Fachwissen Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK)

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Gasinstallation und Sicherheitstechnik

Leitungsarten und Bauteile (Nr. 290)

Leitungsabschnitte:

  • a) Versorgungsleitung
  • b) Hausanschlussleitung
  • c) Verteilungsleitung
  • d) Steigleitung
  • e) Verbrauchsleitung
  • f) Gasgeräteanschlussleitung
  • g) Abzweigleitung

Bauteile und Armaturen:

  1. Grundstücksabsperrung
  2. Gasströmungswächter (GS)
  3. Hauseinführung
  4. Ausreißsicherung
  5. Hauptabsperreinrichtung (HAE)
  6. Lösbare Verbindung
  7. Druckregler
  8. Sicherheits-Gassteckdose
  9. Sicherheits-Gasschlauch
  10. Gas-Heizkessel
  11. Gas-Durchlaufwasserheizer
  12. Gasabsperrhahn
  13. Gas-Kombiwasserheizer
  14. Gasherd (4-flammig)

Nach Fertigstellung: Der Gaszähler im Keller wurde am falschen Platz angeschlossen.

Vor der Dichtheitsprüfung: Absperrhähne mit thermisch auslösender Absperreinrichtung (TAE) müssen vor Gasgeräten installiert werden, um die Gaszufuhr im Brandfall selbsttätig zu unterbrechen.

Gasmangelsicherung und Bauteile (Nr. 310)

Druckknopf der Gasmangelsicherung: Der Knopf soll das Öffnen bei Vorhandensein von Gasdruck erleichtern, da sich die Gasmangelsicherung bei einem Druckabfall bzw. Defekt im Kreislauf selbsttätig schließt.

Gasströmungswächter (Nr. 330)

Kennzeichnung und Funktion: Erkennbar an der gelben Markierung. Wenn plötzlich ein höherer Gasdurchsatz als vorgesehen besteht (z. B. durch Rohrbruch), schließt der Gasströmungswächter automatisch, sodass kein unkontrolliertes Gas austritt.

Aufgabe/Überströmöffnung: Nach Behebung des Schadens und Schließen aller Armaturen strömt Gas über eine definierte kleine Überströmöffnung nach, wodurch sich der Leitungsdruck wieder aufbaut und der Wächter allmählich wieder öffnet.

Wobbe-Index (Nr. 340)

Der Wobbe-Index dient zur Kennzeichnung der Qualität von Brenngasen hinsichtlich der Wärmebelastung von Gasgeräten bei gleichem Düsendruck.

Abgasüberwachungseinrichtung (Nr. 370)

Ablauf und Funktion:

  • A) Abgasüberwachungseinrichtung (AÜ).
  • B) Stauen sich die Abgase bzw. strömen sie in den Aufstellraum zurück, erfassen Thermosensoren den Temperaturanstieg. Die Steuerung aktiviert die Sicherheitsabschaltung und schließt das Gasmagnetventil.
  • C) Die Auslösezeit beträgt ca. 15 bis 20 Minuten.

Trinkwasserinstallation und Armaturen

Druckminderer und Druckregler (Nr. 93)

Bauteile: Druckregler, Membran, Druckfeder, Regelventil, ungeregelter Vordruck, geregelter Hinterdruck, Filtertasse, Einstellschraube, Entlastungsbohrungen. Druckanzeigende Armatur: Manometer für Vordruck und Hinterdruck.

Druckeinstellung (stichpunktartig):

  • Trinkwasser-Rohrleitung druckentlasten
  • Feststellschraube bzw. Kontermutter lösen
  • Gewünschten Hinterdruck an der Einstellschraube einstellen
  • Einstellschraube wieder sichern/befestigen

Funktionsweise: Reduziert den schwankenden Eingangsdruck auf einen konstanten, voreingestellten Ruhedruck und hält diesen Fließdruck gleichmäßig. Schließt den Fließweg bei Druckanstieg und öffnet bei Druckabfall hinter dem Ventil.

