Finanzielle Kennzahlen, Risiko und Veralterung

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1. Nettoumlaufvermögen (NUW) / Working Capital

Das Nettoumlaufvermögen (NUW) oder Working Capital ist die Differenz zwischen Umlaufvermögen und kurzfristigen Verbindlichkeiten. Ein positives NUW bedeutet, dass ein Teil des Umlaufvermögens durch langfristiges Kapital finanziert wird. Dies sorgt für finanzielle Stabilität und eine höhere Liquidität der Vermögenswerte, um kurzfristige Verbindlichkeiten zu bedienen. Die Höhe der Liquidität hängt davon ab, inwieweit das Anlagevermögen ohne nennenswerten Wertverlust veräußert werden kann und wie schnell die Schulden fällig werden. Das NUW ist ein absoluter Indikator für die Entwicklung der Geschäftstätigkeit (AC - PC).

2. Risiko: Liquidität und Zahlungsausfall

Das Risiko ist die Möglichkeit der Illiquidität oder des Zahlungsausfalls. Dies tritt ein, wenn Forderungen von unseren Schuldnern am Ende der Laufzeit nicht beglichen werden (Uneinbringliche Forderungen). Dies kann die Liquidität der Kasse beeinträchtigen. Ein wichtiger Aspekt ist das präventive Risikomanagement und die Risikobewertung bei der Kreditvergabe. Weitere Instrumente zur Lösung von Kredit- und Liquiditätsrisiken sind Factoring und Diskontierung.

3. Rating: Bewertung des Kreditrisikos

Das Rating dient dazu, das Kreditrisiko eines Emittenten hinsichtlich seiner finanziellen Verpflichtungen zu bewerten. Ratingagenturen sind Informationsvermittler. Sie helfen Investoren bei ihren Entscheidungen, sind jedoch keine Berater. Die Qualifikation sollte nicht als Kaufempfehlung oder Werturteil interpretiert werden, sondern ist eine einfache Vorhersage über die Wahrscheinlichkeit, dass ein Emittent seinen Verpflichtungen nachkommt oder Konkurs anmeldet. Ein Triple-A-Rating bedeutet, dass das Land minimale Schuldenprobleme und eine extrem geringe Empfindlichkeit in einem adversen Umfeld aufweist. Ein Doppel-A-Rating (AA) bedeutet eine leicht höhere Empfindlichkeit.

4. Wichtige Fristen und Kennzahlen

4.1. Lagerdauer Rohmaterial (MP)

Durchschnittlicher jährlicher Bestand Rohmaterial * 365 / Jährliche Käufe. (Beispiel: ((4575 + 5450) / 2) * 365 / 67125)

4.2. Lagerdauer Fertigprodukte (PC)

Durchschnittlicher jährlicher Bestand Fertigprodukte * 365 / Jährliche Herstellungskosten.

4.3. Lagerdauer Unfertige Erzeugnisse (PA)

Durchschnittlicher jährlicher Bestand Unfertige Erzeugnisse * 365 / Jährliche Herstellungskosten.

4.4. Durchschnittliche Zahlungsfrist der Kunden (Forderungslaufzeit)

Durchschnittlicher Kundenbestand * 365 / Jährliche Verkäufe. (Beispiel: (6500 / 1,16) * 365 / 150000)

4.5. Durchschnittliche Zahlungsfrist an Lieferanten (Verbindlichkeitenlaufzeit)

Durchschnittlicher Lieferantenbestand * 365 / Jährliche Käufe.

5. Zykluszeiten

5.1. Operativer Zyklus (Reifungszyklus)

Der Operative Zyklus ist die durchschnittliche Anzahl der Tage zwischen dem Zeitpunkt, zu dem der Auftrag freigegeben wird, und dem Zeitpunkt, zu dem dem Kunden die Rechnung gestellt wird.

  • Formel: Lagerdauer Rohmaterial + Lagerdauer Unfertige Erzeugnisse + Lagerdauer Fertigprodukte + Forderungslaufzeit.

5.2. Geldumschlagszyklus (Cash Conversion Cycle)

Der Geldumschlagszyklus ist die Zeitspanne, die zwischen der Auszahlung für Investitionen und dem Geldeingang vom Kunden vergeht.

  • Formel: Operativer Zyklus minus Verbindlichkeitenlaufzeit.

6. Arten der Veralterung (Obsoleszenz)

6.1. Physische Veralterung (10 Jahre)

Die wirtschaftliche Nutzungsdauer des Investitionsgutes, basierend auf der Bewertung durch Techniker, der buchhalterischen Lebensdauer (Amortisationszeit) und der Erfahrung im Rechnungswesen.

6.2. Wirtschaftliche Veralterung (5 Jahre)

Die kommerziell ermittelte Lebensdauer der Anlagen, die sich auf den Zeitraum erstreckt, bis neue Produkte oder Anlagen auf den Markt kommen, die die aktuellen ersetzen.

6.3. Technologische Veralterung (7 Jahre)

Die technische Lebensdauer des Produkts. Ihre Bestimmung ist schwierig und problematisch, da sie die Bewertung der Auswirkungen von F&E-Programmen für die Entwicklung neuer Technologien erfordert.

Der Rahmen ist 5 Jahre jünger

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