Europa im 19. Jahrhundert: Politik, Ideologie und Industrie

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Politische Entwicklungen in Europa (19. Jahrhundert)

Die Französische Revolution

  • Fall der Monarchie in Frankreich
  • Gründung der 1. Republik
  • Erklärung der Menschenrechte

Napoleon Bonaparte

  • Errichtung des Empire
  • Dominanz über Kontinentaleuropa

Ende des napoleonischen Reiches (Schlacht von Waterloo)

  • Niederlage Napoleons

Wiener Kongress (1815)

  • Wiederherstellung der Monarchie
  • Mitglieder: Vertreter aus Österreich, Russland, Preußen, Großbritannien, Spanien und Frankreich.
  • Ziele: Stärkung der Restaurierung, Legitimität der Dynastien von 1789 und ein Solidaritätspakt gegen revolutionäre Bewegungen.
  • Neuordnung Europas: Grenzziehungen basierend auf dem Verständnis zwischen den Mächten oder als Bestrafung für die Haltung gegenüber Napoleon.
  • Konsequenz: Entstehung künstlicher Staaten mit rein politischer Einheit.

Entstehung neuer Ideologien

Liberalismus

Der Wirtschaftsliberalismus basiert auf dem Dogma des Laissez-faire. Die Regierung soll nicht in das freie Spiel der wirtschaftlichen Kräfte (Angebot und Nachfrage) eingreifen.

Grundprinzipien der Politik: Schutz bürgerlicher Freiheiten und Grundrechte:

  • Gleichheit vor dem Gesetz
  • Versammlungs-, Rede- und Pressefreiheit
  • Beseitigung willkürlicher Festnahmen
  • Religiöse Toleranz
  • Trennung von Kirche und Staat
  • Rechtsstaatlichkeit
  • Aktives und passives Wahlrecht

Nationalismus

Nationalismus beschreibt das Bewusstsein, Teil einer Gemeinschaft mit eigenen Institutionen, Traditionen, Sprache und Bräuchen zu sein. Nationalisten forderten eine eigene Regierung und nationale Selbstbestimmung. Multinationale europäische Staaten versuchten, diese radikalen Bestrebungen zu unterdrücken.

Die 1. Industrielle Revolution

Zeitraum: Ende des 18. bis 19. Jahrhundert
Ort: England

Industriezweige

  • Baumwolltextilindustrie: Einsatz von Spinnmaschinen und Webstühlen.
  • Metallurgie: Hochöfen und hydraulische Eisenproduktion.
  • Dampfmaschine: Revolutionierung von Mühlen und Verkehr (Eisenbahn, Dampfschiffe).

Neue soziale Gruppen

  • Kapitalistische Bourgeoisie: Besitzer, Banker, Arbeitgeber.
  • Proletariat: Industriearbeiter und Angestellte.

Auswirkungen der Eisenbahn

  • Schnellerer und sicherer Transport
  • Schaffung von Arbeitsplätzen
  • Bedarf an Rohstoffen (Eisen, Kohle, Leder)
  • Neue Infrastruktur (Straßen, Brücken, Bahnhöfe)
  • Entstehung neuer Städte entlang der Strecken

Die bürgerliche Gesellschaft

Die Bourgeoisie zeichnete sich durch Macht, Einfluss und Reichtum aus, der nicht auf der „Geburt“, sondern auf eigenen Verdiensten basierte. Sie strebten nach sozialem Prestige und besetzten Schlüsselpositionen in der Staatsverwaltung.

Gesellschaftliche Schichtung

  • Obere Mittelklasse: Industrielle, Banker, Großunternehmer, leitende Beamte, hohe Militärs.
  • Mittelklasse: Ladenbesitzer, mittlere Beamte, freie Berufe.
  • Arbeiter und Bauern

Die Großbourgeoisie kontrollierte die wirtschaftliche und politische Macht. Typische Gebäude waren Börsen, Opernhäuser, Casinos und Rathäuser.

Lebensbedingungen des Proletariats

Der Arbeitstag in der Fabrik betrug 12 Stunden ohne soziale Absicherung (Urlaub, Krankheit, Alter). Es gab keinen Mindestlohn, und die Löhne reichten oft kaum zum Überleben. Die Lebensbedingungen waren schlecht, geprägt von ärmlichen Wohnverhältnissen in den Vorstädten und mangelnder Hygiene, was häufig zu Krankheiten führte.

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