Europa nach 1919: Versailles und der Erste Weltkrieg
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Europa nach dem Friedensvertrag von Versailles
Nach 1919 entstand mit der Unterzeichnung der verschiedenen Friedensverträge eine neue Landkarte Europas, die erst nach dem Zweiten Weltkrieg erneut geändert werden sollte. Diese Verträge wurden von den unterlegenen Ländern, insbesondere von Deutschland, als demütigend empfunden. Dies führte zu einem Gefühl der Revanche, das in etwas mehr als zwei Jahrzehnten einen neuen, weitaus tödlicheren und zerstörerischeren Krieg entfesseln sollte.
Ursachen des Ersten Weltkriegs
Die Ursachen, die zum Krieg führten, waren:
- Die industrielle Entwicklung und der neokoloniale Wettbewerb erzeugten Spannungen und Rivalitäten in einer Welt, in der auf der Ebene der Märkte und Kolonien nichts mehr zu verteilen übrig war.
- Der Nationalismus war sowohl in den Großmächten als auch in den ihnen untergeordneten kleineren Ländern lebendig.
- Die unmittelbare Ursache des Krieges war die Ermordung von Erzherzog Franz Ferdinand und seiner Frau durch die Hand eines Studenten.
Folgen des Krieges
Die Folgen des Krieges waren:
- Die Sieger teilten die Besitztümer der Besiegten unter sich auf.
- Die multinationalen Imperien Österreich-Ungarn und das Osmanische Reich (Türkei) zerfielen.
- Die alten und mächtigen europäischen Herrscherdynastien verschwanden.
- Die USA etablierten sich als neue Weltmacht. Großbritannien behielt seine Seeherrschaft, und Frankreich baute seine Macht aus, nachdem es seinen traditionellen Feind geschwächt hatte.
Phasen des Ersten Weltkriegs
Der Bewegungskrieg (1914)
Der deutsche Plan sah vor, Frankreich rasch zu erobern. Dies führte zur deutschen Invasion in Belgien und Luxemburg sowie zum Einmarsch in Frankreich, um das Gebiet später zu sichern. Im Jahr 1914 trat Japan in den Krieg ein, um den Deutschen ihre Kolonien im Pazifik zu entziehen. Zudem sperrte das Osmanische Reich (Türkei) die Meerengen des Schwarzen Meeres für die Länder der Triple Entente, was zu erheblichen Versorgungsproblemen in Russland führte.
Der Stellungskrieg (1915–1916)
Nach dem Scheitern des deutschen Offensivplans endete der Bewegungskrieg und ging in einen zermürbenden Stellungskrieg über, bei dem sich die Soldaten in eigens errichteten Schützengräben verschanzten. Der daraus resultierende Abnutzungskrieg forderte auf beiden Seiten eine immense Zahl an Opfern und führte zu einer Pattsituation an den Fronten.
Die Krise von 1917
Das Jahr 1917 stellte einen entscheidenden Wendepunkt im Krieg dar. Es kam zu internen Konflikten und zum Kriegseintritt der USA aufseiten der Triple Entente. Auslöser hierfür war, dass Deutschland die Freiheit der Meere missachtete und amerikanische Schiffe versenkte (uneingeschränkter U-Boot-Krieg). Der US-Eintritt brachte den Verbündeten eine massive Unterstützung an Soldaten sowie wirtschaftlichen und militärischen Ressourcen.