Entwicklungsländer: Merkmale, Theorien und Strategien

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Merkmale von Entwicklungsländern

Wirtschaftliche Merkmale

  • Geringes BIP
  • Niedrige Produktivität
  • Fehlende Ressourcen
  • Hohe Agrarquote
  • Überbevölkerung auf dem Land
  • Keine Kredite
  • Beanspruchte Böden
  • Schlechte Infrastruktur

Demografische Merkmale

  • Hohe Geburten- und Sterberate
  • Mangelnde Ernährung
  • Defizite in Medizin und Hygiene
  • Großer Mittelstand
  • Politische Instabilität

Gesellschaftliche und politische Merkmale

  • Bildungsmangel
  • Mangel an Beamten
  • Traditionelle Strukturen
  • Korruption
  • Slumbildung

Entwicklungstheorien

  • Geodeterminismus: Fehlende Ressourcen, extreme Temperaturen, ungünstige Böden, Gebirge; Kultur entgegengesetzt (endogen).
  • Malthus: Bevölkerung steigt exponentiell, Nahrung nur linear; Armut und Hunger sind vorherbestimmt (endogen).
  • Teufelskreise: Wirtschaftliche und soziale Faktoren verstärken sich gegenseitig (endogen).
  • Modernisierungstheorie: Staat entwickelt sich schrittweise; Gewohnheiten, Kosten und Fatalismus wirken entgegen (endogen).
  • Dependenztheorie: Historisch gewachsene Abhängigkeit; Entwicklungsländer sind vom Know-how der Industrieländer abhängig, produzieren für den Weltmarkt statt für den Eigenbedarf, Ressourcentransfer (exogen).
  • Imperialismus: Industrieländer beherrschen den Weltmarkt; Entwicklungsländer sind nicht eingebunden, Ausbeutung (exogen).
  • Dualismus: Nur Teilbereiche werden entwickelt, keine einheitliche Entwicklung (exogen).

Entwicklungsstrategien

Wachstumsorientierte Entwicklungsstrategien

Entwicklung bedeutet wirtschaftliches Wachstum. Ziel ist der Aufschluss zu Industrieländern und die Steigerung des BIP.

  • Maßnahmen: Industrialisierung mit hohem Kapitaleinsatz, Agrarreformen, Ausbau der materiellen und sozialen Infrastruktur.
  • Strategie des gleichgewichtigen Wachstums: Gesamtkonzept für das Land, Vielzahl gleichzeitiger Investitionen; Problem: kapitalintensiv.
  • Strategie der Wachstumspole: Investition in Pole mit günstigen Voraussetzungen (mind. ein moderner Industriebetrieb), soll Folgeindustrie anlocken; Problem: ungleichgewichtiges, punktuelles Wachstum.
  • Abkopplung vom Weltmarkt: Hohe Schutzzölle, Nutzung heimischer Ressourcen, Aufbau eigener Industrie, Ausrichtung auf eigene Bedürfnisse; Problem: Ressourcen fehlen, Binnenmarkt zu klein.

Bedürfnisorientierte Entwicklungsstrategien

Befriedigung der materiellen und immateriellen Grundbedürfnisse. Ziel ist das Durchbrechen der Teufelskreise und Armutsbekämpfung.

  • Maßnahmen: Förderung von Frauen, Stärkung der Selbsthilfe, Kleinkredite.

Nachhaltige Entwicklung

Verantwortungsgemeinschaft: Global denken, lokal handeln. Ziel ist die Schaffung von Menschenwürde und Zukunftssicherung.

  • Maßnahmen: Ökologisch verträgliche und sozial gerechte Entwicklung.

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