Ergonomie und Patientenmobilisierung: Leitfaden
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Ergonomie in der Pflege
Die Ergonomie ist die Wissenschaft, die sich mit der Anpassung der Arbeit an den Menschen befasst. Richtig eingesetzt, kann sie die körperliche Energie steigern und die Arbeitsleistung verbessern, indem sie Lösungen für folgende Bereiche bietet:
- Verbesserung der Arbeitsbedingungen
- Verringerung von Müdigkeit
- Vorbeugung von Verletzungen
- Steigerung der Zufriedenheit und Arbeitsleistung
4.2.1 Körperhaltung
Haltungsveränderungen werden genutzt, um Patienten zu untersuchen, zu behandeln, Verletzungen vorzubeugen und den Benutzerkomfort zu erhöhen. Positionen werden unterteilt in:
- Grundpositionen: Rückenlage, Bauchlage oder Seitenlage.
- Spezialpositionen: Sims-Lage (semiprona), Fowler-Lage, Trendelenburg- oder Antitrendelenburg-Lage (Morestin), Rose-Lage, gynäkologische Steinschnittlage (Lithotomie) oder Knie-Ellenbogen-Lage (genupektoral).
4.2.2 Techniken der Mobilisierung und des Transports
A) Mobilisierung: Wenn der Benutzer seine Mobilität verliert, können pathologische Muskelveränderungen entstehen. Um dies zu vermeiden, muss ein Mobilisierungsplan implementiert werden, der die Durchblutung fördert. Mobilisierungsübungen werden wie folgt eingestuft:
- Aktiv: Der Patient führt die Bewegungen unter professioneller Aufsicht selbst aus.
- Passiv: Die Bewegung wird durch eine Fachkraft ausgeführt, wenn der Patient dies nicht selbst leisten kann. Achten Sie dabei auf die Gelenkbeweglichkeit (ROM) und führen Sie sanfte Bewegungen aus.
B) Änderung der Lage im Bett: Mobilisierungsübungen und Positionierung dienen dazu, Kontrakturen, Deformitäten sowie Haut- und Gewebeschäden durch Druck zu vermeiden. Ein Positionswechsel sollte präventiv alle 2–3 Stunden erfolgen. Die häufigsten Schlafpositionen sind Rücken-, Bauch- und Seitenlage.
Zu bewertende Aspekte: Patientenstatus, Gewicht, Pathologie, Kooperationsfähigkeit sowie die eigene körperliche Stärke und Hilfsmittelbedarf.
C) Transport und Mobilität:
- Transport: Transfer des Patienten vom Bett in den Stuhl, Rollstuhl oder auf eine Trage, unter Berücksichtigung des Mobilitätsgrades.
- Gehtraining: Aktives Gehen zur Vermeidung von Verletzungen durch Immobilität. Bei langer Bettlägerigkeit erfolgt der Prozess langsam und schrittweise.
4.2.3 Dekubitus
Dekubitus sind Verletzungen oder Schädigungen der Hautintegrität, die sich in bestimmten Bereichen als ischämische Nekrose manifestieren. Ischämische Nekrose ist der Zelltod infolge einer Unterbrechung der arteriellen Durchblutung. Der Druck verringert die Blutversorgung des Gewebes, was zu einem Mangel an Sauerstoff und Nährstoffen führt. Dies kann Schmerzen, Infektionen, Fistelbildungen und eine verzögerte Heilung zur Folge haben.
Faktoren, die die Entstehung begünstigen
Externe Faktoren:
- Druck: Mangelnde Positionswechsel führen zu Kompression an Knochenvorsprüngen.
- Reibung: Reibung zwischen Haut und Unterlage sowie Sonden, Schläuche oder Falten im Bettlaken können Geschwüre verursachen.
- Feuchtigkeit: Feuchte Haut ist anfälliger für Druck und Reibung.
- Zeit: Die verlängerte Einwirkung der genannten Faktoren führt zur Läsion.
Intrinsische Faktoren:
- Alter: Höheres Risiko bei Senioren (über 75 Jahre) durch Elastizitätsverlust der Haut und verringertes Unterhautfettgewebe.
- Immobilität: Durch Krankheit bedingter, verlängerter Druck.
- Inkontinenz: Erhöht die Feuchtigkeit und macht die Haut verwundbar.
- Ernährungsstatus: Übergewicht (erhöhter Druck), Untergewicht (wenig Polsterung), Mangel an Vitaminen/Proteinen sowie Dehydrierung.
- Krankheiten: Hirn- oder Wirbelsäulenverletzungen (Verlust der Schmerzempfindung), Diabetes, Nierenversagen oder Bewusstseinsstörungen.