Finanzierung und Investition: Methoden und Kriterien
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Investition und Finanzierung
Entscheidungskriterien der Finanzwirtschaft
- Liquidität: Fähigkeit, Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen; Voraussetzung für die Überlebensfähigkeit. (Keine Liquidität = Insolvenz).
- Stabilität: Verhältnis von liquiden Mitteln zu fälligen Zahlungsverpflichtungen sowie die Eigenkapitalquote (EK/GK).
- Rentabilität: Ergebnis im Verhältnis zum Kapital (Gewinn). Beurteilung auf Basis vergangener Daten. Zeigt die Verzinsung des eingesetzten Kapitals. Eine geringe Rentabilität deutet auf eine schlechte Umsatzrendite oder einen geringen Umschlag hin.
Investitionsrechenverfahren
- Statische Methoden: Betrachten nur eine Periode; der zeitliche Anfall wird nicht berücksichtigt. Rechnungselemente sind erfolgswirtschaftlich. Geringer Informationsbedarf, geeignet für kleine und mittlere Unternehmen.
- Dynamische Methoden: Betrachten jede Periode separat; der zeitliche Anfall (Zinswirkung) wird explizit berücksichtigt. Monetäre Ein- und Auszahlungen stehen im Fokus. Hoher Informationsbedarf, geeignet für Großunternehmen.
Dynamische Investitionsrechnung
- Kapitalwertmethode: Basiert auf dem Cashflow. Ein Kapitalwert von 0 bedeutet, dass der Kapitaleinsatz zurückgeflossen ist und eine gleichwertige Investition vorliegt.
- Interner Zinsfuß: Ermöglicht den direkten Vergleich; alle Rückflüsse werden zum internen Zinsfuß reinvestiert.
- Kapitalwertrate: Barwert / Investitionssumme; kann als Rendite beurteilt werden.
- Kalkulationszinsfuß: (iEK * EK + iFK * FK) / (EK + FK).
Bei der Beurteilung gilt: Je größer das Risiko, desto größer der Zuschlag. Der WACC (Weighted Average Cost of Capital) betrachtet Eigen- und Fremdkapital als gleichwertig.
Emissionsfähigkeit und Kapitalmarkt
Die Emissionsfähigkeit beschreibt den Zugang zum organisierten Markt (Wertpapiere). Probleme sind hohe Suchkosten, hohes Risiko für Kapitalgeber, fehlende Marktpreise sowie der Verlust von Unabhängigkeit und Geschäftsbefugnissen für Altgesellschaften.
- Emissionsfähig: AG, KGaA, SE (Anteile verteilt, viele Nachfrager/Anbieter, geringe Transaktionskosten).
- Probleme: Informationsasymmetrie; die Zulassung erfolgt durch Kreditinstitute, die für die Richtigkeit haften.
Finanzierungsinstrumente
- Aktien: Beteiligung am Unternehmen.
- Anleihen: Fremdkapitalaufnahme gegen Zinszahlung.
- Zerobonds: Preis schwankt durch Zinsveränderungen; die Nachfrage korreliert mit dem Zinsniveau.
- Innenfinanzierung: Thesaurierung von Gewinnen; keine Mittel von außen, kein auszahlungswirksamer Aufwand.
- Indirekte Cashflow-Berechnung: Jahresüberschuss + Abschreibungen - Zuschreibungen + Erhöhung Rückstellungen - Verminderung Rückstellungen +/- Veränderung wirksamer Größen.
- Lieferantenkredit: Formlos, nicht geprüft, keine Sicherheiten, keine Banken, sofort verfügbar; wichtig bei Liquiditätsengpässen.