Europa im Wandel: Industrialisierung und Weltpolitik
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Internationale Mächte und wirtschaftlicher Wandel
Die internationalen Kräfte: In Westeuropa verlor Großbritannien seine industrielle Vormachtstellung an Deutschland und die Vereinigten Staaten. Frankreich positionierte sich zwischen den Großmächten, während Deutschland zur ersten ökonomischen Macht aufstieg. Die Mittelmeerländer sowie die österreichisch-ungarische und russische Entwicklung verliefen eher schleppend. Auf dem Balkan entstand ein Unruheherd, in dem die widerstreitenden Interessen verschiedener Völker unter österreichisch-ungarischer und russischer Einflussnahme aufeinandertrafen. Außerhalb Europas entwickelten sich die Vereinigten Staaten zu einer industriellen Großmacht, und auch Japan begann eine rasche Industrialisierung.
Internationale Beziehungen und Bündnissysteme
Bismarcksche Systeme
Bismarck organisierte die internationalen Beziehungen in Europa mit dem Ziel, Frankreich zu isolieren und Bündnisse Frankreichs mit Russland zu verhindern. Hierfür wurde ein komplexes System von Allianzen auf Basis der Diplomatie entwickelt.
Der bewaffnete Friede
Dies war eine Zeit des Friedens, in der die europäischen Länder jedoch aufrüsteten. Es bildeten sich zwei große Bündnissysteme heraus:
- Die Triple-Entente: Frankreich, Großbritannien und Russland.
- Der Dreibund: Deutschland, Italien und Österreich-Ungarn.
Bevölkerungswachstum, Migration und Urbanisierung
Wachstum und Emigration
Das europäische Bevölkerungswachstum beschleunigte sich massiv. Die Folgen waren eine hohe Abwanderung sowie eine Zunahme der Stadtbevölkerung. Die Migration wurde oft von Regierungen unterstützt und war eine Reaktion auf soziale Konflikte. Erleichtert wurde dieser Prozess durch die stetige Verbesserung der Schifffahrt.
Wachstum der Städte
Die Städte wuchsen kontinuierlich weiter; zwischen einem Drittel und der Hälfte der Bevölkerung lebte bereits in urbanen Räumen. Das Stadtbild erlebte durch technische Transformationen wie die Einführung von Straßenbahnen und Eisenbahnen einen ständigen Wandel.
Die Zweite Industrielle Revolution
Transformation der Technik
Diese Ära umfasste die Nutzung neuer Energiequellen:
- Elektrizität: Nutzung für Beleuchtung und den Antrieb von Motoren, insbesondere seit der Erfindung der Batterie und des Transformators.
- Öl: Verwendung von Erdöl-Derivaten zum Antrieb von Verbrennungsmotoren.
Veränderungen in der Arbeitsorganisation
Die Organisation der Arbeit wurde grundlegend revolutioniert:
- Fordismus: Von Henry Ford initiiert, ermöglichte er die Massenproduktion. Die Arbeitnehmer spezialisierten sich dabei auf eine einzige, repetitive Aufgabe.
- Taylorismus: Von Frederick W. Taylor entwickelt, untersuchte dieses System Möglichkeiten zur Zeitersparnis bei der Arbeit. Es unterdrückte die freie Bewegung der Arbeiter und markierte die Geburtsstunde der modernen Leitung der Arbeit am Fließband.