Erfolgreich Lesen lernen: Faktoren, Typen und Methoden
Faktoren des Lesens: Voraussetzungen für den Erfolg
Faktoren der Lesung: Teil 1
Physische und psychische Faktoren
Es wird angenommen, dass das ideale Alter bei Beginn zwischen 6 und 6,5 Jahren liegt. Einige argumentieren, dass Mädchen aufgrund des Reifungsprozesses (Zahndurchbruch, früheres Sprechen etc.) früher bereit sind als Jungen. Von wirklicher Bedeutung sind zudem sensorische Aspekte, insbesondere der Sehsinn.
Soziale, emotionale und kulturelle Aspekte
Dies beinhaltet die Reifungsebene, Selbstvertrauen, Unabhängigkeit, Ausdauer, Selbstbeherrschung, Toleranz, emotionale Stabilität und die Fähigkeit zur Zusammenarbeit. Für hyperaktive Kinder mit Aufmerksamkeits- und Konzentrationsschwierigkeiten ist dieser Prozess oft schwierig.
Sozioökonomische und kulturelle Faktoren
Wie wir alle wissen, ist dies ein konstanter Faktor, der alle Bereiche des Lernens beeinflusst. Er ist eng mit Motivation, Interesse und der Vertrautheit mit Reizen verbunden.
Perzeptive Faktoren
Diese beziehen sich auf die Erkennung und Interpretation von Reizen. Bisherige Erfahrungen helfen uns dabei, Beziehungen schnell zu etablieren.
Visuelle Wahrnehmung
(Form, Größe, Farbe, Position, Distanz etc.)
Visuelle Diskriminierung
(Unterschiede und Gemeinsamkeiten)
Visuelle Motorik
(Kopieren, Feinkoordination etc.)
Kognitive Faktoren
Intelligenz ist ein Faktor, der die Geschwindigkeit und das Tempo des Lernens beeinflusst. Hinzu kommen geistige Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit und Gedächtnis (sowohl kurz- als auch langfristig).
Sprachliche Faktoren
Bezieht sich auf die Art und Weise, wie das Kind die Kommunikation übernimmt. Wichtig ist eine gute semantische, syntaktische und pragmatische Entwicklung.
Die Entwicklung des Lesens: Definition und Typen
Entwicklung des Lesens: Teil 2
Was ist Lesen?
Es ist eine physiologische, psychologische und geistige Reproduktion, die zur Angleichung akustischer und konzeptioneller Bilder im Text sowie zur Konstruktion von Bedeutung durch den Leser führt.
Man sagt, es sei physiologisch, weil Augen und Gehirn beteiligt sind; psychologisch, weil der Leser eine Haltung der Akzeptanz oder Ablehnung, Interesse oder Desinteresse sowie Empathie für den Text einnimmt; und es ist ein intellektueller Prozess, da das Lesen erst abgeschlossen ist, wenn die visuell-akustischen Bilder entschlüsselt wurden.
Verschiedene Lesetypen
Globales Lesen (Lesbar)
Dies ist die Annäherung an einen Text, um einen Überblick oder ein Panorama des Inhalts zu erhalten. Diese Art des Lesens erfolgt in der Regel schnell, wobei wenig Wert auf Details gelegt wird. Unbekannte Wörter werden oft ignoriert oder erraten, ohne die Textstruktur tiefgehend zu analysieren.
Leseverstehen
Leseverständnis ist die analytische Annäherung an einen Text. Es ist die Interpretation und das kritische Verständnis; der Leser ist hierbei nicht passiv, sondern aktiv, indem er die Nachricht dekodiert, Fragen stellt, analysiert und kritisiert.
Dabei stellt sich der Leser folgende Fragen: Kenne ich das Vokabular? Was sind die wichtigen Ideen? Welche sekundären Ideen gibt es? Wie hängen Haupt- und Nebenideen zusammen?
Expressives Lesen
Dies ist ein kollektives Lesen, das dem Verständnis und der Freude des Lesers sowie der Zuhörer dient. Der Leser wird zum Dolmetscher des Autors. Wichtig sind hierbei die Präsenz, Empathie, Eleganz und Verständlichkeit.
