Erdbaumaschinen: Typen, Funktionen und Einsatzbereiche
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Erdbaumaschinen: Klassifizierung und Antriebsarten
Erdbaumaschinen lassen sich nach verschiedenen Kriterien sortieren, insbesondere nach ihrer Antriebsart und ihrer Funktionsweise.
Klassifizierung nach Antrieb und Basis
- Antriebsart: Schlepper mit Eigenantrieb oder gezogene Einheiten.
- Basis: Stationäre Einheiten oder mobile Fahrwerke.
- Arbeitsweise: Maschinen, die oberhalb oder unterhalb der Standebene arbeiten.
3.1. Schlepper und Traktoren
Schlepper bilden die Grundlage für viele Erdbewegungsmaschinen. Sie bestehen aus einem robusten Rahmen (Skelett) und einem Fahrwerk, das entweder mit Rädern oder einem Kettensystem (Track-System) ausgestattet ist. Als Antrieb dienen meist effiziente Dieselmotoren, da diese langlebig und wirtschaftlich sind.
Technische Komponenten
Zu den wesentlichen Elementen gehören das Getriebe, der Drehmomentwandler (für Schalten ohne Kraftverlust) sowie Bremsen. Der Fahrerstand ist heute oft ergonomisch und komfortabel gestaltet.
3.1.1. Kettenfahrzeuge (Crawler)
Kettenfahrzeuge arbeiten meist langsam (3–15 km/h), zeichnen sich jedoch durch hohe Zug- und Schubkraft aus.
Vorteile gegenüber Radfahrzeugen:
- Wenden auf der Stelle (360 Grad) möglich.
- Bessere Bodenhaftung und Traktion.
- Geringerer Bodendruck, dadurch weniger Einsinken auf weichem Untergrund.
- Niedriger Schwerpunkt sorgt für hohe Kippstabilität.
Einsatzbedingungen:
- Weiche, nasse oder schlammige Böden.
- Schwieriges Relief, steile Hänge oder felsiges Gelände mit scharfen Kanten.
- Kurze Distanzen (bis ca. 300 m).
Aufbau einer Planierraupe
- Rahmen: Das tragende Element, das schwere Lasten aufnimmt. Verformungen müssen in Fachwerkstätten repariert werden.
- Fahrwerk (Chassis): Besteht aus Antriebsrädern, Leiträdern, Kettenspannern, Laufrollen und den Kettengliedern.
- Bodenplatten (Shoes): Je nach Bodenart gibt es verschiedene Typen:
- Normal: Für Standardbedingungen.
- Felsplatten: Hohe Härte gegen Verschleiß.
- Moorplatten (Pantanal): Breit und hohl für maximale Tragfähigkeit auf weichem Grund.
- Gummipads: Für den Einsatz auf Asphalt und empfindlichen Böden.
3.1.2. Radfahrzeuge
Radgetriebene Maschinen sind mit 30–60 km/h deutlich schneller und leichter als Kettenfahrzeuge. Um die Traktion auf weichem Boden zu erhöhen, können die Reifen mit Wasser gefüllt werden (Ballastierung) oder Schutzketten angelegt werden.
3.1.3. Aufreißer (Ripper)
Der Aufreißer wird oft am Heck von Kettendozern montiert, um harten Boden zu fragmentieren. Man unterscheidet zwischen Radial-Aufreißern und Parallelogramm-Aufreißern. Die Verschleißteile, wie die Spitzen (Boots), sind leicht austauschbar.
4. Schub- und Lademaschinen
4.1. Dozer (Planierraupen)
Ein Dozer ist ein Traktor mit einem vorne montierten Schild. Man unterscheidet:
- Bulldozer: Mit geradem Schild.
- Tilt-Dozer: Schild kann seitlich geneigt werden.
- Angle-Dozer: Schild kann im Winkel zur Fahrtrichtung verstellt werden.
4.2. Schaufellader (Radlader)
Ihre Hauptaufgabe ist das Laden von Material. Sie sind wendig und erreichen Geschwindigkeiten bis zu 40 km/h. Die Leistung wird maßgeblich durch die Zykluszeit (Laden, Transport, Entladen, Rückfahrt) bestimmt.
4.3. Hydraulikbagger
Hydraulikbagger nutzen komplexe Ölkreisläufe für ihre Bewegungen. Wichtig ist die regelmäßige Wartung der Filter und Schläuche, die Drücken von bis zu 450 bar standhalten müssen.
4.4. Tieflöffelbagger (Backhoe)
Diese Maschinen sind ideal für den Grabenbau und Böschungsarbeiten. Sie können mit verschiedenen Anbaugeräten wie Hydraulikhämmern, Abbruchkugeln oder Mehrzweckgreifern ausgestattet werden.
4.5. Baggerlader (Mixed Retro Bagger)
In vielen Regionen die meistverkaufte Maschine. Sie kombiniert eine Ladeschaufel vorne mit einem Tieflöffel hinten. Dank Allradantrieb und Knicklenkung ist sie extrem vielseitig einsetzbar.
4.6. Kompaktlader
Ideal für enge Räume in städtischen Gebieten. Sie besitzen oft kein Lenkrad, sondern werden über Hebel gesteuert (Panzersteuerung). Ein großer Vorteil ist der schnelle Wechsel von Anbaugeräten.
4.8. Dumper (Vorderkipper)
Dumper dienen dem Materialtransport auf der Baustelle. Es gibt sie als Hochkipper, Rundkipper oder mit drehbarer Mulde für flexibles Entladen.
5. Verdichtungstechnik
Die Verdichtung erfolgt durch statischen Druck oder Vibration. Zu den Geräten gehören:
- Vibrationsstampfer: Für Gräben und kleine Flächen.
- Rüttelplatten: Für mittlere Flächen.
- Tandemwalzen: Für den Straßenbau und Asphalt.
- Gummiradwalzen: Für Oberflächenversiegelungen.