Entwicklung und Störungen von Sehen und Hören bei Kindern

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Die Entwicklung des Sehvermögens

Das Auge ist darauf ausgelegt, Lichteffekte durch den Prozess der visuellen Wahrnehmung einzufangen. Lichtstrahlen treffen auf die Hornhaut, gelangen durch die Pupille zur Linse, deren Aufgabe es ist, das Licht auf die Netzhaut zu projizieren.

Entwicklungsphasen des Sehens

  • Neugeborene: Können zwischen Hell und Dunkel unterscheiden.
  • 1 Monat: Fixierung auf große Objekte möglich.
  • 2 Monate: Beginn der Akkommodation und Konvergenz.
  • 3 Monate: Verfolgen von Objekten durch Kopfbewegungen.
  • 4 Monate: Erreichen eines Sichtfeldes von 180°.
  • 6 Monate: Entwicklung der Auge-Hand-Koordination.
  • 8 Monate: Detaillierte Untersuchung von Objekten.
  • 12 Monate: Erreichen der Sehschärfe eines Erwachsenen.

Refraktive Störungen

  • Myopie (Kurzsichtigkeit): Lichtstrahlen konvergieren vor der Netzhaut; nur Objekte in der Nähe werden scharf gesehen.
  • Hypermetropie (Weitsichtigkeit): Lichtstrahlen konvergieren hinter der Netzhaut; nur entfernte Objekte werden scharf gesehen.
  • Astigmatismus (Stabsichtigkeit): Die Hornhaut bricht das Licht ungleichmäßig, was zu verzerrtem und verschwommenem Sehen führt.

Mobilität und Wahrnehmung

Strabismus (Schielen): Verlust der parallelen Augenstellung, kann unilateral oder bilateral auftreten (konvergent, divergent oder vertikal). Die Korrektur erfolgt oft durch Abdecken des gesunden Auges, um das Gehirn zur Nutzung des schwächeren Auges zu zwingen. Bei Neugeborenen ist ein leichtes Schielen aufgrund mangelnder Muskelkontrolle anfangs normal.

Daltonismus (Farbenblindheit): Veränderung der Farbwahrnehmung aufgrund eines Defizits der Zapfen in der Netzhaut.

Ernstere Augenerkrankungen

  • Amblyopie (Schwachsichtigkeit): Verminderte Sehschärfe, bei der Details aufgrund von Entwicklungsprozessen oder Augenerkrankungen schwer zu unterscheiden sind.
  • Blindheit: Vollständiger Verlust des Sehvermögens.

Die Entwicklung des Hörvermögens

Das Ohr sammelt Schallwellen aus der Umgebung und wandelt diese in elektrische Impulse um, die in der Hirnrinde interpretiert werden. Es gliedert sich in drei Bereiche:

  1. Äußeres Ohr: Besteht aus Ohrmuschel und Gehörgang.
  2. Mittelohr: Besteht aus Trommelfell, Paukenhöhle und Eustachischer Röhre.
  3. Innenohr: Umfasst die Cochlea, das Corti-Organ und den Hörnerv.

Entwicklung des Gehörs

Neugeborene reagieren bereits auf Geräusche. Sie können Intensität, Klangfarbe und Tonhöhe unterscheiden. Ab dem 7. Tag erkennen sie die Stimme der Eltern, ab dem 2. Monat drehen sie den Kopf bei Geräuschen und ab dem 4. Monat können sie sich auf eine Schallquelle konzentrieren.

Hörstörungen

  • Taubheit: Vollständiger Hörverlust durch Zerstörung akustischer Strukturen.
  • Schwerhörigkeit: Hörverlust in verschiedenen Graden:
    • Leicht: Unter 40 dB
    • Mittelgradig: Zwischen 40 und 65 dB
    • Schwer: Zwischen 65 und 85 dB
    • An Taubheit grenzend: Über 85 dB

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