Europäische Regionalpolitik und die Kanarischen Inseln
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Die Europäische Regionalpolitik
Die europäische Regionalpolitik verfolgt zwei Hauptziele: den Abbau regionaler Ungleichgewichte und die Förderung der regionalen Entwicklung. Ein erster Versuch im Jahr 1986 blieb erfolglos. Das übergeordnete Ziel ist die Stärkung des territorialen Zusammenhalts und der Solidarität innerhalb der Europäischen Union.
Ziele und Strategien 2007–2013
Die Regionalpolitik für den Zeitraum 2007–2013 fokussierte sich auf drei Kernbereiche:
- Konvergenz: Unterstützung für weniger entwickelte Regionen.
- Wettbewerbsfähigkeit: Förderung von Wirtschaftswachstum, Forschung und Entwicklung.
- Europäische territoriale Zusammenarbeit: Grenzüberschreitende Projekte.
Instrumente der Regionalpolitik
- EFRE (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung): Finanzierung von Konvergenz, Wettbewerbsfähigkeit und Zusammenarbeit.
- ESF (Europäischer Sozialfonds): Förderung der menschlichen Entwicklung und Beschäftigung.
- Kohäsionsfonds: Finanzierung von Infrastrukturprojekten (Umwelt und Verkehr).
Im Zeitraum 2007–2013 erhielt Spanien hierfür rund 35 Milliarden Euro. Die Auswirkungen dieser Politik beinhalten eine teilweise Abtretung nationaler Souveränität an die EU, haben jedoch die wirtschaftliche Konvergenz Spaniens innerhalb Europas maßgeblich gefördert.
Die Kanarischen Inseln als Region in äußerster Randlage
Der Beitritt Spaniens zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) im Jahr 1986 markierte einen Wendepunkt für die Kanarischen Inseln. Nach komplexen Verhandlungen ab 1983 wurden Sonderregelungen getroffen, darunter die Befreiung von der Mehrwertsteuer und eine flexible Anwendung des Gemeinsamen Außenzolls (TEC).
Herausforderungen der Randlage
Die Kanarischen Inseln gehören – zusammen mit den Azoren, Französisch-Guayana, Réunion und Guadeloupe – zu den Regionen in äußerster Randlage (RUP). Sie stehen vor gemeinsamen Herausforderungen:
- Geografische Distanz zum europäischen Festland.
- Nähe zu weniger entwickelten Drittstaaten.
- Natürliche Benachteiligungen durch Relief, Klima und Naturrisiken.
Diese Faktoren führen zu einer starken wirtschaftlichen Abhängigkeit und hohen Produktionskosten, da Skaleneffekte aufgrund der Marktentfernung kaum erreicht werden können.
Strategische Maßnahmen und Programme
Die EU erkennt diesen Status durch spezifische wirtschaftliche Maßnahmen an. Ziel ist es, die Situation der RUP-Regionen innerhalb der Globalisierung zu stärken. Zu den spezifischen Instrumenten gehören Programme wie POSEICAN, REF, SIC, SAC, SF, RE und PPC.
Durch diese gezielte Unterstützung konnten die Kanarischen Inseln ihren Entwicklungsrückstand gegenüber dem Rest Spaniens deutlich verringern, auch wenn sie im Zeitraum 2007–2013 nicht mehr als eine der am stärksten zurückgebliebenen Regionen eingestuft wurden.