Hausanschluss Trinkwasser (Nr. 105)

Komponenten des Wasserhausanschlusses:

  1. Versorgungsleitung
  2. Anbohrschelle
  3. Hausanschlussleitung
  4. Wanddurchführung
  5. Wasserzähleranlage
  6. Ventil ohne Entleerung
  7. Wasserzähler (WZ)
  8. Rückflussverhinderer
  9. KFR-Ventil (Kombiniertes Freistromventil mit Rückflussverhinderer)
  10. Prüfeinrichtung
  11. Entleerung
  12. Anschlusspunkt

A) Anschlussleitung WVU; B) Verbrauchsleitung.

Sicherungsarmaturen gegen Rücksaugen (Nr. 111)

  • Freier Auslauf: Abstand h = 3 × di zur Vermeidung von Rücksaugen.
  • Rohrunterbrecher (Bauformen A1 und A2): In Druckspülern oder als eigenständiges Bauteil verbaut. Wirkungsweise: Belüften bei Unterdruck die Leitung und verhindern so das Rücksaugen von Nichttrinkwasser.
  • Rückflussverhinderer: Lässt das Wasser nur in eine Fließrichtung strömen. Versucht Wasser zurückzufließen, schließt der Ventilteller und sperrt die Fließrichtung ab.

Druckspülertechnik (Nr. 280 & Nr. 360)

Eigenschaften (Nr. 280): Bauteil-Reihenfolge (z. B. 4-8-6-1-3-7-2-5).

  • a) Art: Selbstschlussarmatur
  • b) Vorteile: Platzsparend, spart Wasser durch präzise Spülmengenbegrenzung
  • c) Fließdruck im Leitungsnetz erforderlich

Funktionsweise (Nr. 360): Durch Betätigen des Druckknopfs wird das Entlastungsventil geöffnet, wodurch der Kolben angehoben wird und die Spülung einsetzt.

Mischarmaturen (Nr. 320)

Gemeinsamkeiten: Beides sind Sanitärarmaturen zur Regulierung von Temperatur und Durchfluss.

  • Thermostatbatterie: Hält die Mischwassertemperatur selbsttätig konstant, unabhängig von Druck- und Temperaturschwankungen in den Zulaufleitungen.
  • Temperierbatterie / Standardmischer: Handbetätigte Armatur zur Entnahme von Wasser; die gewünschte Temperatur muss manuell durch Mischen von Kalt- und Warmwasser nachjustiert werden.

Heizungstechnik und Regelung

Gasfeuerungsautomat und Messgeräte (Nr. 130)

Ionisationszündüberwachung: 1) Zündtrafo, 2) Zündelektrode, 3) Ionisationselektrode.

Wirkungsweise: Das elektronische Steuergerät legt eine Wechselspannung zwischen Brenner und Ionisationselektrode an. Die Flamme wirkt als Gleichrichter und erzeugt einen pulsierenden Gleichstrom (Ionisationsstrom). Erlischt die Flamme, fällt der Strom ab und das Gasventil schließt sofort.

Armaturen an der Heizungsanlage: Es werden zwei Thermometer (für Vorlauf und Rücklauf) benötigt, um die Temperaturdifferenz infolge der Wärmeabgabe zu überwachen. Ein Manometer genügt, da der Heizkreislauf geschlossen ist und der statische Druck im gesamten Kreislauf einheitlich anliegt.

Außenfühler (Nr. 153)

Montagekriterien: Nord- oder Nordwestfassade; nicht direkter Sonneneinstrahlung aussetzen; Montagehöhe ca. 2,5 bis 3 m; nicht über Fenstern, Lüftungsauslässen, Nischen oder unter Dächern anbringen.

Überprüfung: Mit Vielfachmessgerät (Multimeter) Widerstandswert messen und mit den Temperatur-Kennlinien in den Herstellerunterlagen vergleichen.

