Ethik-Kodex für Psychologen: Regeln und Richtlinien
Eingeordnet in Ausbildung und Beschäftigung Beratung
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 7,2 KB
Zweites Kapitel: Allgemeine Regeln und Richtlinien
Artikel 7: Anwendbarkeit des Kodex
Die Regeln des Code of Ethics gelten für Psychologen; Berufsverbände erkennen die Zuständigkeit des Kollegiums des Ordens an.
Artikel 8: Grenzwerte der Wirkung des Kodex
Die Regeln des Code of Ethics gelten für alle Tätigkeiten des Psychologen, die Teil seiner beruflichen Funktionen sind oder in professioneller Qualität erfolgen, unter Ausschluss persönlicher Aktivitäten oder Zwecke, die nicht mit dieser Rolle verbunden sind. Das persönliche oder private Verhalten des Psychologen fällt nur dann in die Zuständigkeit des Ethik-Kodex, wenn es öffentlich wird und das Ansehen des Berufsstandes gefährdet.
Wenn die berufliche Verantwortung des Psychologen in Konflikt mit institutionellen und/oder rechtlichen Verpflichtungen gerät, muss er sein Engagement für den Code of Professional Ethics bekannt machen und Schritte unternehmen, um den Konflikt verantwortungsbewusst zu lösen.
Regel 9: Respekt für andere
Der Psychologe muss die Rechte anderer sowie deren Werte, Einstellungen, Verhaltensweisen und Meinungen, die von seinen eigenen abweichen, respektieren und gegenseitigen Respekt in seinen zwischenmenschlichen Beziehungen suchen. Daher sollte er sich nicht an Praktiken beteiligen, welche die Freiheit sowie die körperliche und geistige Unversehrtheit von Personen verletzen, mit denen er beruflich interagiert.
Ebenso sollte der Psychologe Situationen vermeiden, in denen mehrere überlappende oder inkonsistente Beziehungen entstehen könnten, insbesondere im Hinblick auf Schäden durch soziale Netzwerke, die dem Arbeitsplatz oder den behandelten Personen schaden könnten. Er muss persönliche, wissenschaftliche, berufliche, finanzielle oder andere Beziehungen vermeiden, die seine Objektivität beeinträchtigen, die wirksame Erfüllung seiner Aufgaben als Psychologe stören oder die andere Partei schädigen oder missbrauchen könnten.
Der Psychologe sollte zudem die Übernahme von Aufgaben unterlassen, wenn bereits bestehende Beziehungen die Objektivität seiner beruflichen Stellung beeinträchtigen würden. Wenn eine Beziehung mehrfach unvereinbar ist oder sich überschneidet, sollte entsprechend gehandelt werden.
Artikel 10: Dienstleistungen und Wettbewerb
1. Allgemeine Aspekte
Wettbewerb bedeutet für den Psychologen das fortwährende Bemühen um die Aktualisierung seines Wissens. Die Erbringung von Dienstleistungen (Diagnose, Therapie, Lehre, Beratung, Betreuung, Untersuchungen oder andere) sollte nur innerhalb der Grenzen seiner Kompetenz und seines Fachwissens erfolgen.
Ist der Psychologe in neuen Arbeitsbereichen tätig oder nutzt er diagnostische Verfahren bzw. Techniken im experimentellen Stadium, sollte er geschult, überwacht oder von qualifizierten Fachleuten beraten werden, um Schäden für andere zu verhindern. Er muss die Nutzer zudem über den experimentellen Charakter seiner Verfahren informieren.
Der Psychologe muss die Ergebnisse der vertraglich vereinbarten Leistungen zeitnah und genau vermitteln. Er stellt seine Ergebnisse klar, wissenschaftlich und professionell in einer für die Empfänger verständlichen Sprache dar. Gleichzeitig muss die Kommunikation die Möglichkeiten und Grenzen der Verfahren und Techniken aufzeigen.
