Das Familienleben und Bildungssystem im antiken Griechenland
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Wortschatz
- Psyche: Geist/Seele
- Phileo: Liebe, Zuneigung
- Sophia: Wissen
- Hemi: Die Hälfte
- Isos: gleich
- Homo: gleich
Die Familie im antiken Griechenland
Die Familie setzte sich aus Eltern, Kindern, deren Ehepartnern und Sklaven zusammen.
1. Frauen und Ehe
Die Ehe, in der die Frau unter der Vormundschaft ihres Mannes stand, war das Ziel jeder Frau. Sie konnte durch eine Scheidung aufgelöst werden, wobei jedoch nur der Mann ohne Angabe von Gründen die Scheidung einreichen und das Sorgerecht für die Kinder behalten konnte. Das Leben der Frauen in Griechenland fand primär in der Privatsphäre statt, während Männer an allen öffentlichen Aktivitäten beteiligt waren.
2. Kinder und Bildung
Der Vater war verpflichtet, seine Kinder anzuerkennen. Andernfalls konnte er sie an einem gut sichtbaren Ort aussetzen, falls jemand sie adoptieren wollte. Wurden griechische Kinder anerkannt, erhielten sie am zehnten Tag ihren Namen, den Namen des Vaters und die Herkunft.
a) Bildung in Athen
Die Bildung war Aufgabe privater Institutionen oder Einzelpersonen. Es gab keine Schulpflicht; der Unterricht begann im Alter von 6 oder 7 Jahren. Eine umfassende Erziehung war den Männern vorbehalten. Mädchen lernten Lesen, Schreiben und einfache Berechnungen, da sie dazu bestimmt waren, Ehefrauen und Mütter zu werden.
Der Unterricht basierte auf zwei Säulen: Musik (für die intellektuelle Bildung) und Turnen (für die körperliche Ausbildung). Er war in drei Phasen unterteilt:
- Grundstufe (bis 12 Jahre): Der Grammatistes (Lehrer) unterrichtete Lesen, Schreiben und Rechnen sowie die Analyse großer Dichter. Zudem wurde Musik durch den Kitharistes (Gesang mit Harfenbegleitung) und Turnen (sanfte Bewegung) gelehrt. Kinder wurden vom Paidagogos, einem Begleiter und Hüter der guten Sitten, zur Schule gebracht.
- Sekundarstufe (bis 18 Jahre): Zuständig war der Grammatikos, der Literatur vertiefte und griechische Autoren studierte. Parallel dazu erfolgte die körperliche Ausbildung durch den Paidotribes (Sporttrainer), der den Fünfkampf (Laufen, Springen, Diskuswurf, Speerwurf und Ringen) sowie Tanzen und Schwimmen lehrte.
- Hochschulbildung (ab 18 Jahren): Neben der militärischen Ausbildung konnten Jugendliche die Schulen der Sophisten (Lehrer für Rhetorik) besuchen oder eine philosophische und wissenschaftliche Ausbildung in der Akademie oder dem Lyzeum erhalten.
b) Ausbildung in Sparta
Kinder traten in eine Kaserne ein, wo sie eine strenge militärische Ausbildung erhielten. Im Alter von 19 oder 20 Jahren wurden sie zu Soldaten, durften jedoch erst mit 30 Jahren heiraten oder an der Volksversammlung teilnehmen. Mädchen wurden darauf vorbereitet, Frauen und Mütter zu werden, stets im Dienst des Staates.