Heiztherme und Gasgeräte (Nr. 190 & Nr. 201)

Bauteile Gastherme (Nr. 190): 1) Regler, 3) Vorlauffühler, 5) Abgasüberwachung (AÜ), 7) Manometer, 8) KFE-Hahn, 10) Hydraulikschalter, 11) Umwälzpumpe, 12) Membran-Ausdehnungsgefäß (MAG), 16) Strömungssicherung, 20) Plattenwärmetauscher, 24) Wasserschalter. Anschlüsse: a) Heizungsvorlauf, b) Trinkwasser warm, c) Gas, d) Trinkwasser kalt, e) Heizungsrücklauf.

Funktionsprüfung Abgasüberwachung: Abgasweg künstlich verschließen, Sichtprüfung durchführen, Abschaltzeit überprüfen (Abschaltung nach max. 2 Minuten bzw. 15–20 Minuten gemäß Tabellenwert).

Gerätearten nach DVGW-TRGI (Nr. 201):

  • Art A (z. B. A1, A2): Raumluftabhängig ohne Abgasanlage (z. B. Gas-Kochherd ab 15 m³ Rauminhalt, Terrassenstrahler mit Piezozündung).
  • Art B (z. B. B11): Raumluftabhängig mit Strömungssicherung und Abgasabführung (z. B. Durchlaufwasserheizer).
  • Art C (z. B. C43): Raumluftunabhängig, Anschluss an Luft-Abgas-System (LAS).

Abgasaustrittsprüfung: Fenster und Türen des Aufstellraums schließen, um ungünstige Nachströmbedingungen zu simulieren. Gasgerät einschalten, ca. 5 Minuten betreiben und an der Strömungssicherung mit Taupunktspiegel kontrollieren, ob Abgas in den Raum austritt.

Messwerte und Sicherungsarmaturen (Zusammenfassung)

Messparameter bei der Abgasüberwachung: CO, CO2, O2, NOx; Anschlussdruck 20 mbar bzw. 25 mbar; Abgassicherheitsarmaturen: Sicherungskombination, Rückflussverhinderer, Systemtrenner, Rohrtrenner, freier Auslauf, Rohrunterbrecher A1.

Heizkurve und Kennlinien (Nr. 270)

Fußpunktverschiebung / Sollwerterhöhung: Verschiebt die Heizkurve parallel nach oben (höhere Vorlauftemperatur bei milden und kalten Außentemperaturen). Eine Reduzierung der Steigung flacht die Kurve bei tieferen Außentemperaturen ab.

Rücklauftemperaturbegrenzer / RTL (Nr. 350)

Das RTL-Ventil (Return Temperature Limiter) begrenzt die Rücklauftemperatur in Fußbodenheizungskreisen, um eine Überhitzung des Estrichs und Bodenbelags zu verhindern.

Zündtransformator (Nr. 390)

Der Zündtrafo transformiert die netzseitige Eingangsspannung von 230 V auf die benötigte Hochspannung (mehrere Kilovolt) zur Funkenbildung an den Zündelektroden.

Sicherheitsventile (Nr. 410)

  • Heizkreislauf: Sicherheitsventil 3 bar (DN15 / DN20 nach Tabelle).
  • Trinkwasserspeicher: Sicherheitsventil 10 bar (DN20 / DN25 nach Tabelle).

Digitales Raumthermostat (Nr. 420)

Vorteile gegenüber komplexen Systemen: Kostengünstiger in der Anschaffung, einfache Montage und intuitive Bedienung.

Entwässerung und Rückstauschutz

Rückstau-Hebeanlage / RSTE (Nr. 180)

Bauteile: 1) Lüftung über Dach, 2) Steuerung, 3) Zulaufleitung, 4) Pumpe mit Schneidrad, 5) Sammelbehälter, 6) Pumpensumpf mit Tauchpumpe, 7) Hand-Membranpumpe, 8) Rückschlagklappe, 9) Druckleitung, 10) Rückstauschleife.

