Die Entwicklung des spanischen Theaters (1939–1960er)
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Das Theater von 1939 bis zur Gegenwart
Seit 1939 wandelte sich das Theater von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart. Während es lange Zeit primär als kommerzielle Unterhaltung diente, entwickelte es sich in experimentellen Fällen zu einem künstlerischen, kulturellen und politischen Medium.
Theater der 40er und 50er Jahre
In diesen Jahren setzte sich der Erfolg von Autoren wie Jacinto Benavente, dem Nobelpreisträger von 1923, fort. Es gab zwei Hauptströmungen:
- Konventionelle Komödien: Diese suchten das Lachen durch unsinnige und unlogische Situationen.
- Innovatives Theater: Ein bedeutender Vertreter war Miguel Mihura mit seinem Stück „Tres sombreros de copa“ (Drei Zylinderhüte). Es gilt als eines der wichtigsten Werke des zeitgenössischen Theaters (1932–1952) und wird als Avantgarde-Theater beschrieben, das bitteren Humor mit Zärtlichkeit verbindet.
Ein weiterer wichtiger Autor war Enrique Jardiel Poncela, dessen Komödien unwahrscheinliche Situationen mit großem Witz auflösten, wie etwa in „Eloísa está debajo de un almendro“.
Der Bruch mit der Tradition
Die Premiere von „Historia de una escalera“ (1949) von Antonio Buero Vallejo markiert den Bruch mit dem traditionellen Theater. Sein Werk thematisiert das Drama des Nachkriegs mit existenziellen Fragen wie Einsamkeit, Versagen und Angst. Weitere bedeutende Werke von ihm sind „Las Meninas“ und „El concierto de San Ovidio“. Das soziale Drama diente hier als Mittel zum Protest und zur gesellschaftlichen Transformation.
Neben Buero Vallejo ist Alfonso Sastre mit Werken wie „Escuadra hacia la muerte“ zu nennen. Auch Lauro Olmo feierte mit „La camisa“ große Erfolge, wobei viele dieser Werke aufgrund der Zensur oder mangelnder Unterstützung durch Intendanten nicht aufgeführt werden konnten.
Theater der 60er Jahre
Neben der Fortsetzung des sozialen Dramas erlebte das Theater eine Erneuerung der Ausdrucksformen. Es entstand das „experimentelle Theater“, das mit konventionellen Strukturen brach. Inspiriert von ausländischen Einflüssen, legten die Autoren Wert auf eine „komplette Show“, die neben dem Text auch außersprachliche Elemente wie Puppentheater oder Zirkustechniken einbezog. Die Mitglieder dieser freien Theatergruppen lehnten die Regeln des kommerziellen Theaters ab und setzten auf kollektive Schöpfung sowie ständige Forschung.