Die Europäische Union: Wirtschaft, Handel und Erweiterung
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Interregionale Initiativen
Europäische Regionen können Beziehungen untereinander aufbauen und gemeinsame Initiativen über Staatsgrenzen hinweg unternehmen. Katalonien beteiligt sich an zwei wesentlichen Initiativen:
- Vier Motoren für Europa: Gegründet 1988, umfasst diese Gruppe Baden-Württemberg, Katalonien, Rhône-Alpes und die Lombardei. Ziel ist eine gemeinsame Vision für die wirtschaftliche, technologische und kulturelle Entwicklung als Regionalismus-Block gegenüber den EU-Institutionen.
- Euroregion: Gegründet 1989, umfasst sie Roussillon, Languedoc und Midi-Pyrénées. Sie fördert Aktivitäten in den Bereichen Landwirtschaft, Fischerei, Tourismus und Kultur, um gemeinsame Interessen zu verteidigen und die sozioökonomischen Beziehungen nördlich und südlich der Pyrenäen zu stärken.
Außenhandel in der Europäischen Union
Europäische Wirtschaft
Nach der wirtschaftlichen und kulturellen Globalisierung wuchs der Wunsch, sich von einer zunehmenden Homogenität zu distanzieren. Diese Bewegung, die nach dem Zweiten Weltkrieg an Kraft gewann, wird oft als Europäismus bezeichnet.
Die EU ist eine Gemeinschaft von Staaten mit 376 Millionen Einwohnern. Als Ganzes betrachtet ist sie die zweitgrößte Wirtschafts- und Handelsmacht der Welt und bildet gemeinsam mit den USA und Japan die drei Säulen des globalen freien Marktes und der parlamentarischen Demokratie.
Außenhandel mit Gütern
Das durchschnittliche Verhältnis von Importen und Exporten zum BIP liegt in der EU bei 9 %, während es in den USA bei 7 % und in Japan bei 6 % liegt. Der Handel der EU-Staaten mit dem Rest der Welt basiert auf einem komplexen Netzwerk geopolitischer und historischer Umstände sowie internationaler Abkommen. Die EU ist ein bedeutender Block im weltweiten Austausch von Waren und Dienstleistungen.
Das Handelsbilanzdefizit der EU-Mitgliedstaaten mit dem Rest der Welt ist negativ, da der Überschuss bei Industrieprodukten nicht ausreicht, um den Bedarf an Energie und Rohstoffen auszugleichen.
Außenhandel mit Dienstleistungen
Das Volumen der grenzüberschreitenden Transaktionen von EU-Unternehmen in den Bereichen Transport, Versicherung und Tourismus entspricht etwa einem Drittel des Warenvolumens. Die Bilanz ist hier jedoch positiv. Diese Vorteile lassen sich in zwei Aspekte zusammenfassen:
- Ausgleich des öffentlichen Defizits im Warenhandel.
- Die europäische technologische Entwicklung ermöglicht es, im globalen Wettbewerb nachhaltig zu bestehen.
Während die EU im Seeverkehr und Tourismus Überschüsse erzielt, weist der audiovisuelle Sektor aufgrund der starken US-Konkurrenz ein Defizit auf. Auch im Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) ist die Bilanz negativ, da europäische Unternehmen hohe Lizenzgebühren für Patente zahlen müssen.
Expansion der Europäischen Union
Politische Stabilität und wirtschaftliche Stärke sind die Hauptgründe für das Streben von Staaten nach einem EU-Beitritt. Die Vereinheitlichung ist ein Faktor für Frieden und Entwicklung, wenngleich die Beitrittsprozesse komplexe Verwaltungsverfahren erfordern, die erhebliche Investitionen und Zeit beanspruchen.
Beitrittskriterien
Jeder Staat, der der EU beitreten möchte, muss die Grundsätze der Freiheit, Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit akzeptieren. Das politische Kriterium verlangt institutionelle Stabilität. Zudem müssen wirtschaftliche Kriterien erfüllt sein: Das Land muss eine funktionierende Marktwirtschaft besitzen und wettbewerbsfähig sein. Vor dem Beitritt erhalten Kandidaten finanzielle Unterstützung durch das PHARE-Programm. Der Prozess ist langwierig, wie das Beispiel der Türkei zeigt, deren Verhandlungen erst 2004 begannen.
Die neuesten Erweiterungen der Europäischen Union
Am 1. Mai traten Polen, Ungarn, die Slowakische Republik, Slowenien, Estland, Litauen, Lettland, Zypern und Malta der EU bei. Bulgarien und Rumänien folgten 2007. Mit der Erweiterung auf 27 Mitgliedstaaten stieg die Zahl der Abgeordneten im Europäischen Parlament von 626 auf 738.