Ethikkodex für Psychologen: Grundsätze und Richtlinien
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Der Ethikkodex für Psychologen
Der Ethikkodex ist das Instrument zur Einhaltung und Umsetzung der Satzung der Psychologenkammer. Er betont die Ethik als Grundwert des Berufs und erleichtert dessen Ausübung. Sein oberstes Ziel ist es, die beruflichen Aufgaben mit Schwerpunkt auf den vorgeschlagenen Kriterien für Handeln und Verhalten zu regulieren.
Spezifische Ziele
Der Ethikkodex ist ein Instrument der Berufsordnung, das entwickelt wurde, um:
- Klärung und Lösung von ethischen beruflichen Problemen und Konflikten zu unterstützen.
- Die Lösung ethischer Dilemmata in den verschiedenen Zweigen des Berufsstandes zu erleichtern.
- Handlungsoptionen zu untersuchen und zu klären.
- Verstöße gegen die eigenen Regeln zu etablieren, zu bewerten und zu beurteilen.
- Psychologen vor Anschuldigungen oder Handlungen zu schützen, die ihr Ansehen und ihre berufliche Praxis ungerechtfertigt beeinflussen.
Allgemeine Grundsätze
Artikel 1: Achtung der Rechte und der Würde des Menschen
Der Psychologe ist verpflichtet, die Grundsätze der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zu achten. Insbesondere sind die Würde und der Wert aller Menschen sowie das Recht auf Privatsphäre, Vertraulichkeit, Selbstbestimmung, Vielfalt und Autonomie zu respektieren. Ebenso müssen individuelle Unterschiede hinsichtlich Kultur, Geschlecht, Ethnie, Religion, Weltanschauung, sexueller Orientierung, sozioökonomischem Status oder anderer Merkmale geachtet werden.
Artikel 2: Kompetenz
Es liegt in der Verantwortung des Psychologen, ein angemessenes Kompetenzniveau aufrechtzuerhalten. Er bietet nur Dienste und Techniken an, für die er durch seine Ausbildung qualifiziert ist, und erkennt die Grenzen seiner Disziplin an. Zudem ist er für die ständige Aktualisierung seines Wissens und relevanter wissenschaftlicher Informationen verantwortlich. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die benötigten Fähigkeiten in den Bereichen Gesundheit, Bildung oder Forschung je nach Individuum oder Gruppe variieren.
Artikel 3: Berufliches und wissenschaftliches Engagement
Der Psychologe verpflichtet sich zur Einhaltung der in diesem Kodex enthaltenen Grundsätze und Verhaltensregeln sowie zur Förderung wissenschaftlicher Erkenntnisse in der Psychologie. In Situationen, für die es noch keine anerkannten professionellen Standards gibt, muss der Psychologe eine gründliche Prüfung vornehmen, sich gegebenenfalls interdisziplinär vernetzen und Personen über den experimentellen Charakter von Instrumenten oder Interventionen informieren.
Artikel 4: Integrität
Der Psychologe orientiert sich in seiner beruflichen Praxis an den Prinzipien der Integrität, Ehrlichkeit, Gerechtigkeit und dem Respekt gegenüber anderen. Er muss sich seiner eigenen Glaubenssysteme, Werte, Bedürfnisse und Grenzen sowie deren Auswirkungen auf seine Arbeit bewusst sein. Ebenso sollte er Verhaltensweisen im Privatleben vermeiden, die öffentliche Zweifel an seiner Ehrlichkeit aufkommen lassen oder das Ansehen des Berufsstandes schädigen könnten.
Artikel 5: Unabhängigkeit
In der Ausübung seines Berufs vermeidet der Psychologe persönlichen Einfluss oder Druck durch Personen oder Institutionen, die gegen die Ethik, den Respekt vor der Person oder diesen Kodex verstoßen könnten. Dieser Grundsatz erfordert eine explizite Klärung in Situationen, in denen externe Anforderungen im Widerspruch zum Ethikkodex stehen.
Artikel 6: Soziale Verantwortung
Psychologen tragen eine wissenschaftliche und berufliche Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft und der Gesellschaft, in der sie leben und arbeiten. Dieses gesellschaftliche Engagement umfasst die Bereitstellung von Wissen, die Untersuchung und Mitgestaltung der Gesellschaft sowie die Förderung einer Sozialpolitik, die zum Wohlergehen und zur Entwicklung der Gemeinschaft beiträgt.