Francisco de Goya: Leben, Werk und künstlerische Etappen
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Der künstlerische Stil von Francisco de Goya
Goyas Stil ist schwer einzuordnen, da sein Leben von tiefgreifendem sozialen Wandel geprägt war. Er porträtierte zahlreiche Könige, Minister und Denker. Nach der Rückkehr zum Absolutismus unter Ferdinand VII. emigrierte er 1823 nach Bordeaux. Als ein seiner Zeit weit vorausblickender Maler hielt er das Unglück des Lebens im alten Spanien fest. Obwohl er ein Zeitgenosse neoklassizistischer Autoren war, lässt sich seine Malerei nicht mit den Werken von Jacques-Louis David gleichsetzen. Er ließ sich keiner festen Bewegung zuordnen, da er die Realität durch Farben interpretierte.
Die fünf Etappen von Goyas Schaffen
Goya war Hofmaler und sein Werk lässt sich in fünf Phasen unterteilen:
1. Etappe: Barock, Rokoko und Klassizismus (1771–1780)
Dies ist die Zeit seiner Ausbildung. In Saragossa studierte er bei seinem Lehrer Luzán. Zu den Höhepunkten dieser Zeit zählen Hannibal überquert die Alpen (für einen Wettbewerb) und Die Heilige Familie (mit barockem Einfluss). Auch das Werk Die Sonnenblume zeigt eine bemerkenswerte Textur. Nach seinem Umzug nach Madrid im Jahr 1775 wurde er Schüler von Mengs und fertigte Entwürfe für Wandteppiche an, um die kalten und zugigen Räume der königlichen Familie zu schmücken.
2. Etappe: Die Phase der Fülle (1780–1820)
Die Akademie und die Aristokratie erkannten sein Talent an. Im Jahr 1800 malte er das berühmte Porträt Die Familie Karls IV. Goya malte Menschen so, wie er sie interpretierte. Auch in der Familie des Herzogs von Osuna vermittelte er die Werte des aufgeklärten Bürgertums. In seinen Werken wurden Kinder als solche dargestellt, oft mit Spielzeug. Sein Gemälde Die Erschießung der Aufständischen am 3. Mai 1814 ist ein Schlüsselwerk: Die Landschaft ist konstruiert, die Gesichter der Soldaten sind nicht erkennbar, um sie als emotionslose „Maschinen“ darzustellen, während das Licht durch eine Lampe fokussiert wird.
3. Etappe: Die „Schwarzen Gemälde“ (1820–1823)
In dieser Zeit schuf er in seinem Haus, der „Quinta del Sordo“, die sogenannten Schwarzen Gemälde. Sie sind eine Metapher für den Zustand Spaniens. Zu den bekanntesten Werken gehören:
- Zwei Alte beim Essen
- Der Hund
- Der Hexensabbat
- Zwei Männer beim Kampf mit Knüppeln
4. Etappe: Bordeaux (1823–1828)
In seiner letzten Lebensphase in Bordeaux experimentierte Goya mit Pinselstrichen und Licht, was in seinem Tagebuch von Bordeaux deutlich wird.
Interpretation: Die Familie Karls IV.
Das Porträt der königlichen Familie war eine Auftragsarbeit. Die Bedeutung des Werkes wurde im 19. Jahrhundert kontrovers diskutiert:
- Idealisierung: Ein Vergleich mit anderen zeitgenössischen Porträts zeigt eine bewusste Hervorhebung der Familiengruppe.
- Repräsentation: Es spiegelt den Wunsch wider, die Monarchie als liebevolle Einheit (Gesten zwischen Eltern und Kindern) darzustellen.
- Tradition: Laut Tomlinson knüpfte Goya an die Tradition von Velázquez an, um die Bourbonen-Monarchie in ihrer Pracht zu legitimieren.
Goya agierte als subtiler Beobachter, der die Psychologie der Figuren einfing und sie als sterbliche Menschen behandelte. Sein Realismus und seine psychologische Tiefe machen dieses Werk zu einem bedeutenden Dokument der spanischen Politik jener Zeit.