Weitere Formen des Lesens
- Subsyllabisches Lesen: Das Kind benennt jeden Buchstaben einzeln, um Silben und schließlich Wörter zu bilden (Buchstabieren).
- Syllabisches Lesen: Das Kind liest die Wörter Silbe für Silbe.
- Zögerndes Lesen: Gekennzeichnet durch Unsicherheit, Vernachlässigung der Interpunktion und wiederholtes Lesen von Sätzen.
- Flüssiges Lesen: Der reife Leser liest mit angemessener Geschwindigkeit, guter Aussprache und unter Beachtung der Satzzeichen.
- Expressives Lesen (vertieft): Vereint flüssiges Lesen mit emotionalem Ausdruck und Nuancen in der Intonation.
- Kombiniertes Lesen: Verschiedene Typen treten gemischt auf (z. B. zögerndes und flüssiges Lesen).
Lesegeschwindigkeit
- Langsam.
- Schnell.
- Langsam und sicher.
- Schnell, aber fehlerhaft.
- Rhythmisch (Pausen an den richtigen Stellen).
- Arrhythmisch (wechselnd schnell und langsam).
- Normaler Rhythmus.
Methoden der Leseerziehung
Lehre des Lesens: Teil 3
Das Lesen als Werkzeug
Es ist ein Werkzeug zur Anpassung an die schulische Situation. Ein vorzeitiges Scheitern birgt Risiken wie:
- Negative Einstellung
- Schulabbruch
- Angst und Unzulänglichkeitsgefühle
- Lernaversion
Das phonologische Modell
Es basiert auf der Vermittlung von Phonetik und dem phonologischen Code. Besonders wichtig ist die phonologische Bewusstheit (Analyse und Synthese des Soundsystems). Der Lehrer sollte ein Gleichgewicht zwischen entdeckendem Lernen und direkter Instruktion finden.
Lehrtechniken
Zwei wichtige Techniken für den Beginn:
- Visuelles Vokabular: Das Kind erkennt Wörter als Ganzes (2-3 Silben), kennt deren Bedeutung und nutzt sie in sinnvollen Sätzen.
- Phonische Analyse: Assoziation von Lauten mit Buchstabenbildern. Wichtig: Den Laut lernen (z. B. "Mmm"), nicht den Buchstabennamen ("Emme").
Praktische Übungen
- Form der Buchstaben nachfahren und den Laut sprechen.
- Reimwörter finden.
- Vokale in Zeitschriften unterstreichen.
- Buchstaben in der Luft nachfahren.
- Diktate und Wortkarten verwenden.
Empfehlungen für Lehrkräfte
- Langsam vorgehen, ein Buchstabe nach dem anderen (ca. 3-4 Tage pro Buchstabe).
- Kurze Lerneinheiten.
- Erfolge immer anerkennen.
- Zuerst visuelle und auditive Wahrnehmung stärken.
Vorbereitung auf das Lesenlernen
Sprachkomponenten
- Phonologie: Die Laute der Sprache.
- Wortschatz: Die Wörter der Sprache.
- Morphologie: Die Form der Wörter.
- Syntax: Regeln der Kombination.
- Semantik: Begriffe und Sätze.
- Pragmatik: Verwendung der Sprache.
Allgemeine und spezifische Vorbereitung
A) Allgemeine Vorbereitung: Erwerb von Wissen über Sprache in der prä-literalen Phase durch eine anregende Umgebung (Märchen, Lieder, Sprachspiele).
B) Spezifische Vorbereitung: Faktoren, die direkt mit den Mechanismen des Lesens zusammenhängen (Arbeitsgedächtnis, schnelle Benennung, phonologische Bewusstheit).
Phonologische Bewusstheit im Detail
Die Fähigkeit, Einheiten von Wörtern vorsätzlich zu manipulieren:
- Lexikalisches Bewusstsein: Wörter in Sätzen identifizieren.
- Syllabisches Bewusstsein: Silben segmentieren.
- Intrasyllabisches Bewusstsein: Reim und Onset manipulieren.
- Phonemisches Bewusstsein: Die kleinsten Einheiten (Phoneme) verwalten.
Task-Analyse oder Synthese...