Der europäische Geldmarkt und das TARGET-System
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Der europäische Geldmarkt nach Schaffung der WWU
Nach der Schaffung der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) wurde ein einheitlicher Geldmarkt etabliert. Das zentrale Leitungsgremium für die Geldpolitik ist die Europäische Zentralbank (EZB), während die nationalen Finanzmärkte weiterhin ihren Status beibehalten.
Geldmarkt-Assets entsprechen den Cash-Märkten. Die primären Ziele sind die Regulierung und das Management der Liquidität.
- Geldmarkt-Interventionen: Diese verfolgen das primäre Ziel und werden durch teilnehmende Einrichtungen der WWU, des Eurosystems und der EZB vertreten. Hierbei wird das europäische Groß-Zahlungssystem TARGET eingesetzt.
- Interbanken-Markt: Er fungiert als Kreditgeber für alle Liquiditätsmanagement-Prozesse im Euro-Währungsraum. Hierbei sind auch Nicht-EWU-Teilnehmer involviert.
Gemeinsame Merkmale:
- Es handelt sich um Kernmärkte und Fundstellen, die voneinander unabhängig sind.
- Der Fokus liegt ausschließlich auf dem Euro.
- Es sind Großhandelsmärkte mit sehr kurzfristigen Laufzeiten.
- Spezialisierte Betreiber wickeln ihre Operationen über ESZB-Konten ab und nutzen das Groß-Zahlungssystem TARGET.
Instrumente der EZB und das TARGET-System
Die wichtigsten Instrumente der EZB zur Steuerung sind:
- Offenmarktgeschäfte
- Ständige Fazilitäten
- Mindestreserve-Koeffizient (Coefficient of Cash)
Das TARGET-System
Das TARGET-System ist das Interbank-Zahlungssystem der EU. Es verbindet die unterschiedlichen RTGS-Systeme der nationalen Zentralbanken mit dem EZB-Mechanismus für Zahlungen.
- Es ist ein System zur Liquidation in Echtzeit.
- Es ermöglicht die individuelle Verrechnung von Zahlungsaufträgen.
- Ziel: Ein sicheres und zuverlässiges Real-Time Gross Settlement (RTGS) für grenzüberschreitende Zahlungen.
Die Architektur basiert auf einer Interconnect-Struktur (Linking) zwischen den nationalen Zentralbanken, die die Übersetzung von Nachrichten zwischen nationalem und internationalem Umfeld ermöglicht.
Der Interbankenmarkt: Funktionen und Merkmale
Der Interbankenmarkt entsteht, wenn Kreditgeber Einlagen für einen Tag oder längere Fristen übertragen. Seine Funktionen im Markt sind:
- Förderung: Deckung des restlichen Finanzierungsbedarfs.
- Trading: Einnahme von Positionen mit dem alleinigen Zweck der Gewinnzielung.
- Grundlage: Er dient als Basis für geldpolitische Operationen.
Die Bedeutung dieses Marktes zeigt sich durch die hohe Beteiligung von Institutionen, das enorme Verhandlungsvolumen, die operative Agilität sowie die Sicherheit der Operationen.
Hauptmerkmale des Marktes
- Bilateral ausgehandelte Abkommen (persönlich gesicherte Darlehen).
- Strenge Eintrittsschranken und keine blinden Verhandlungen.
- Befristete Einlagen und spezifische Liquidität.
- Operationen zählen nicht zu den Mindestreserven.
Probleme des Marktes
Zu den Herausforderungen gehören die hohe Konzentration von Operationen auf Übernachtgeschäfte (Overnight), Schwierigkeiten bei der Verlängerung von Risikolinien im Interbankenmarkt sowie eine hohe Sensibilität gegenüber Liquiditätsrisiken.