Erkenntnistheorie: Wissen, Interessen und Wahrheitskriterien

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6) Stand der Kenntnisse

Kenntnisse der Stufe 3:

  • Stellungnahme: Eine Stellungnahme zu einem Thema erfordert keine absolute Gewissheit. Das Ziel ist eine objektiv gültige Rechtfertigung. Die subjektive Sicht ist nicht Gegenstand einer zu prüfenden Auffassung.
  • Conviction (Überzeugung): Auch wenn man sich einer Sache sicher ist, bedeutet dies nicht, dass die Begründung objektiv anerkannt wird.
  • Glaube: Wissen, das auf persönlichem Glauben beruht.
  • Knowledge: Eine Stellungnahme, die auf subjektiven und objektiven Faktoren beruht.

7) Interesse an Wissen

Wissen ist von besonderem Interesse für die menschliche Vernunft:

  • Theoretisches Interesse: Streben nach logischer Vollkommenheit.
  • Praktisches Interesse: Die Frage, wie wir handeln sollen und was wir wissen müssen.
  • Technisches Interesse: Wissenschaft als Basis der empirisch-analytischen Forschung.
  • Praktisches Interesse (Kommunikation): Kommunikation zwischen Wesen, die in der Lage sind, einander zu verstehen.
  • Emanzipatorisches Interesse: Grundlage einer kritischen Sozialwissenschaft.

8) Erkenntnistheoretische Positionen

  • Dogmatismus: Die feste Überzeugung, sicher zu wissen.
  • Skeptizismus: Die Annahme, dass es unmöglich ist, zuverlässiges Wissen zu erlangen, da nie genügend Beweise vorliegen.
  • Subjektivismus: Die Auffassung, dass es keine allgemeingültigen Wahrheiten gibt.
  • Pragmatismus: Eine Aussage ist wahr, wenn sie nützlich ist.
  • Kritizismus: Die vermittelnde Haltung zwischen Dogmatismus und Skeptizismus.
  • Perspektivismus: Die Wirklichkeit kann nur durch die Kombination verschiedener Ansätze erkannt werden.

9) Modelle des Wissens

  • Realismus: Die Realität existiert unabhängig vom Subjekt. Wissen ist die objektive Abbildung der Dinge, wie sie sind (bekanntester Vertreter: Aristoteles).
  • Idealismus: Es gibt keine Realität außerhalb des Subjekts. Wissen und Ideen sind geistige Bilder, keine eigenständigen Dinge.

10) Kriterien der Wahrheit

Methoden zur Unterscheidung zwischen wahr und falsch:

  • Autorität: Eine Aussage wird als wahr akzeptiert, weil eine vertrauenswürdige Person sie äußert.
  • Tradition: Etwas gilt als wahr, weil es über lange Zeit so überliefert wurde.
  • Korrespondenz: Übereinstimmung zwischen Denken und empirischer Realität.
  • Kohärenz: Ein logisches, mathematisches Kriterium; Erklärungen innerhalb eines Systems dürfen sich nicht widersprechen.
  • Pragmatismus: Eine Erklärung ist wahr, wenn sie nützlich und vorteilhaft ist.
  • Evidenz: Das entscheidende Kriterium; etwas ist intuitiv unmittelbar offensichtlich, bedarf jedoch oft einer argumentativen Erklärung.

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