Erkenntnistheorie: Ursache, Wirkung und Kants Kritik
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Ursache und Wirkung bei Hume und Kant
Ursache und Wirkung werden nicht von der Vernunft entdeckt, sondern nur durch Erfahrung. Eines der Argumente, die auf der Erfahrung beruhen, ist die Ähnlichkeit, die wir in der Vergangenheit zwischen zwei Objekten entdeckt haben. Darauf basierend erwarten wir, dass die Auswirkungen ähnlich aussehen, wenn ähnliche Fälle eintreten. Die Gewohnheit (der Brauch) ist das, was uns dazu führt, zu glauben, dass sich dasselbe Ereignis wie zuvor wiederholen wird. Mein Vertrauen in die Zukunft beruht nicht auf der Vernunft, noch ist es eine absolute Gewissheit – es ist nur ein Glaube.
Kant versucht, eine ausreichend solide Grundlage für die mathematische Physik zu finden. Die Untersuchung (Hume) sollte erweitert werden, um unser Wissen zu vergrößern, und sie muss allgemein und notwendig unter allen Umständen und zu jeder Zeit gelten. Die Wissenschaft kann sich nicht nur auf analytische Urteile berufen (universell, notwendig und a priori), weil dies Tautologien wären – eine Anhäufung von Informationen, die das Wissen nicht erweitern. Ebenso unzureichend wären synthetische Urteile, die der Besonderheit des jeweiligen Augenblicks unterworfen sind und die Möglichkeit bieten, sowohl wahr als auch falsch zu sein, wodurch die Wissenschaft unzuverlässig würde.
Aus diesem Grund sucht Kant nach einem Ausweg für wissenschaftliche Urteile: den synthetischen Urteilen a priori. Dies ist eine Art von Urteilen, die ebenso universell und notwendig wahr sind wie analytische Urteile, und gleichzeitig eine Erweiterung des Wissens darstellen wie synthetische Urteile (wie in der Mathematik und Physik).
Kants Kritik: Rationalismus trifft Empirismus
Die Kritik ist eine Fusion zwischen Rationalismus und Empirismus. Der Rationalismus vertritt die Idee, dass es im Verstand angeborene, universelle Inhalte vor aller Erfahrung gibt (Nativismus), während der Empirismus die Idee bewahrt, dass Wissen in der Erfahrung begründet sein muss.
Kant bezeichnet die Philosophie als ein „Tribunal der Vernunft“. Der Zweck der Vernunft ist es, den Anspruch auf die Gültigkeit des Wissens für alle kritisch zu beurteilen. Dies betrifft sowohl die theoretische Vernunft (Wissenschaft) als auch die moralische und politische Vernunft. Kant möchte wissen, ob sich das menschliche Wissen rechtfertigen lässt oder ob es im Gegenteil Erkenntnisse gibt (falls vorhanden: Metaphysik), die keine solide Grundlage haben. Seine Analyse hinterfragt, ob der Anspruch auf rationale Erkenntnis begrenzt werden muss oder nicht.