Erasmus von Rotterdam, die Reformation und Gegenreformation
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Erasmus von Rotterdam und seine Philosophie
Erasmus von Rotterdam betonte, dass der Schlüssel zu allem die Aufrichtigkeit sei. Das Böse liege im Formalismus, der sich hinter dem blinden Respekt vor der Tradition und dem unnötigen Konsum innerhalb von Organisationen versteckt, die sich weigern, sich zu verändern – niemals jedoch in der Lehre Christi. Er konzipierte das christliche Leben als eine Miliz im Kampf gegen die Kräfte des Bösen. Gegen diese können die christlichen Ritter mithilfe der heiligen Texte, durch die Erkenntnis des göttlichen Gesetzes, durch das Lesen und das innere (nicht das mündliche) Gebet ankämpfen. Hinzu kommt seine Kritik an der Verehrung von Heiligenbildern und sogar an den Heiligen selbst, wenn diese zu Fanatismus führt. Er befürwortet innerhalb des Christentums eine nüchterne Haltung, frei von Prunk und Exhibitionismus.
Für ihn ist der beste Weg, dies zu erreichen, die Kenntnis des Wortes Gottes. Dieses zu erfassen, ist so einfach, dass es jeder kann; es bedarf keiner dunklen Auslegungen oder Erklärungen. Daher ist es die dringendste Aufgabe, das Wort Gottes so zu verbreiten, dass es kein rein intellektuelles Erbe bleibt, sondern in den Händen aller Menschen liegt. Letztendlich geht es in erster Linie um eine geistige Reform: Der Einzelne sollte von seinen eigenen Überzeugungen (durch das Selbststudium) geleitet werden, im Gegensatz zur bloßen öffentlichen Meinung, also der Mentalität der Mehrheit. Dieser Prozess erfordert Selbstbewusstsein und die Nutzung der eigenen intellektuellen Fähigkeiten, um Situationen zu beurteilen. So preist Erasmus die Freiheit des Christen, der Christus nachahmt. Die erasmische Botschaft befürwortet den Geist des Evangeliums mit der Vorherrschaft der Tugenden der Einfachheit, Demut und Nächstenliebe.
Die Gegenreformation
Die Gegenreformation (der Gegenkatholizismus) ist eine Bewegung des 16. Jahrhunderts mit einem doppelten Ziel: Einerseits die Fehler der katholischen Kirche zu korrigieren, die offenkundig geworden waren und die Hauptursache für die Reformation darstellten. Andererseits ging es darum, den Fortschritt der Reformation aufzuhalten oder verloren gegangene Gebiete zurückzugewinnen. Sie manifestiert sich in drei wesentlichen Aspekten:
- Die Reaktivierung der Gerichte der Inquisition.
- Die Gründung der Gesellschaft Jesu als Modell eines religiösen Ordens.
- Die Einberufung des Ökumenischen Konzils von Trient.
A. Die Heilige Inquisition
Die Heilige Inquisition war eine Institution, die im 13. Jahrhundert von Papst Gregor IX. ins Leben gerufen wurde, um der Ketzerei und Hexerei beschuldigte Personen aufzuspüren und zu verfolgen.
B. Die Jesuiten (Gesellschaft Jesu)
Die Jesuiten begannen eine engagierte Arbeit in verschiedenen Bereichen, beginnend mit der Bildung auf allen Ebenen, wobei sie sich besonders den Kindern der einflussreichen Schichten widmeten. Darauf folgte eine umfassende weltweite Missionstätigkeit. Zu den wichtigsten Missionaren gehört Franz Xaver (San Francisco Javier), der das Christentum nach Indien und China bringen sollte.
C. Das Konzil von Trient
Das Hauptziel bestand darin, die Fehler und Missstände zu korrigieren, die den Reformatoren berechtigten Grund zum disziplinarischen Aufbegehren gegen die Kirche gegeben hatten.
Die Spaltung Europas und die Folgen
Europa war fortan in zwei große Lager des christlichen Glaubens gespalten: Katholiken und Protestanten. Letztere teilten sich in verschiedene Konfessionen auf, darunter vor allem das Luthertum, der Calvinismus und der Anglikanismus. Die katholische Kirche wiederum ordnete trotz des Verlusts eines Teils ihrer Territorien in Europa ihre Disziplin neu, um durch diese Gegenbewegung weitere Katastrophen zu verhindern.