Grundsätzliche Typen von Rückstauverschlüssen:

  • Rückstauverschlüsse für fäkalienfreies Abwasser (Grauwasser)
  • Rückstauverschlüsse für fäkalienhaltiges Abwasser (Schwarzwasser)

Rückstauebene: Der höchstmögliche Wasserstand bei Rückstau im Kanalnetz. Sofern nicht anders festgelegt, gilt die Straßenoberkante an der Anschlussstelle.

Schutz vor Gebäudeflutung (Nr. 380)

Bei Starkregen schützt die Rückstauklappe bzw. Hebeanlage den Keller vor dem Eindringen von rückstauendem Mischwasser aus dem öffentlichen Kanalnetz.

Ökologisches Urinal (Nr. 240)

  • a) Wasserloses Trockenurinal
  • b) Funktionsweise: Der Urin durchdringt eine leichte Sperrflüssigkeit und fließt über den Geruchsverschluss ab. Die Sperrschicht verhindert das Entweichen von Kanalgerüchen.
  • c) Alternative: Wassergespültes Absaugurinal.

Solaranlagen und Speichertechnik

Montagevorgaben Solaranlage (Nr. 210)

  1. Membran-Ausdehnungsgefäß (MAG) nach unten hängend montieren, um thermische Belastungen der Membran zu vermeiden.
  2. Solarumwälzpumpe bevorzugt im kühleren Rücklauf montieren.
  3. Wärmetauscher für Solar im Speicher unten platzieren, um das kälteste Wasser zu erwärmen.
  4. Sicherheitsventil frostsicher und mit freier Abblaseleitung über dem Speicher anordnen.
  5. Spül- und Befüllarmaturen korrekt integrieren.
  6. Stagnations- und Dampfbildung im System beachten.
  7. Zirkulationsleitung im oberen Bereich des Trinkwasserspeichers einbinden.
  8. Heizungsunterstützung / Nachheizung oben im Speicher anordnen.
  9. Solarkreislauf und Trinkwasser durch Wärmeübertrager strikt trennen.
  10. Kein Absperrventil ungesichert vor dem Sicherheitsventil einbauen.

Tichelmann-System (Nr. 220)

Prinzip: Entwickelt von Albert Tichelmann (1861–1926). Die Summe aus Vorlauf- und Rücklauflänge zu jedem einzelnen Solarkollektor ist annähernd gleich. Dadurch weisen alle Kollektoren denselben hydraulischen Druckverlust auf, werden gleichmäßig durchströmt und erwärmen sich einheitlich schnell.

Wartung der Solarflüssigkeit (Nr. 230)

Prüfparameter: pH-Wert, Füllstand/Anlagendruck, Frostschutzgrenze, farbliche Veränderung/Trübung.

Hilfsmittel: Frostschutzprüfer (Refraktometer), pH-Teststreifen, Sichtprobe.

Warmwasserspeicher und Bivalentspeicher (Nr. 250 & Nr. 170)

Bivalenter Solarspeicher – Anschlüsse: 1) Inspektionsöffnung, 2) Thermometer, 3) Opferanode, 4) Warmwasserabgang, 5) Heizungsvorlauf (Nachheizung oben), 6) Speicherfühler oben, 7) Zirkulationsleitung, 8) Heizungsrücklauf, 9) Solarvorlauf, 10) Speicherfühler unten, 11) Solarrücklauf, 12) Kaltwasserzulauf.

Speicherarten: Monovalenter Speicher, bivalenter Speicher, Pufferspeicher.

Funktion: Der bivalente Speicher besitzt zwei Glattrohr-Wärmetauscher (unten: Solarthermie, oben: Heizkessel-Nachheizung). Die Magnesium-Schutzanode (Opferanode) schützt den emaillierten Stahlbehälter wirksam vor Korrosion.

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