Epische Erzählung, Verslehre und prädikative Ergänzung

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Die epische Erzählung und ihre Merkmale

Die epische Erzählung ist eine der literarischen Gattungen, in denen der Autor die Stimme eines Erzählers nutzt, um eine Geschichte zusammenhängend zu erzählen. Der Erzähler ist eine zentrale Figur in erzählerischen Werken. Er ist es, der die Geschichte erzählt, die Ereignisse in Raum und Zeit verortet, Orte und Personen beschreibt sowie die Dialoge und die Handlung (das Argument) miteinander verwebt.

Das Epos hat viele Subgenres. Die bekanntesten sind das Epos, der Versroman sowie der Roman, die Erzählung und die Legende in Prosa. In Lektion 11 erkunden wir im Detail die wichtigsten Subgenres der literarischen Erzählung.

Versarten und ihre metrische Struktur

Je nach ihrer Ausdehnung, die durch die Silbenzahl gemessen wird, gibt es zwei Arten von Versen:

  • Verse der Kleinkunst (Arte menor): Sie haben zwei bis acht Silben in der Metrik.
  • Verse der Großkunst (Arte mayor): Sie haben neun oder mehr Silben in der Metrik.

Verse von zwölf oder mehr Silben bestehen in der Regel aus Teilversen, nämlich Versen, die aus zwei Teilen bestehen, welche durch eine Pause oder Zäsur voneinander getrennt sind. Jeder Teil wird Halbvers (Hemistichion) genannt. Bei der Silbenberechnung werden diese wie unabhängige Halbverse behandelt, die ihre Maße kombinieren.

Die folgenden Verse haben zum Beispiel vierzehn Silben und werden aus zwei Halbversen zu je sieben Silben gebildet (// ist das Zeichen der Zäsur):

Metrische Bezeichnungen nach Silbenzahl

Verse der Kleinkunst (Arte menor)

  • Zwei Silben: zweisilbig (bisílabo)
  • Drei Silben: dreisilbig (trisílabo)
  • Vier Silben: viersilbig (tetrasílabo)
  • Fünf Silben: fünfsilbig (pentasílabo)
  • Sechs Silben: sechssilbig (hexasílabo)
  • Sieben Silben: siebensilbig (heptasílabo)
  • Acht Silben: achtsilbig (octosílabo)

Verse der Großkunst (Arte mayor)

  • Neun Silben: neunsilbig (eneasílabo)
  • Zehn Silben: zehnsilbig (decasílabo)
  • Elf Silben: elfisllbig (endecasílabo)
  • Zwölf Silben: zwölfsilbig (dodecasílabo)
  • Dreizehn Silben: dreizehnsilbig (tridecasílabo)
  • Vierzehn Silben: Alexandriner (alejandrino)

Die prädikative Ergänzung (Prädikativum)

Die prädikative Ergänzung (C. pred.) ist ein Satzglied in Sätzen mit verbalem Prädikat, das eine Qualität oder einen Zustand des Substantivs ausdrückt, auf das es sich bezieht. Beispiel: Meerwasser schmeckt bitter.

Die Funktion der prädikativen Ergänzung können folgende Wortarten oder Phrasen übernehmen:

  • Adjektive
  • Nominalphrasen ohne Präposition
  • Nominalphrasen mit Präpositionen
  • Adverbien

Erkennung der prädikativen Ergänzung

Die prädikative Ergänzung unterscheidet sich von anderen Ergänzungen durch folgende Merkmale:

  • Es ist die einzige Ergänzung neben dem verbalen Prädikat, die sich auf ein Substantiv bezieht, mit dem sie in Geschlecht und Zahl übereinstimmt (sofern möglich).
  • Sie kann nicht durch ein unbetontes Personalpronomen ersetzt werden.
  • Sie kann jedoch durch das Adverb „so“ (oder „gut“) oder durch ein Demonstrativpronomen ersetzt werden.

Zusammenfassung der Satzglieder

Subjekt: Wer oder was?
Objekt (OD/OI): Wen/Was oder Wem?
Adverbiale Bestimmung (CC): Warum, wann, wo, wie?
Attribut: Erscheinen oder sein (Kopulaverben). Hinweis: aldatu Leike (kann sich ändern).

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