Evolutionstheorien: Von Lamarck bis zum Neodarwinismus
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Evolutionismus und Fixismus
Nach der biologischen Auffassung des Fixismus wird behauptet, dass die vorhandenen Lebewesen unveränderlich und unabhängig voneinander waren und dass alle ihre Merkmale im Laufe der Zeit mit den gleichen Grundlagen bestehen blieben.
Aus den Werken von Lamarck und Darwin entstand die Evolutionstheorie. Diese behauptet, dass das Universum und das Leben in all seinen Erscheinungsformen – und daher alle Arten – das Ergebnis von Veränderung und Anpassung sind. Diese Theorie wird als Entwicklung bezeichnet. Sie argumentiert, dass heute lebende Arten von anderen, bereits verschwundenen Arten abstammen, welche wiederum von anderen abstammen, bis man die ersten lebenden Organismen erreicht, von denen sie alle herkommen. Für die Evolution gehören alle Lebewesen zu einer einzigen großen Familie, die sich im Laufe der Erdgeschichte entwickelt hat.
Erste Evolutionstheorien
Wissenschaftler sind sich in folgenden Punkten nicht einig:
- In der Erklärung der Mechanismen, die dazu führen, dass einige Arten sich unterschiedlich entwickeln.
- In der Beschreibung der verschiedenen Wege, denen die Entwicklung der Arten im Laufe der Zeit gefolgt ist.
- In der Frage, ob die Evolution einen bestimmten Zweck verfolgt oder nicht.
Jean-Baptiste de Lamarck
Laut Lamarck:
- Die erworbenen Variationen werden auf die Nachkommen übertragen und können schließlich zu neuen Arten führen.
- Für Lamarck erklärt sich die Entwicklung rational und wissenschaftlich durch Veränderungen an den Organen, die in lebenden Organismen unter dem Einfluss der Umwelt auftreten. Diese resultieren aus dem Gebrauch oder Nichtgebrauch: Organe, die weit verbreitet genutzt werden, gelangen zur Entwicklung, während nicht verwendete Organe atrophieren (verkümmern).
Lamarck erklärte jedoch nie die Gründe für diesen Trend zur Perfektion.
Charles Darwin
Nach ihm ist die Ursache der Evolution die natürliche Auslese.
Populationen wachsen schneller als das Nahrungsangebot. Dies führt zum Kampf ums Dasein. Dieser findet sowohl zwischen Individuen und Varietäten der gleichen Art als auch zwischen verschiedenen Arten statt. Im Kampf ums Dasein überleben und fortpflanzen sich nur die Stärksten (bzw. am besten Angepassten). Die vorteilhaften Variationen einzelner Individuen werden durch Vererbung verewigt, während schwache Individuen ausscheiden. Die am besten Geeigneten überleben und geben diese Änderungen an ihre Nachkommen weiter.
Darwin glaubte, dass die Evolution keinen Zweck hat. Die Veränderungen, die in lebenden Organismen vorkommen, sind das Ergebnis von Zufall. Alles hängt von den Umständen der Umwelt ab.
Lamarck und Darwin: Das Vererbungsproblem
Es stellte sich ein Problem: Warum werden bestimmte Veränderungen in Lebewesen vererbt und andere nicht?
Es bestand die wissenschaftliche Unmöglichkeit der Unterscheidung zwischen Modifikationen (Abweichungen durch Umwelteinflüsse, die nicht vererbt werden) und Mutationen (Veränderungen, die in den Genen der Organismen auftreten und übertragen werden). Es bedurfte erst der Entdeckungen von Mendel über die Vererbung und jener von Hugo de Vries über die Gene, der als Erster zwischen zwei Arten von Variationen unterschied.
Die Evolution heute: Synthetische Theorie
Synthetische Theorie der Evolution oder Neodarwinismus.
Seine grundlegenden Lehren sind:
- Individuen können Mutationen erfahren, die zufällig auftreten und nicht zielgerichtet sind.
- Mutationen sind relativ häufig in allen Arten.
- Einige Mutationen sind günstig und andere ungünstig. Die Natur selektiert so, dass diejenigen begünstigt werden, deren Gene eine Anpassung an die Umwelt ermöglichen.
- Die vorteilhaften Mutationen werden durch Vererbung verewigt. Der Ursprung der Spezies existiert nur in Richtung einer besseren Anpassung.
Kurz gesagt: Der Neodarwinismus besagt, dass zufällige Mutationen die Veränderungen erklären, die vererbt werden, und die natürliche Selektion die Evolution steuert, indem sie nicht-adaptive Varianten eliminiert und die am besten angepassten Individuen verewigt.
Der Prozess der Menschwerdung (Hominisation)
Der Prozess der Hominisation beschreibt die Entstehung des Menschen aus anderen Lebewesen, insbesondere aus anderen Primaten.
Die älteste Gruppe von Hominiden-Fossilien ist der Ardipithecus.
Zweck und Richtung der Evolution
Die Evolution hat keinen Zweck. Sie ist nicht auf ein Ideal der Vollkommenheit gerichtet. In der Alltagssprache bedeutet "Evolution" oft "Veränderung zum Besseren". Im Sinne des Darwinismus und Neodarwinismus bedeutet "Evolution" jedoch schlicht "Wandel".
Evolution und Religion
Religiöse Erzählungen besagen, dass Gott den Menschen direkt schuf. Die Schöpfungsberichte widersprechen jedoch weder der Evolutionstheorie noch der Behauptung, dass der Mensch vom tierischen Leben abstammt, da sie dem biologischen Erscheinungsbild des Menschen keine rein religiöse Bedeutung im naturwissenschaftlichen Sinne geben. Sowohl der Fixismus als auch die Evolution sind wissenschaftliche Theorien, und beide können mit dem Kreationismus kompatibel interpretiert werden.