Die Evolutionstheorie: Von Lamarck bis Darwin
Eingeordnet in Medizin & Gesundheit
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 3,7 KB
1. Der lange Weg zur Evolutionstheorie
Die Unveränderlichkeit der Arten
Früher herrschte die Vorstellung, dass alle Arten so erschaffen wurden, wie wir sie heute sehen, und seitdem unverändert geblieben sind.
- Die anthropozentrische Sicht: Kopernikus entfernte die Erde aus dem Mittelpunkt des Universums und widerlegte damit die Auffassung, dass alles für die Menschheit geschaffen wurde.
- Das junge Alter der Erde: Basierend auf der Genesis wurde angenommen, die Erde sei erst 6000 Jahre alt, was nicht genügend Zeit für evolutionäre Veränderungen ließ.
- Falsche Beweise: Beobachtungen, die dem gesunden Menschenverstand entsprachen, wurden als unwiderlegbare, aber faktisch falsche Beweise dargestellt.
Georges Cuvier, der Fossilien im Detail studierte, erkannte, dass viele Arten sich von heutigen unterschieden. Er war der erste Wissenschaftler, der vom Artensterben sprach. Um das Verschwinden von Arten zu erklären, schlug er eine Erdgeschichte vor, in der Katastrophen Teile des Lebens auslöschten.
Der Lamarckismus: Die Umwandlung der Arten
Lamarck glaubte, dass biologische Arten nicht unverändert bleiben. Er war überzeugt, dass der Mensch eine natürliche Tendenz zur Komplexität und zum Fortschritt habe. Seine grundlegenden Ideen waren:
- Körper verändern sich zwangsläufig im Laufe der Zeit.
- Änderungen der Umweltbedingungen führen dazu, dass Arten ihre Gewohnheiten und Bedürfnisse anpassen.
- Die Gewohnheiten der Organismen bestimmen die Veränderungen; der Bedarf kann sogar neue Körperteile schaffen.
- Vererbung erworbener Eigenschaften: Die Anhäufung dieser Änderungen würde zu einer neuen Spezies führen. Der wichtigste Fehler dieser Theorie war die Annahme, dass Modifikationen, die ein Individuum zu Lebzeiten erwirbt, an die Nachkommen weitergegeben werden.
2. Die Darwinsche Revolution
Charles Darwin nahm als Naturforscher an der fünfjährigen Weltreise der HMS Beagle teil. Seine grundlegenden Ideen waren:
- Überproduktion: Es werden mehr Individuen einer Art geboren, als überleben können, da die natürlichen Ressourcen begrenzt sind.
- Variabilität: Innerhalb einer Spezies gibt es vererbbare Unterschiede.
- Natürliche Selektion: Da nicht alle Individuen gleich sind und nicht alle überleben können, haben diejenigen mit vorteilhaften Merkmalen bessere Überlebenschancen.
- Allmählicher Wandel: Die Individuen, die überleben, geben ihre vorteilhaften Merkmale an ihre Nachkommen weiter, was den Wandel der Population vorantreibt.
Natürliche Selektion und Anpassung
Darwin verglich die natürliche Selektion mit der künstlichen Auslese durch Tierzüchter. Während der Züchter gezielt Eigenschaften auswählt, tut dies die Natur dauerhaft. Er stellte fest, dass Organismen an ihre Umwelt angepasst sind, unterschied sich jedoch in der Erklärung von Lamarck:
- Lamarck: Die Umwelt induziert Veränderungen in den Organismen. Die Entwicklung wäre teleologisch (zielgerichtet).
- Darwin: Die Umwelt wählt lediglich die vorteilhaftesten Merkmale aus der vorhandenen Variabilität aus.
Kriterien des Wandels in der Natur
Die Umwelt verändert sich durch Klimawandel, neue Räuber, Parasiten oder Konkurrenten. Dies beeinflusst die natürliche Selektion. Eine homogene Population ist gegenüber Umweltveränderungen besonders anfällig, während eine Population mit größerer genetischer Vielfalt bessere Überlebenschancen hat.