Flachgründungen: Arten von Fundamenten und Bodenplatten
Eingeordnet in Technologie
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 3,51 KB
Flachgründungen: Arten und Anwendungen
Flachgründungen sind die am häufigsten verwendeten Gründungsarten. Sie kommen zum Einsatz, wenn der Boden an seiner Oberfläche eine mittlere oder hohe Tragfähigkeit gegenüber den Lasten der Struktur aufweist und homogen genug ist, um nicht durch differenzielle Setzungen beeinträchtigt zu werden.
1. Einzelfundamente
1.1 Isolierte Fundamente: Diese bestehen meist aus quadratischen Betonkuben und dienen als punktuelle Basis.
1.2 Exzentrische Fundamente: Diese sind ebenfalls punktförmig und bestehen aus Stahlbeton, sind jedoch in der Regel rechteckig ausgeführt.
1.3 Verbundene Fundamente: Diese arbeiten zwar selbstständig, sind jedoch durch Verbindungsbalken verbunden. Dies verhindert relative horizontale Bewegungen zwischen den isolierten Fundamenten oder dient der Stabilisierung eines einzelnen Fundaments.
1.4 Fundamente und Fundamentbalken: Ein Fundamentbalken ist ein strukturelles Element, das Lasten von Wänden aufnehmen und an isolierte Fundamente weiterleiten kann. Es gibt verschiedene bauliche Gründe, Fundamente mit Balken zu kombinieren.
1.5 Streifenfundamente: Wenn Säulen sehr nah beieinander liegen, an Wänden angeordnet sind oder eine exzentrische Lastverteilung vorliegt, wird eine kontinuierliche Basis in Form eines Streifenfundaments angewendet.
1.6 Kombinierte Fundamente
Hierbei handelt es sich um die Vereinigung zweier Fundamentblöcke, um die Lasten von zwei separaten Stützen oder Trägern gemeinsam aufzunehmen.
2. Fundamentplatten
Die Plattengründung wird über die gesamte Grundfläche der Struktur eingesetzt, wenn der Boden weniger belastbar, weniger homogen oder in tieferen Schichten weniger widerstandsfähig ist.
Durch diese Bauweise wird die Kontaktfläche vergrößert und das Risiko differenzieller Setzungen vermindert. Eine Fundamentplatte kann kostengünstiger sein als Einzelfundamente, wenn deren Gesamtfläche mehr als die Hälfte der Gebäudefläche einnehmen würde. Dies liegt an der reduzierten Betondicke, der optimierten Bewehrung und der einfacheren Schalung.
2.1 Massive Bodenplatten
Diese bieten den Vorteil einer großen Einfachheit in der Umsetzung. Wenn die Lasten und Spannweiten moderat sind, kompensieren die Einsparungen bei der Schalung den erhöhten Betonbedarf.
2.2 Platten mit Kapitellen
Diese werden verwendet, um die Dicke unter den Säulen zu erhöhen und so den Widerstand gegen Biegung und Querkraft (Durchstanzen) zu verbessern. Die Kapitelle können oberhalb oder unterhalb der Platte liegen, wobei letzteres den Vorteil bietet, eine ebene Kellerfläche zu erhalten.
2.3 Rippenplatten
Diese bestehen aus Haupt- und Nebenrippen. Die Rippen können nach oben oder unten gerichtet sein. Nach oben gerichtete Rippen erschweren die Schalung und erfordern oft eine Verfüllung, um eine ebene Bodenfläche zu erhalten. Untere Rippen können direkt im Bodenaushub gefertigt werden.
2.4 Schwimmende Fundamentplatten
In Gebieten mit sehr setzungsempfindlichen Böden kann auf schwimmende Fundamentplatten zurückgegriffen werden. Das Fundament wird so dimensioniert, dass das Gewicht des ausgehobenen Erdreichs dem Gewicht der Gebäudelast entspricht. Auf diese Weise wird die Spannung im Untergrund theoretisch nicht verändert, sodass Setzungen minimal bleiben.