Forensische Analyse: Erhängen und Strangulation
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Knorpel des Schildknorpels und Erhängen
Bei Osteo-Knorpelläsionen durch Erhängen treten häufig hämorrhagische Infiltrationen der Bandscheiben auf, die als Zeichen einer vitalen Reaktion gelten. Medizinisch-rechtliche Fragen umfassen zwei Themen: die Diagnose der Todesursache und die Genese dieser Modalität.
Todesursache
Diese Läsionen belegen das Erhängen. Die hämorrhagische Infiltration der verschiedenen Läsionen ist für die Feststellung von entscheidender Bedeutung. Dabei müssen Strangulation und Erstickung durch Verschluss der Atemwege ausgeschlossen werden.
Medikolegale Ätiologie
Der Hintergrund des Verstorbenen, die sorgfältige Prüfung des Tatorts und die forensische Autopsie ermöglichen in den meisten Fällen eine zuverlässige ätiologische Diagnose. Hierbei sind folgende Aspekte wichtig:
- Hintergrund: Existenz von Abschiedsbriefen, familiäre, sozio-ökonomische und klinische Geschichte (psychiatrisch und somatisch).
- Tatortuntersuchung: Eine unvollständige Untersuchung ist fatal. Die Modalität des Erhängens deutet oft auf einen Suizid hin.
- Kleidung und Umfeld: Anwesenheit erotischer Zeichnungen oder Fotos kann auf sexuelle Varianten hindeuten; dies ist fast immer ein Unfall.
- Gewalteinwirkung: Stumpfe Verletzungen und deren Auswirkungen auf das Bewusstsein müssen berücksichtigt werden, um eine Tötungsabsicht auszuschließen.
- Autopsie: Suche nach alten oder neuen Selbstmordversuchen. Toxikologische Untersuchungen auf Ethylalkohol und zentral dämpfende Stoffe sind essenziell.
Selbstmord durch Erhängen und Strangulation
Strangulation durch eine Schleife
Das Zusammenziehen des Halses erfolgt durch eine Schleife, wobei das Verfahren unabhängig vom Körpergewicht ist.
Ätiologie
- Mörderisch: Die häufigste Form.
- Suizid: Seltener.
- Zufällig: Sehr selten, kommt in Ausnahmefällen bei Kindern und Erwachsenen vor.
Mechanismus des Todes
Der Tod tritt durch Sauerstoffmangel (Anoxie), zerebrale Anoxie und Herzstillstand durch einen hemmenden Reflexmechanismus ein.
Externe Untersuchung
Die fundamentale Läsion ist die Strangulationsfurche am Hals:
- Richtung: In der Regel horizontal.
- Tiefe: Einheitlich rundherum gekennzeichnet.
- Kontinuität: Umgibt den Hals vollständig.
- Anzahl: Oft mehrere Furchen.
- Lage: In der Regel am oder unter dem Schildknorpel.
- Aussehen: Der Hintergrund ist fast immer weich.
Bei mörderischer Strangulation finden sich oft kleine Nagelspuren, Blutergüsse oder stumpfe Verletzungen an anderen Körperregionen. Gesichtsstauungen und punktförmige Blutungen (Petechien) sind sehr ausgeprägt.
Interne Untersuchung
Diese besteht aus hämorrhagischer Infiltration der Weichteile und Knochen-Knorpel-Brüchen. Osteo-Knorpelläsionen sind häufiger als beim Erhängen; oft ist der Schildknorpel betroffen. Bei erheblicher Krafteinwirkung können der Schildknorpel und der Ringknorpel brechen.
Medizinisch-rechtliche Probleme
Die Identifizierung von Erstickungsmerkmalen und Halsverletzungen unter Ausschluss anderer Todesursachen ist entscheidend für die ätiologische Diagnose bei Strangulation und Suizid.