderne bis 1914

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Die Erneuerung der modernistischen Sprache

Die modernistische Haltung führte zu einer Erweiterung der Sprache. Lexikalisch exklusive, brillante und auffällige sensorische Substantive beziehen sich auf eine edle, ideale Welt. Der berauschende, ornamentale Stil erinnert an die ideale Sprache, an Empfindungen und Geisteszustände. Die Verse sind metrisch vielfältig (Alexandriner und freie Verse).

Themen des Modernismus

  • Schönheitsideal der Harmonie
  • Suche nach Liebe und Träumen
  • Flucht aus dem Alltag
  • Herkunft der amerikanischen Völker
  • Weltoffenheit und Einsamkeit

Rubén Darío

Der in Nicaragua geborene Rubén Darío veröffentlichte bereits mit 14 Jahren seine ersten Gedichte. Er reiste viel und verstarb in seinem Heimatland. Er trug maßgeblich zur Lyrik in spanischer Sprache bei. Sein Temperament war emotional und idealistisch, geprägt von Schönheit, Leidenschaft und Existenzangst.

Die drei Etappen seines Schaffens

  1. Erste Stufe: Nachahmung der spanischen Romantik, Erneuerung der Metrik.
  2. Zweite Stufe: Das Buch „Azul“ markiert die Geburt der Moderne mit der Verwendung von Alexandrinern und Sonetten (Themen: Erotik, Natur, Träume).
  3. Dritte Stufe: Das Werk „Prosas profanas“ zeigt musikalische Reife und rhythmische Vielfalt.

Weitere modernistische Autoren

  • Manuel Machado: Integrierte andalusische Folklore in seine Werke (z. B. „El mal poema“, „Cante hondo“).
  • Valle-Inclán: Bekannt für seine poetische Prosa (z. B. „Sonatas“, „Aromas de leyenda“).

Die Generation von 98

Eine Gruppe von Schriftstellern mit dem Wunsch, die spanische Literatur zu erneuern und die Probleme Spaniens (wie den Verlust der Kolonien) zu bewältigen. Zu ihr gehören Valle-Inclán, Unamuno, Maeztu, Azorín, Baroja und Antonio Machado.

Merkmale und Themen

Die Generation zeichnete sich durch eine kritische, europäisierte und antibürgerliche Haltung aus. Sie suchten den Dialog mit der Gesellschaft und reflektierten über die Probleme Spaniens.

Miguel de Unamuno

Der wichtigste Dichter der Generation. Seine Lyrik ist geprägt von begrifflicher Tiefe, Metaphysik und existenziellem Schmerz. Er thematisierte Familie, Staat und Religion, insbesondere die Angst vor dem Tod und die Sehnsucht nach Unsterblichkeit.

Antonio Machado

Sein Werk umfasst bedeutende Sammlungen wie „Soledades“, „Campos de Castilla“ und „Nuevas canciones“. Seine Lyrik entwickelte sich von einer modernistischen Ästhetik hin zu einer nüchternen, aufrichtigen Sprache, die sich mit der kastilischen Landschaft und existentiellen Fragen auseinandersetzt.

Juan Ramón Jiménez (JRJ)

Ein Suchender nach Schönheit und Wissen. Sein Werk durchlief drei Phasen: eine sensible, modernistische Phase, eine intellektuelle Phase (Hermetismus) und eine Phase des Exils, geprägt von kontemplativer Lyrik.

Noucentisme (Generation von 1914)

Diese Generation zeichnete sich durch intellektuelle Strenge, rationale Distanz und eine elitäre Haltung aus. Sie richteten sich an gebildete Minderheiten und strebten nach stilistischer Perfektion.

Wichtige Vertreter

  • Gabriel Miró: Meister der deskriptiven Prosa.
  • Pérez de Ayala: Philosophische Romane und kritische Analyse der Weltkomplexität.

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