Evolutionstheorien und Artbildung: Grundlagen kompakt
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Evolutionstheorien
Darwin
- Überleben der am besten angepassten Individuen
- Wettbewerb um lebenswichtige Ressourcen
- Organismen erzeugen mehr Nachkommen als erforderlich
- Individuen einer Art gleichen sich nie ganz
- Individuen, die durch Zufall besser an die Umweltbedingungen angepasst sind, haben mehr Nachkommen
- Das zufällige Auftreten neuer Merkmale lässt sich durch Rekombination und Mutation erklären
Lamarck
- Innerer Drang von Tieren, sich anzupassen
- Gebrauch bzw. Nichtgebrauch von Organen führt zur stärkeren Ausprägung bzw. zu deren Rückbildung
- Erworbene Merkmale werden weitervererbt
- Aus wissenschaftlicher Sicht ist die Theorie widerlegt
Artbegriff
- Biologisch: Lebewesen, die sich in der Natur miteinander kreuzen, fruchtbare Nachkommen haben und gegenüber anderen fortpflanzungsbiologisch getrennt sind, bilden eine Art.
- Morphologisch: Die Gesamtheit aller Lebewesen, die in allen wesentlichen Merkmalen untereinander und mit ihren Nachkommen übereinstimmen, bilden eine Art.
- Populationsgenetisch: Eine Art besteht aus einer Population, deren Genpool gegen andere Arten isoliert ist.
Isolationsmechanismen
- Geografische Separation: Trennung von Arten durch unterschiedliche Barrieren
- Ethologische Isolation: Z. B. bei Vögeln unterschiedliche Paarungsrufe
- Zeitliche Isolation: Arten pflanzen sich zu unterschiedlichen Zeiten fort
- Mechanische Isolation: Geschlechtsorgane passen nicht zusammen
- Gametische Isolation: Trotz erfolgreicher Paarung ist die Eizelle mit dem Spermium nicht kompatibel
Formen der Artbildung
- Allopatrische Artbildung: Geografische Separation; Unterbrechung des Genflusses durch neu entstandene geografische Barrieren. Veränderung des Genpools durch Gendrifts, Mutationen und Selektion.
- Parapatrische Artbildung: Eine Population einer Art besiedelt einen neuen Lebensraum durch bessere Anpassung. Wenn die unangepassten Hybriden der beiden Populationen aussterben, bricht der Genfluss ab.
- Sympatrische Artbildung: Zeitliche oder ethologische Isolation; Artbildung durch sexuelle Selektion auf genetischer Basis.
Selektionsfaktoren
Grundlagen: Variation, Rekombination, Mutation
- Abiotische Selektionsfaktoren: Wind, Temperatur, Feuchtigkeit
- Biotische Selektionsfaktoren:
- Intraspezifische SF: Sexuelle Selektion: Auswahl eines Sexualpartners anhand von bestimmten Merkmalen (z. B. Gesang)
- Interspezifische SF: Nachahmung der Umweltumgebung; Nachahmung einer anderen Art
Selektionstypen
- Stabilisierende Selektion: Extreme Formen werden ausgeschlossen.
- Transformierende Selektion: Wenn sich die Umwelt ändert, ändert sich im Laufe der Zeit die Farbe der Population (Beispiel).
- Disruptive Selektion: Zwei oder mehrere entgegengesetzte Phänotypen teilen sich auf. Es sind nun zwei Arten entstanden.
Koevolution
- Definition: Wechselseitige Anpassung zweier Arten. Beide Arten üben jeweils einen Selektionsdruck auf die andere Art aus.
- Mutualistische Beziehung: Wechselbeziehung zwischen artverschiedenen Organismen, bei der beide Partner aus Strukturen, Produkten oder Verhaltensweisen Nutzen ziehen (z. B. Blüte und Bestäuber).
- Antagonistische Beziehung: Gegeneinander gerichtete Wirkungsweise (z. B. Parasit und Wirt oder Räuber und Beute).