2. Nutzung von Einfluss oder Arbeit
Da die Urteile und Maßnahmen des Psychologen das Leben anderer beeinflussen können, müssen Maßnahmen ergriffen werden, um Schaden von Patienten, Klienten, Forschungsteilnehmern, Studenten oder anderen abzuwenden. Wenn Schäden vorhersehbar sind, müssen Vorkehrungen zur Vermeidung oder Minimierung getroffen werden.
Der Psychologe darf nicht an Aktivitäten teilnehmen, bei denen vernünftigerweise davon auszugehen ist, dass seine Fähigkeiten oder Daten von anderen missbraucht werden könnten. Geschieht dies dennoch, muss er Schritte zur Information, Korrektur oder Milderung der Situation unternehmen.
3. Einsatz von Informationstechnologie
Werden dem Psychologen im Rahmen seiner Tätigkeit „Insiderinformationen“ (rechtlich als solche definiert) bekannt, darf er diese nicht für Zwecke außerhalb der professionellen Betreuung verwenden. Es stellt eine schwere Übertretung dar, Informationen zum Nachteil des Kunden zu nutzen.
4. Anforderungen Dritter
Wenn Dritte Dienstleistungen des Psychologen anfordern, muss dieser zunächst die Art der Beziehung zu jeder Partei klären. Es muss Einigkeit über die Rollen, die voraussichtliche Nutzung der Informationen und die Grenzen der Vertraulichkeit bestehen.
5. Beratung, Consulting und Vermittlung
Der Psychologe muss Konsultationen, Beratungen und Empfehlungen suchen und überwachen, wie er es im Interesse seiner Klienten oder Patienten für angemessen hält. Er muss mit anderen Fachleuten zusammenarbeiten und die internationale sowie multidisziplinäre Kooperation fördern, sofern dies professionell angezeigt ist.
6. Persönliche Einflüsse in der Praxis
Der Psychologe muss vermeiden, dass persönliche, gesellschaftliche, politische, religiöse oder institutionelle Einflüsse seine Berufspraxis beeinträchtigen. Zudem sollte er sich bewusst sein, dass seine Praxis durch persönliche Probleme und Konflikte gestört werden kann, was seine Leistung und das Wohl der Klienten beeinträchtigt. In solchen Fällen muss er rechtzeitig Hilfe suchen, die Aufgabe aussetzen oder den Klienten an andere Fachleute verweisen.
7. Delegation und Verantwortung
Der Psychologe sollte Aufgaben nur an Personen delegieren, die aufgrund ihrer Ausbildung und Erfahrung kompetent sind, diese auszuführen. Er muss seine Angestellten und Assistenten angemessen überwachen und sicherstellen, dass sie ethisch, verantwortlich und kompetent handeln. Der Psychologe trägt die Verantwortung für das Gesamtergebnis, einschließlich des Verhaltens der Mitarbeiter. Berufliche Tätigkeiten wie Diagnosen oder Behandlungen dürfen nicht an Nicht-Psychologen delegiert werden.
8. Gebühren und finanzielle Regelungen
Bei Abschluss der professionellen Vereinbarung muss der Psychologe mit dem Empfänger oder dessen Vertretern die Form und Höhe der Gebühren vereinbaren. Mögliche Einschränkungen durch Finanzierungssysteme sollten zu Beginn oder bei deren Eintreten besprochen werden.
Der Psychologe sollte die Annahme von Waren oder Dienstleistungen als Gegenleistung vermeiden, um Konflikte oder eine Verfälschung der Beziehung zu verhindern. Ausnahmen sind nur zulässig, wenn keine Alternative besteht und die Beziehung nicht gestört wird. Die Überweisung an andere Fachkollegen darf nur nach professionellen Kriterien und nicht aufgrund finanzieller Belohnungen erfolgen.
9. Dokumentation der professionellen Arbeit
Der Psychologe muss Aufzeichnungen und Daten im Zusammenhang mit seiner Forschung und Praxis gemäß dem Gesetz und diesem Code of Ethics erstellen, speichern und entsorgen. Aufgaben müssen ordnungsgemäß registriert werden, um die eigene Arbeit sowie die anderer Fachleute zu erleichtern und gesetzliche Anforderungen zu erfüllen. Die Dokumentation darf die Grundsätze der Vertraulichkeit nicht verletzen.