Europa nach Napoleon: Restauration, Liberalismus & Nationalismus
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Europa in der Restauration
Nach dem Sieg über Napoleon trafen sich die europäischen Mächte auf dem Wiener Kongress. Ihr Ziel war die Wiederherstellung des monarchischen Absolutismus. Nachdem die Monarchen wieder auf ihre Throne zurückgekehrt waren, gestalteten die vier Großmächte (Russland, Großbritannien, Preußen und Österreich) die Karte Europas neu:
- Frankreich kehrte zu seinen Grenzen von 1792 zurück.
- Das napoleonische Reich wurde unter den Siegern aufgeteilt.
Die Beschlüsse des Wiener Kongresses wurden durch die Heilige Allianz ergänzt, ein Bündnis zur gegenseitigen Hilfeleistung zwischen den europäischen Monarchen. Um die absolute Ordnung zu wahren, vereinbarten sie regelmäßige Kongresse. Trotz der Rückkehr zum Ancien Régime beeinflussten die Ideen der Französischen Revolution weiterhin viele europäische Länder, was ab 1815 zu Widerstand durch Liberalismus und Nationalismus führte.
Liberalismus
Der Liberalismus ist ein politisches System, das auf dem Individuum basiert. Der Staat muss die Rechte und Freiheiten des Einzelnen sicherstellen. Die Bürger bilden eine Nation, von der die Souveränität ausgeht. Der Liberalismus fordert:
- Ein repräsentatives System (Parlament) zur Gesetzgebung.
- Eine Verfassung, die die Gewaltenteilung garantiert.
- Das Recht auf Eigentum als fundamentale Freiheit.
- Eine auf dem freien Markt basierende Wirtschaft.
Nationalismus
Der Nationalismus ist eine politische Ideologie, die das Recht der Völker auf Selbstbestimmung und Souveränität verteidigt. Eine Nation wird als eine Gruppe von Individuen definiert, die kulturelle Bindungen (Religion, Sprache, Traditionen) teilen. Im 19. Jahrhundert verbreitete sich die Idee einer Europa der freien Nationen als Gegenentwurf zur Heiligen Allianz. Der Nationalismus strebte danach, Staat und Nation in Einklang zu bringen.
Napoleon Bonaparte: Vom Konsul zum Kaiser
Napoleon festigte seine Macht durch eine Politik, die die Errungenschaften der bürgerlichen Revolution konsolidieren sollte. Er ermöglichte die Rückkehr von Verbannten, schloss ein Konkordat mit der Kirche und führte eine zentralistische Verwaltungsreform durch (u. a. die Einführung der Präfekten). Zudem verkündete er das Bürgerliche Gesetzbuch (Code Civil), reformierte das Finanzwesen und das Bildungssystem. Aufgrund seiner militärischen Erfolge und seiner Machtstellung krönte er sich schließlich selbst zum Kaiser.
Die napoleonischen Eroberungen
Napoleons Prestige beruhte auf seiner Fähigkeit, absolute Monarchen zu besiegen. Seine Truppen kontrollierten weite Teile Europas. In den besetzten Ländern setzte er Verwandte als Herrscher ein und verbreitete revolutionäre Ideen.
Der Sturz Napoleons
Die napoleonischen Armeen handelten zunehmend im materiellen Interesse Frankreichs, was in den besetzten Gebieten zu starken nationalen Gefühlen gegen die französische Invasion führte. Die Ideale der Freiheit, die ursprünglich von Frankreich ausgingen, wurden nun zur ideologischen Waffe der Patrioten gegen die französische Besatzung. Der spanische Aufstand von 1808 gegen die Einsetzung von Joseph Bonaparte als König markierte den Beginn des Niedergangs des napoleonischen Kaiserreichs.