Die Entwicklung des Theaters von der Antike bis zum Barock
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Die Geschichte des Theaters: Von der Antike zum Barock
Das antike griechische Theater
Entstanden in Griechenland im 5. bis 6. Jahrhundert v. Chr. in öffentlichen Freilufttheatern. Die Griechen waren große Tragödiendichter; einer der bedeutendsten ist Sophokles mit seinen Werken König Ödipus und Antigone. Ebenso bedeutend war die politische Komödie von Aristophanes. Griechenland brachte auch den großen Philosophen Aristoteles hervor. Er verfasste die Poetik, in der er das Genre der Tragödie (die in der fernen Vergangenheit angesiedelt ist) sowie der Komödie eingehend analysierte.
Aristoteles legte fest:
- Die Stücke hatten bis zu 5 Akte und waren in Versen geschrieben.
- Sie hielten die drei klassischen dramatischen Einheiten ein: Zeit (24 Stunden), Ort (ein einziger Schauplatz) und Handlung (ein einziger Handlungsstrang).
- Behandelte Themen: Geschichten über Helden, Götter und Halbgötter mit existenziellen Fragestellungen, welche die großen Werte des Lebens betrafen: Liebe, Ehre, Rache, Macht, Tod und ein tragisches Ende.
Das römische Theater (v. Chr. bis n. Chr.)
Die Römer waren große Erbauer von Theatern. Das dominierende Genre des lateinisch-römischen Theaters war die Komödie. Ein Hauptautor war Plautus mit seinem Werk Miles Gloriosus. Es handelt sich um eine Charakter- und Sittenkomödie, die in einer zeitgenössischen Gegenwart spielt. Die bürgerlichen Protagonisten sind in Herren und Diener unterteilt. Der Diener ist klug und seinem Herrn gegenüber loyal; durch sein Eingreifen nimmt die Geschichte ein gutes Ende, wobei die Handlung stets von einer Liebesgeschichte ausgeht.
Das mittelalterliche Theater
Im Mittelalter war das Theater fast völlig verschwunden. Es wurde auf Dorfplätzen von Wandertruppen aufgeführt. Diese Ensembles hatten keine schriftlich fixierten Texte und improvisierten stattdessen.
Das Theater der Renaissance (16. Jahrhundert)
Die Renaissance entwickelte sich im Umfeld der klassischen Welt. Man begann, die Klassiker aus dem Griechischen und Lateinischen in moderne Sprachen wie Italienisch, Englisch und Spanisch zu übersetzen. Es bildeten sich zwei Hauptmodelle heraus: das englische Theater (geprägt von Shakespeares Stücken) und das spanische Theater.
Merkmale der „Neuen Komödie“
Im Jahr 1590 schrieb Lope de Vega das Buch Neue Kunst, Komödien zu schreiben, in dem er die festen Merkmale definierte, die ein Theaterstück aufweisen sollte:
- Dreiteilung des Stücks: Aufteilung in drei Akte (Anfang, Mitte und Ende).
- Die Werke sind in Versen verfasst.
- Es wird mit den drei klassischen Einheiten gespielt.
- Angemessenheit der Sprache: Die Sprache wird der jeweiligen Figur angepasst (Dekorum).
- Einbindung von Tänzen und Liedern in das Werk.
- Auftreten des Gracioso (des Lustigmachers).
- Nutzung von Verzögerungstechniken zum Spannungsaufbau.
- Jede Szene oder das gesamte Stück gipfelt in einem großen Höhepunkt.
- Ein Happy End sowie die Wiederherstellung von Ordnung und Moral.
- Eine bewusste Mischung aus tragischen und komischen Elementen.
Das spanische Barocktheater
Das spanische Barocktheater erlangte eine enorme Bedeutung und feierte große Erfolge. Ursprünglich wurde es nicht auf festen Bühnen aufgeführt, sondern auf öffentlichen Plätzen und in Innenhöfen, den sogenannten Corrales (Theaterhöfen).
In den 1570er-Jahren gab es bereits feste Theatergruppen, und es wurden die ersten reinen Theaterbauten errichtet, die ausschließlich für Dramen und Komödien bestimmt waren. Diese wurden ebenfalls als Corrales bezeichnet. Die drei wichtigsten waren:
- Der Corral de la Cruz
- Der Corral del Príncipe
- Der Corral de Pacheco
Die Struktur dieser Corrales: Sie waren rechteckig und nach oben hin offen (ohne Dach). Im Hintergrund befand sich die Bühne. Auf der dritten Ebene gab es Fenster, aber keine Türen. Der Innenhof (Patio) war der Stehplatzbereich des Theaters. Frauen saßen getrennt in einem eigenen Bereich (der sogenannten Cazuela bzw. „Schale“). Der zugewiesene Platz im Theater hing stark von der sozialen Klasse ab. Mönchen war der Besuch des Theaters streng verboten, da es als unmoralisch galt.
Funktionen und Organisation des Theaters
Die Hauptfunktionen des Theaters waren die Unterhaltung und das Knüpfen sozialer Kontakte; ein Theaterbesuch war ein wichtiges gesellschaftliches Ereignis. Schließlich entwickelte sich das Theater zu einem florierenden Geschäft. Gelegentlich verhängte die Regierung in Madrid Geldstrafen gegen die Theaterleiter oder verbot Aufführungen an bestimmten Tagen, an denen nicht gespielt werden durfte.
Im frühen 17. Jahrhundert legten neue Vorschriften für die Theaterkompanien die Regeln und die erlaubten Spieltage fest. Gespielt wurde an Sonn- und Feiertagen, ein täglicher Spielbetrieb war jedoch nicht gestattet. Die Aufführungen nutzten das natürliche Sonnenlicht.
In der Epoche von Calderón de la Barca (Mitte des 17. Jahrhunderts) hielten aufwendige Bühnenbilder und Dekorationen Einzug, die maßgeblich aus Italien importiert wurden. Im spanischen Barocktheater mussten die Schauspieler und Schauspielerinnen vielseitig sein: Sie mussten tanzen, singen und eine hohe Ausdrucksstärke besitzen. Sie mussten viel auswendig lernen, führten jedoch oft ein Leben, das von der Gesellschaft als ausschweifend angesehen wurde.
Eine Theatergruppe bestand meist aus etwa 15 Schauspielern und Schauspielerinnen und deckte feste Rollentypen ab: den alten Mann (Barbas), den Lustigmacher (Gracioso/Comic), Frauen, Anstandsdamen (Dueñas) und junge Damen (Damas). Die Person, die das Stück verfasste, wurde als „Autor“ (Dramatiker) bezeichnet. Dieser verkaufte die Aufführungsrechte an den Direktor der Theaterkompanie. Sobald dieser die Rechte erworben hatte, lagen alle Rechte beim Direktor.
Themen des spanischen Barocktheaters
Die zentralen Themen waren Ehre und Ansehen sowie die Liebe.
Theatergenres des Barock
- Komödien (Mantel-und-Degen-Stücke oder mythologische Komödien)
- Historische Dramen
- Philosophische Dramen
- Mysterienspiele (Autos Sacramentales)