Die europäische Kunst-Avantgarde nach dem Ersten Weltkrieg
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Die europäische Kunst-Avantgarde nach 1918
Nach dem Ersten Weltkrieg war die Situation der europäischen Kunst durch eine außerordentliche Komplexität gekennzeichnet. Es entwickelten sich sogenannte Avantgarde-Bewegungen, die in einigen Ländern eine zutiefst radikale Form annahmen und sich der Verarbeitung oder Kritik der bestehenden Gesellschaft widmeten.
Krise der Werte und der Primat des Irrationalen
Die tiefe Krise der Werte zur Jahrhundertwende führte zu einer Ablehnung der Vernunft. Da man glaubte, das Leben allein durch Logik nicht verstehen zu können, kam es zum Primat des Irrationalen und des Unbewussten. Die Kunst spiegelt diese Ablehnung des Figurativen wider; der moderne Irrationalismus wurde durch neue Ausdrucksmöglichkeiten wie Fotografie, Technik und Film angeregt.
Die wichtigsten Kunstströmungen im Überblick
- Futurismus: Man suchte nicht nach Schönheit; stattdessen wurde die Hässlichkeit als eine wichtige neue Kategorie der Kunst übernommen. Er feiert die Mythen und Klischees der Moderne: Geschwindigkeit, Maschinen und Stärke. Diese Bewegung war vor allem in Italien bedeutend, und ihr Gründer, Marinetti, stand dem Faschismus sehr nahe.
- Expressionismus: Eine in Deutschland entstandene Bewegung, welche die sichtbare Welt verformt, um dem Empfänger ein tragisches Lebensgefühl zu vermitteln. Sie äußert die Realität aus einem gequälten Ich heraus. Wassily Kandinsky ist ein repräsentativer Maler dieser Bewegung. Auch expressionistische Elemente in den frühen Werken von Valle-Inclán und Baroja können hier ausfindig gemacht werden.
- Kubismus: Gekennzeichnet durch einen Geist der Geometrie. Die Kubisten analysieren die Realität bis zu ihrem logischen Schluss, teilen Volumina auf, studieren deren Teile und reduzieren sie auf geometrische Formen. Picasso und Juan Gris sind die namhaftesten Vertreter dieser Bewegung.
- Die Abstraktion: Die Abstraktion will eine reine Kunst schaffen. In der Malerei werden Bildelemente aus der Wirklichkeit entlassen; Form und Farbe werden zum eigentlichen Ausdrucksmittel. Auch in dieser Zeit entwickelte sich das Konzept der reinen Poesie.
- Dadaismus: Der Erste Weltkrieg löste eine Krise der Werte aus. Die Dadaisten fühlten, dass nur Protest, Irrationalismus, die absolute Negation und Anarchie konsistente Antworten auf die Dummheit der Welt darstellten.
- Surrealismus: Diese neue Bewegung erbte vom Dadaismus die Idee, dass die Vernunft nichts anderes als ein lästiges Hindernis für die Entwicklung der Kreativität sei.
Einflüsse im hispanischen Raum
Im hispanischen Bereich sind der Kreationismus und der Ultraismus als zwei wichtige ästhetische Bewegungen zu erwähnen. Einige Schriftsteller der Generation von 27 beteiligten sich aktiv an ihnen. Andere, wie Federico García Lorca (Dichter in New York) oder Vicente Aleixandre (Die Zerstörung oder die Liebe), haben wichtige Beiträge zur surrealistischen Bewegung geleistet.